Was macht ein Glaser?
Glaser schneiden Flachglas auf Maß, schleifen Kanten, bohren Löcher für Beschläge und setzen Scheiben in Rahmen aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Stahl. In der Werkstatt arbeiten sie an Schneidtischen, Kantenschleifmaschinen und Bohranlagen, zunehmend auch an CNC-gesteuerten Anlagen. Auf der Baustelle bauen sie beschädigte Scheiben aus, montieren Isolierglas, richten Ganzglasanlagen aus, verglasen Duschen, Brüstungen, Vordächer und Schaufenster.
Ein zweiter großer Teil der Arbeit ist die Reparatur: gesprungene Fensterscheiben nach Sturm oder Einbruch, undichte Isolierglaseinheiten, defekte Beschläge an Glastüren. Wer im Bereich Verglasung und Glasbau arbeitet, fährt oft mit einem Montagefahrzeug zu Privatkunden und Gewerbebetrieben, nimmt Maß, berät zu Wärmeschutz-, Schallschutz- und Sicherheitsglas und rechnet die Arbeit ab. In der Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau kommen ganze Fensterelemente, Pfosten-Riegel-Fassaden und Wintergärten hinzu, inklusive Abdichtung und Anschluss ans Mauerwerk.
Dazu gehört Handwerk im engeren Sinn: Silikonfugen ziehen, Dichtprofile einlegen, Klotzungen setzen, Glasfalze reinigen. Auch Sonderarbeiten wie Sandstrahlen, Spiegelzuschnitt, Bleiverglasung oder Restaurierung historischer Fenster fallen in manchen Betrieben an.
Wie wird man Glaser?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Glaser im Handwerk, mit Wahl zwischen den Fachrichtungen Verglasung und Glasbau sowie Fenster- und Glasfassadenbau. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein und schauen auf Mathematik und handwerkliches Geschick. Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Quereinstieg kommt vor, vor allem aus verwandten Bauberufen oder über eine Umschulung. Ohne Abschluss werden Helfer eingesetzt, meist für Transport, Montageunterstützung und Aufräumarbeiten, mit deutlich geringerem Verdienst. Wer weiterkommen will, macht die Meisterprüfung oder die Fortbildung zum Glasertechniker.
Was der Beruf verlangt
Glas ist schwer, scharfkantig und unverzeihlich. Eine Isolierglasscheibe von zwei Quadratmetern wiegt schnell über 50 Kilogramm; auch mit Hebegeräten und Glassaugern bleibt körperliche Belastung. Gearbeitet wird stehend, oft in Zwangshaltung, auf Leitern, Gerüsten und Hebebühnen. Schnittverletzungen sind das häufigste Risiko, Schnittschutzkleidung und Handschuhe sind Pflicht. Bei Montagen im Freien ist Wetter kein Argument.
Die Arbeitszeiten sind im Kern Tagesarbeit, aber Termindruck, Anfahrtswege und Überstunden gehören dazu. Betriebe mit Notdienst holen ihre Leute auch abends oder am Wochenende zu Glasbruchschäden. Wer nicht schwindelfrei ist oder zu Rückenproblemen neigt, wird auf Dauer Schwierigkeiten haben. Genauigkeit ist unverzichtbar: Ein falsch gemessener Zuschnitt ist Ausschuss und kostet den Betrieb Geld.
Aussichten
Glaser sind gesucht, die Zahl der Ausbildungsverträge ist seit Jahren niedrig, viele Betriebe finden keine Nachfolger. Nachfrage kommt aus der Gebäudesanierung, dem Wärmeschutz und dem Trend zu großen Glasflächen im Innenausbau. Konjunkturschwankungen im Bau schlagen allerdings durch.
Entwicklungswege führen über die Baustellenleitung, die Spezialisierung auf Fassaden, Brandschutzverglasung oder Restaurierung, in den Fensterbau der Industrie oder in die Selbstständigkeit mit Meisterbrief. Auch Vertrieb und technische Beratung bei Glasherstellern und Beschlagslieferanten sind eine Option.