Schreiner
Schreiner fertigen und montieren Möbel, Fenster, Türen, Treppen und Innenausbauten aus Holz und Holzwerkstoffen. Sie arbeiten in der Werkstatt an Maschinen und beim Kunden auf der Baustelle.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Schreiner verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.800 € | 45.600 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Region: Der Bundesrahmentarifvertrag für das Tischlerhandwerk wird regional unterschiedlich ausgestaltet, ostdeutsche Betriebe zahlen weiterhin spürbar weniger. In der Möbel- und Holzindustrie liegen die Löhne meist über denen kleiner Handwerksbetriebe, Meister mit Werkstattleitung erreichen den oberen Bereich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Schreiner?
Schreiner – in Norddeutschland Tischler genannt – verarbeiten Massivholz, Sperrholz, Spanplatten, MDF, dazu Glas, Metallbeschläge und Kunststoffe. Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Zuschnitt: Platten auf der Formatkreissäge oder am Plattenaufteilautomaten trennen, Kanten anleimen, Massivholz hobeln und fügen. Danach folgen Verbindungen – Dübel, Lamello, Zinken, Zapfen – und das Verleimen unter Zwingen oder in der Presse. Anschließend wird geschliffen, geölt, gebeizt oder lackiert.
Ein großer Teil der Arbeit findet außerhalb der Werkstatt statt. Beim Kunden wird aufgemaßt, Bestehendes demontiert, Neues eingebaut: Einbauschränke in schiefe Altbauwände einpassen, Türzargen ausrichten, Parkett verlegen, Küchen montieren. Wer im Bautischlerei-Bereich arbeitet, setzt Fenster und Haustüren ein und kümmert sich um Anschlüsse und Dichtungen. In größeren Betrieben kommt CNC-Technik dazu: Bauteile am Rechner konstruieren, Programme erstellen, die Maschine bestücken und die Fertigung überwachen.
Wie wird man Schreiner?
Über eine duale Ausbildung zum Tischler oder zur Tischlerin, drei Jahre lang, im Betrieb und in der Berufsschule. Rechtlich heißt der Ausbildungsberuf bundesweit Tischler, die Bezeichnung Schreiner ist regional üblich und gleichbedeutend. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Wichtig sind saubere Handschrift bei Skizzen, sicheres Rechnen mit Maßen und Flächen sowie räumliches Vorstellungsvermögen.
Nach der Gesellenprüfung ist die Meisterprüfung der klassische nächste Schritt; das Tischlerhandwerk ist zulassungspflichtig, für einen eigenen Betrieb braucht es den Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation. Alternativen sind der Restaurator im Handwerk, der Techniker für Holztechnik oder ein Studium in Holztechnik oder Innenarchitektur. Quereinsteiger kommen vor, meist über eine verkürzte Umschulung; ohne Ausbildung bleibt man Hilfskraft in der Montage.
Was der Beruf verlangt
Körperlich ist die Arbeit fordernd. Platten wiegen, Fenster und Küchenkorpusse müssen zu zweit über Treppen getragen werden, vieles passiert in gebückter oder kniender Haltung. Lärm und Holzstaub gehören zum Alltag, Gehörschutz und Absaugung sind Pflicht. An Kreissäge, Fräse und Hobelmaschine passieren die schwersten Unfälle im Handwerk – Konzentration ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Bestimmte Hölzer und Lackbestandteile können Allergien auslösen.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in kleinen Betrieben aber saisonal ungleich verteilt: Vor Weihnachten und in der Bausaison wird länger gearbeitet. Montagearbeit bedeutet frühe Anfahrten und gelegentlich Übernachtungen. Wer nur Möbel bauen möchte, wird enttäuscht sein – ein großer Teil der Aufträge besteht aus Reparaturen, Türeinbau und Küchenmontage.
Aussichten
Schreiner werden gesucht, viele Betriebe finden keine Auszubildenden und keine Gesellen. Sicher ist der Arbeitsplatz damit in aller Regel. Die Bandbreite reicht vom Zweimannbetrieb mit Einzelanfertigungen bis zur industriellen Möbelfertigung mit Schichtbetrieb. Wer sich auf CNC-Programmierung, Fensterbau, Restaurierung historischer Substanz oder Ladenbau spezialisiert, verbessert seine Position deutlich. Mit dem Meisterbrief stehen Werkstattleitung, Ausbildung von Lehrlingen und die Selbstständigkeit offen – letztere hängt stark von der Baukonjunktur ab.
Aufgaben
- Werkstücke nach Zeichnung zuschneiden, hobeln und fräsen
- Holzverbindungen herstellen, verleimen und verpressen
- Oberflächen schleifen, beizen, ölen oder lackieren
- Beim Kunden aufmessen und Skizzen anfertigen
- Möbel, Türen, Fenster und Einbauten montieren
- CNC-Maschinen einrichten, programmieren und bedienen
- Beschläge einbauen und einstellen
- Reparaturen an Holzbauteilen und Altmöbeln ausführen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Tischler oder Schreiner
- Räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Lesen technischer Zeichnungen
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit bei Montagearbeiten
- Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein an laufenden Maschinen
- Führerschein Klasse B für Montageeinsätze
- Keine Allergie gegen Holzstaub, Leime und Lacke
- Freundlicher Umgang mit Kunden in deren Wohnung
Wo man arbeitet
- Schreinereien und Tischlereibetriebe
- Bau- und Möbeltischlereien
- Möbel- und Fensterindustrie
- Messe- und Ladenbaubetriebe
- Bauunternehmen mit eigener Holzabteilung
- Restaurierungswerkstätten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Tischler beziehungsweise zur Tischlerin mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Nach der Zwischenprüfung im zweiten Jahr wird häufig ein Schwerpunkt gewählt, etwa Bauelemente oder Möbelbau. Wer einen eigenen Betrieb führen will, legt anschließend die Meisterprüfung ab.
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