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Handwerk & Produktion

Schreiner / Tischler

Schreiner und Tischler fertigen Möbel, Fenster, Türen, Treppen und Innenausbauten aus Holz und Holzwerkstoffen. Sie arbeiten in der Werkstatt an Maschinen und montieren ihre Produkte beim Kunden.

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Gehalt

Was man als Schreiner / Tischler verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.600 € 44.400 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist: In der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie und im Tischlerhandwerk gelten Flächentarifverträge mit regional unterschiedlichen Sätzen, die Industrie zahlt dabei meist deutlich besser als kleine Handwerksbetriebe. Meisterbrief, Montageeinsätze mit Auslöse und ein Standort in Süddeutschland heben das Einkommen zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Schreiner?

Schreiner - im süddeutschen Sprachraum die übliche Bezeichnung, im Norden sagt man Tischler - verarbeiten Massivholz, Span- und MDF-Platten, Furniere, dazu zunehmend Glas, Metall und Kunststoff. Der Arbeitstag beginnt oft mit dem Zuschnitt: Werkstücke werden nach Zeichnung oder CNC-Programm auf Maß gebracht, gehobelt, gefräst, gebohrt. Verbindungen entstehen als Dübel-, Zinken- oder Nutverbindung, verleimt und verpresst. Danach folgen Schleifen, Ölen, Lackieren oder Beschichten.

Ein großer Teil der Arbeit findet außerhalb der Werkstatt statt. Beim Kunden wird aufgemaß genommen, später wird montiert: Einbauküchen, Schränke in schiefe Altbauwände, Haustüren, Parkett, Ladeneinrichtungen, Messestände. Wer im Fensterbau arbeitet, hat es mit Beschlägen, Dichtungen und Bauanschlüssen zu tun. In Industriebetrieben verschiebt sich der Schwerpunkt auf das Bedienen und Einrichten von CNC-Bearbeitungszentren und Kantenanleimmaschinen, dort wird in Serie produziert statt in Einzelstücken.

Wie wird man Schreiner?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk, Abschluss Tischler oder Schreiner (Gesellenprüfung). Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Räumliches Vorstellungsvermögen und Rechnen sind wichtiger als gute Noten in Deutsch. Wer aus einem anderen Beruf kommt, kann die Ausbildung verkürzt nachholen; ganz ohne Abschluss arbeitet man allenfalls als Helfer in der Produktion, mit deutlich geringerer Bezahlung.

Nach der Gesellenzeit stehen die Meisterschule, die Weiterbildung zum Holztechniker oder Spezialisierungen offen - Restaurierung, Bautischlerei, CNC-Technik, Möbelbau. Der Meisterbrief ist Voraussetzung, um einen Betrieb zu führen und auszubilden.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Plattenmaterial ist schwer, Möbel werden getragen, montiert wird über Kopf und auf Knien. Staub und Lärm gehören zur Werkstatt dazu, Absaugung und Gehörschutz sind Pflicht, Lösemittel in der Oberflächenbehandlung belasten die Atemwege. Kreissäge und Fräse verzeihen keine Unaufmerksamkeit - Unfälle mit Fingerverletzungen sind in diesem Handwerk nicht selten.

Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig, oft mit früherem Beginn als in Büroberufen. Bei Montageterminen und im Messebau kommen Auswärtstermine, längere Tage und gelegentlich Samstagsarbeit dazu. Handwerkliche Genauigkeit im Millimeterbereich wird erwartet, gleichzeitig drückt der Termin- und Preisdruck. Wer beim Kunden montiert, muss auch mit Reklamationen und knappen Baustellenzeitplänen umgehen.

Aussichten

Fachkräfte werden gesucht, viele Betriebe finden weder Auszubildende noch Gesellen. Die Beschäftigung hängt allerdings am Bau: Bricht die Nachfrage nach Neubauten und Innenausbau ein, spüren das Schreinereien schnell. Wer flexibel ist, kann zwischen Handwerksbetrieb, Möbelindustrie, Fensterbau, Ladenbau und Bauelementehandel wechseln.

Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter, Werkstattleiter, Aufmaßtechniker oder in Planung und Verkauf mit CAD. Mit Meisterbrief ist die Selbstständigkeit möglich, ebenso das Studium der Holztechnik oder Innenarchitektur. Spezialisten für Restaurierung, Denkmalpflege oder hochwertigen Innenausbau finden Nischen mit besseren Verdienstmöglichkeiten.

Aufgaben

  • Werkstücke nach technischer Zeichnung zuschneiden und bearbeiten
  • Holzverbindungen herstellen, verleimen und verpressen
  • Oberflächen schleifen, ölen, lackieren oder beschichten
  • Maschinen und CNC-Bearbeitungszentren einrichten und bedienen
  • Aufmaß beim Kunden nehmen und Fertigungsunterlagen erstellen
  • Möbel, Türen, Fenster und Einbauten vor Ort montieren
  • Beschläge, Glas und Dichtungen einbauen
  • Maschinen warten und Werkzeuge schärfen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Tischler oder Schreiner, für Facharbeit üblich vorausgesetzt
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Sicherheit im technischen Zeichnen und Rechnen
  • Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit bei Montagen und keine Allergie gegen Holzstaub oder Lacke
  • Sorgfalt und Maßgenauigkeit im Millimeterbereich
  • Führerschein Klasse B für Montage- und Aufmaßtermine
  • Umgang mit Kunden auf der Baustelle und in der Wohnung

Wo man arbeitet

  • Schreinereien und Tischlereibetriebe
  • Möbel- und Küchenindustrie
  • Fenster- und Bauelementehersteller
  • Ladenbau- und Messebaufirmen
  • Bautischlereien und Innenausbaubetriebe
  • Restaurierungswerkstätten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie mit Abschluss zum Tischler beziehungsweise Schreiner. Nach der Gesellenprüfung sind Meisterschule, Holztechniker oder Spezialisierungen wie Restaurierung und CNC-Technik möglich. Ein Quereinstieg gelingt in der Regel nur über eine verkürzte Ausbildung oder eine Umschulung.

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