Was macht ein Service- und Montagetechniker?
Service- und Montagetechniker bringen Maschinen und Anlagen dorthin, wo sie laufen sollen, und halten sie am Laufen. Das kann eine Verpackungsmaschine in einer Molkerei sein, eine Aufzugsanlage, eine Kälteanlage im Supermarkt, ein Blockheizkraftwerk oder eine Werkzeugmaschine. Der Ablauf ist meist ähnlich: Anlagenteile nach Montageplan aufstellen und ausrichten, mechanische Komponenten verschrauben, Rohrleitungen und Kabel verlegen, Sensoren und Antriebe anschließen, Steuerung parametrieren, Probelauf fahren, Messwerte protokollieren, den Kunden einweisen.
Im Servicefall geht es um Fehlersuche: Störmeldung lesen, Signale mit dem Multimeter prüfen, Hydraulikdrücke messen, Verschleißteile tauschen, Software aufspielen. Dazu kommen geplante Wartungen nach Checkliste, Ersatzteilbestellungen und der Papierkram danach - Serviceberichte, Stundenzettel, Prüfprotokolle. Der Kundenkontakt gehört dazu und ist ein realer Teil der Arbeit: Oft steht die Produktion still, während man sucht, und der Betriebsleiter steht daneben.
Wie wird man Service- und Montagetechniker?
Der übliche Weg führt über eine gewerblich-technische Ausbildung: Mechatroniker, Industriemechaniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker für Betriebstechnik oder Kälteanlagenbauer. Danach folgt die Einarbeitung im Betrieb, meist als Zweiter im Team bei einem erfahrenen Kollegen. Viele Arbeitgeber verlangen zusätzlich eine Elektrofachkraft-Qualifikation, weil an spannungsführenden Teilen gearbeitet wird.
Quereinstieg ist möglich, wenn handwerkliche Praxis vorhanden ist - etwa aus dem Kfz-Bereich, der Landmaschinentechnik oder der Instandhaltung. Ohne technische Grundausbildung wird es schwer, weil Schaltpläne, Hydraulikschemata und Steuerungslogik gelesen werden müssen. Weiterbildungen zum Techniker oder Meister sind gängig, ebenso herstellerspezifische Zertifikate.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich und findet selten unter angenehmen Bedingungen statt: in engen Maschinenräumen, auf Dächern, in Kellern, bei Kälte, im Lärm der laufenden Produktion. Über Kopf arbeiten, knien, Lasten heben - das summiert sich über die Jahre. Reisetätigkeit ist der zweite große Faktor. Bei regionalem Service kommt man abends nach Hause, bei Anlagenmontage sind Wochen auswärts üblich, teils international. Rufbereitschaft und Wochenendeinsätze gehören in vielen Betrieben dazu, weil Wartung dann stattfindet, wenn die Produktion steht.
Gefordert sind Selbstständigkeit und Ruhe. Wer allein beim Kunden steht und die Störung nicht findet, hat keinen Kollegen zum Fragen außer am Telefon. Dazu kommt Dokumentationsdisziplin, Englisch für Handbücher und Kundenkontakt im Ausland, und die Bereitschaft, sich immer wieder in neue Steuerungsgenerationen einzuarbeiten. Der Führerschein Klasse B ist praktisch Voraussetzung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Anlagen werden komplexer, gleichzeitig fehlen Fachkräfte in der Instandhaltung fast überall im Maschinen- und Anlagenbau, in der Gebäudetechnik und in der Kältetechnik. Wer eingearbeitet ist und Herstellerkenntnisse hat, findet ohne Mühe eine Stelle.
Entwicklungswege führen zum Serviceleiter, zum Einsatzplaner im Innendienst, in die technische Kundenbetreuung oder in die Inbetriebnahme komplexer Sonderanlagen. Mit Techniker- oder Meisterabschluss sind Konstruktion, Vertriebsinnendienst und Ausbildung möglich - Wege, die auch dann tragen, wenn die Reisetätigkeit mit den Jahren zu viel wird. Die zunehmende Ferndiagnose verändert die Arbeit, ersetzt den Einsatz vor Ort aber nicht.