Was macht ein Service- / Kundendienst-Techniker Fenster und Türen?
Der Arbeitstag beginnt in der Regel am Betriebshof oder direkt zu Hause am Servicefahrzeug. Auf der Tourenliste stehen fünf bis zehn Einsätze: ein Fenster, das nicht mehr schließt, eine Haustür mit defektem Mehrfachverriegelungsschloss, ein Rollladen, dessen Gurt gerissen ist, eine Schiebetür in einem Supermarkt, die den Sensor nicht mehr auslöst. Vor Ort wird die Ursache gesucht, das Bauteil getauscht oder eingestellt, die Funktion geprüft und der Auftrag digital dokumentiert.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Justage: Beschläge nachstellen, Anpressdruck korrigieren, Dichtungen tauschen, Bänder schmieren. Dazu kommen Glasbruchreparaturen, der Austausch von Isolierglaseinheiten, Nachrüstungen bei der Einbruchhemmung und die wiederkehrende Wartung automatischer Türanlagen, für die Prüfprotokolle geführt werden müssen. Wer bei einem Hersteller angestellt ist, übernimmt außerdem Reklamationsbegutachtungen und schreibt Berichte, die über Kulanz oder Gewährleistung entscheiden.
Wie wird man Service- / Kundendienst-Techniker Fenster und Türen?
Der klassische Weg führt über eine dreijährige Ausbildung als Tischler, Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik oder Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker. Auch Schreiner mit Erfahrung im Fensterbau, Glaser und Mechatroniker steigen ein. Wer automatische Türen betreut, braucht eine Zusatzqualifikation als Sachkundiger für kraftbetätigte Türen und Tore; Elektroarbeiten setzen mindestens die Qualifikation als elektrotechnisch befähigte Person voraus.
Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, etwa aus dem Bauhandwerk oder der Montage. Betriebe schulen dann intern und schicken neue Mitarbeiter zu Herstellerkursen für Beschlagsysteme, Antriebe und Schließtechnik. Ohne handwerkliche Grundlage und ohne Bereitschaft, sich in Technik einzulesen, funktioniert das allerdings nicht.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich fordernd. Isolierglas ist schwer, Arbeiten finden auf Leitern, Gerüsten oder Hubarbeitsbühnen statt, oft in Zwangshaltungen und bei jedem Wetter. Über den Kopf schrauben, knien, Lasten tragen: das summiert sich über die Jahre, Knie und Rücken merken es.
Dazu kommt die Fahrzeit. Ein erheblicher Teil des Tages verbringt man im Auto, bei überregionalem Service auch mit Übernachtungen. Rufbereitschaft an Wochenenden ist bei Betrieben mit Notdienst für Türanlagen üblich. Kundenkontakt gehört dazu, auch der unangenehme Teil: Menschen, die verärgert sind, weil ihre neue Tür klemmt, oder die eine kostenpflichtige Reparatur nicht akzeptieren wollen. Ruhig bleiben, sauber arbeiten, Sockelleisten nicht beschädigen und den Arbeitsplatz gefegt hinterlassen: das ist Teil des Auftrags.
Selbstständiges Arbeiten ist Voraussetzung, denn niemand steht daneben. Wer die Ursache einer Fehlfunktion nicht selbst eingrenzen kann, fährt zweimal.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Der Bestand an Kunststoff- und Aluminiumfenstern aus den Neunzigern und Zweitausendern erreicht das Alter, in dem Beschläge und Dichtungen verschleißen. Automatische Türen in Kliniken, Supermärkten und Bürogebäuden müssen regelmäßig geprüft werden, unabhängig von der Baukonjunktur. Servicetechniker sind deshalb weniger von Auftragseinbrüchen betroffen als Montagekolonnen im Neubau.
Entwicklungswege führen zum Serviceleiter mit Tourenplanung und Personalverantwortung, zum technischen Kundenberater oder Sachverständigen für Fenstertechnik. Mit Meisterbrief ist die eigene Servicefirma möglich, was in diesem Feld mit geringem Kapitalbedarf funktioniert.