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Gastronomie & Tourismus

Serviceberater

Serviceberater betreuen Gäste im Gastgewerbe und Tourismus persönlich, telefonisch und schriftlich: Sie beraten zu Angeboten, nehmen Buchungen und Bestellungen auf, bearbeiten Beschwerden und sorgen dafür, dass Abläufe im Service reibungslos laufen.

18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Serviceberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.900 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 3.000 € 3.600 € 36.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.800 € 4.700 € 45.600 €

Entscheidend sind Betriebsgröße, Region und Tarifbindung: In Häusern mit Tarifvertrag des DEHOGA für das Hotel- und Gaststättengewerbe ist die Spanne eng und meist niedriger als in internationalen Hotelketten oder im Veranstaltungsverkauf, wo Zulagen und Umsatzbeteiligungen dazukommen. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge sind in den Werten nicht enthalten und machen im Jahr einen deutlichen Unterschied.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Serviceberater?

Der Serviceberater ist die Schnittstelle zwischen Gast und Betrieb. In Hotels, Restaurants, Freizeitanlagen, bei Reiseveranstaltern oder in Gästezentren nimmt er Anfragen an, erklärt Angebote, kalkuliert Preise für Gruppen, Tagungen oder Zusatzleistungen und schreibt Angebote und Bestätigungen. Er nimmt Buchungen und Bestellungen im System auf, prüft Verfügbarkeiten, koordiniert Sonderwünsche mit Küche, Housekeeping oder Technik und informiert das Serviceteam über Anforderungen der jeweiligen Gäste.

Ein zweiter großer Teil der Arbeit ist die Nachbetreuung: Reklamationen aufnehmen, Ursachen klären, Kulanz aussprechen oder ablehnen, Rechnungen korrigieren, Gutscheine ausstellen. Serviceberater dokumentieren Rückmeldungen, pflegen Gästedaten und Bewertungsportale und geben wiederkehrende Beschwerdethemen an die Betriebsleitung weiter. In größeren Häusern kommen Aufgaben der Servicequalität hinzu: Standards beschreiben, neue Mitarbeitende einarbeiten, Checklisten prüfen, Zahlen zu Auslastung und Zusatzverkäufen auswerten. Der Anteil an Bildschirmarbeit ist höher als in klassischen Servicetätigkeiten, der Kontakt zum Gast bleibt aber prägend.

Wie wird man Serviceberater?

Der übliche Weg führt über eine duale Ausbildung im Gastgewerbe oder Tourismus, etwa als Kaufmann für Hotelmanagement, Fachkraft für Gastronomie, Restaurantfachkraft oder Kaufmann für Tourismus und Freizeit. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre und endet mit einem Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Eine geschützte Bezeichnung ist Serviceberater nicht, die Stelle wird nach mehreren Jahren im operativen Service oder am Empfang erreicht.

Quereinstieg ist realistisch, wenn Erfahrung im Kundenkontakt vorhanden ist, etwa aus Einzelhandel, Call Center oder Verwaltung. Betriebe schulen dann Buchungs- und Kassensysteme selbst. Wer aufsteigen möchte, setzt eine Weiterbildung zum Fachwirt im Gastgewerbe, zum Hotelbetriebswirt oder ein Studium im Tourismusmanagement darauf. Sehr gute Deutschkenntnisse und Englisch sind Grundvoraussetzung, eine weitere Fremdsprache verschafft in Ferienregionen und Städten mit internationalem Publikum einen deutlichen Vorteil.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Gästeverkehr: Abende, Wochenenden und Feiertage gehören dazu, in Saisonbetrieben wechseln sich Wochen mit hoher Belastung und ruhige Phasen ab. Freizeit lässt sich schlechter planen als in Bürojobs. Wer über den Empfang arbeitet, steht viel und läuft viel.

Anstrengend ist vor allem die emotionale Seite. Beschwerden treffen den Serviceberater zuerst, oft für Fehler, die andere gemacht haben. Ärger sachlich zu bearbeiten, ohne selbst laut oder gleichgültig zu werden, ist die eigentliche Kernkompetenz. Dazu kommt Personalmangel in vielen Betrieben: Ausfälle im Team landen häufig als zusätzliche Schicht beim Serviceberater. Die Bezahlung im Gastgewerbe liegt unter dem Durchschnitt vergleichbarer kaufmännischer Tätigkeiten, das gehört zur ehrlichen Abwägung.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil Betriebe Mühe haben, erfahrene Kräfte für den Gästekontakt zu finden. Wer bleibt, hat gute Chancen auf Verantwortung: Leitung von Empfang oder Service, Reservierungsleitung, Bankett- und Veranstaltungsverkauf, Qualitäts- oder Beschwerdemanagement in Hotelgruppen. Der Wechsel in reine Bürorollen wie Revenue Management, Vertrieb oder Kundenservice anderer Branchen ist mit dieser Erfahrung gut möglich und oft besser bezahlt. Digitale Buchungssysteme und automatisierte Anfragen verändern die Arbeit, ersetzen sie aber nicht: Je stärker Standardvorgänge automatisiert werden, desto mehr bleiben die schwierigen Fälle beim Menschen.

Aufgaben

  • Gäste zu Angeboten, Preisen und Zusatzleistungen beraten
  • Anfragen, Buchungen und Bestellungen im System erfassen
  • Angebote, Bestätigungen und Rechnungen schreiben und prüfen
  • Beschwerden aufnehmen, klären und Lösungen anbieten
  • Sonderwünsche mit Küche, Housekeeping und Technik abstimmen
  • Gästedaten pflegen und Rückmeldungen dokumentieren
  • Servicestandards überwachen und neue Mitarbeitende einarbeiten
  • Auslastung, Umsätze und Zusatzverkäufe auswerten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Gastgewerbe, Tourismus oder kaufmännische Ausbildung mit Kundenkontakt
  • Sehr gutes Deutsch und gutes Englisch, weitere Fremdsprachen von Vorteil
  • Sicherer Umgang mit Buchungs-, Kassen- und Office-Programmen
  • Belastbarkeit und Freundlichkeit auch bei Beschwerden und Zeitdruck
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • Genauigkeit bei Preisen, Verträgen und Abrechnungen

Wo man arbeitet

  • Hotels und Hotelgruppen
  • Restaurants und Systemgastronomie
  • Reiseveranstalter und Reisebüros
  • Freizeitparks, Bäder und Ferienanlagen
  • Tourismusinformationen und Gästezentren
  • Tagungs- und Kongresszentren

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine zwei- bis dreijährige duale Ausbildung im Gastgewerbe oder Tourismus, etwa als Kaufmann für Hotelmanagement, Restaurantfachkraft oder Kaufmann für Tourismus und Freizeit, mit IHK-Abschluss. Die Position als Serviceberater folgt meist nach einigen Jahren im Service oder am Empfang. Weiterbildungen zum Fachwirt im Gastgewerbe oder ein Studium im Tourismusmanagement öffnen den Weg in Leitungsfunktionen.

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