Was macht ein Schichtleiter Rezeption?
Schichtleiter Rezeption sind während ihrer Schicht die erste Anlaufstelle für Gäste und für das Empfangsteam. Sie checken Gäste ein und aus, weisen Zimmer zu, nehmen Reservierungen an, bearbeiten Stornierungen und Umbuchungen und rechnen am Ende der Schicht die Kasse ab. Dazu kommt die Koordination im Haus: Sie geben Informationen an Housekeeping weiter, melden Defekte an die Technik, sprechen mit dem Restaurant über Frühstückszahlen und informieren die Geschäftsleitung über Auffälligkeiten.
Der zweite Teil der Aufgabe ist die Führung auf Zeit. Schichtleiter teilen die Arbeit unter den anwesenden Rezeptionisten und Auszubildenden auf, springen bei Andrang selbst ein und entscheiden in Beschwerdefällen, ob ein Zimmer getauscht, ein Betrag erlassen oder eine Übernachtung erstattet wird. Bei Überbuchungen organisieren sie Ausweichquartiere. In der Nachtschicht führen sie zusätzlich den Tagesabschluss durch, kontrollieren die Umsätze und übernehmen die Verantwortung für Sicherheit und Brandschutz im ganzen Haus.
Wie wird man Schichtleiter Rezeption?
Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Hotelmanagement, früher Hotelfachfrau bzw. Hotelfachmann. Auch Ausbildungen im Tourismus oder in der Veranstaltungsbranche werden akzeptiert. Nach der Ausbildung arbeitet man üblicherweise zwei bis vier Jahre an der Rezeption, bevor die Schichtleitung übertragen wird. Ein Studium in Hotel- oder Tourismusmanagement verkürzt diesen Weg oft, ersetzt aber die Praxis am Empfang nicht.
Quereinstieg ist möglich und in der Branche verbreitet, etwa aus dem Einzelhandel, aus Callcentern oder aus der Gastronomie. Entscheidend sind sicheres Englisch, Erfahrung im direkten Kundenkontakt und die Einarbeitung in ein Hotelprogramm wie Opera, Protel oder Apaleo. Eine dritte Sprache ist in Städtehotels und in der Ferienhotellerie ein deutlicher Vorteil.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst läuft in Wechselschichten, an Wochenenden und an Feiertagen, in vielen Häusern auch nachts. Wer plant, mit festen Abenden oder freien Sonntagen zu rechnen, wird enttäuscht. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, in Stoßzeiten mit Warteschlange am Pult und gleichzeitig läutendem Telefon. Beschwerden treffen den Schichtleiter zuerst, oft unsachlich und nicht selten spät am Abend, manchmal von Gästen, die getrunken haben.
Dazu kommt die Doppelrolle: Man trägt Verantwortung für Kasse, Team und Ablauf, hat aber selten die Befugnis, grundlegende Entscheidungen zu treffen. Die Bezahlung liegt im Vergleich zu anderen kaufmännischen Tätigkeiten mit ähnlicher Verantwortung niedrig, Zulagen für Nacht- und Feiertagsarbeit machen einen spürbaren Teil des Einkommens aus. Genauigkeit ist Pflicht, denn Kassendifferenzen und falsche Rechnungen fallen auf den Schichtleiter zurück.
Aussichten
Die Hotellerie sucht dauerhaft Personal, besonders für Schichten am Abend und in der Nacht. Erfahrene Kräfte mit Führungsanteil finden ohne lange Suche eine Stelle, auch in anderen Städten oder im Ausland. Von der Schichtleitung führt der Weg zur Front-Office-Leitung, in die Reservierungsabteilung, ins Revenue Management oder in die stellvertretende Hoteldirektion. Kettenhotels bieten dabei klarere Aufstiegsstufen als Privathäuser, verlangen aber häufiger Standortwechsel. Wer aussteigen will, findet mit der Erfahrung Anschluss in Kundenservice, Empfang großer Unternehmen oder Eventorganisation.