Empfangsmitarbeiter
Empfangsmitarbeiter sind die erste Anlaufstelle in Unternehmen, Praxen oder Hotels: Sie begrüßen Besucher, nehmen Telefonate an und halten den Überblick über Termine, Post und Besucherlisten.
69 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Empfangsmitarbeiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.400 € | 2.800 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Entscheidend sind Branche und Trägerschaft: Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD, meist in den Entgeltgruppen 4 bis 6, in Industrie und Kanzleien liegen die Gehälter oft höher, bei Empfangsdienstleistern, in Hotels und in Praxen deutlich darunter. Fremdsprachen und zusätzliche Verwaltungsaufgaben heben das Gehalt spürbar an, Schicht- und Nachtzulagen kommen im Hotelbereich hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Empfangsmitarbeiter?
Der Empfang ist die Stelle, an der ein Betrieb nach außen sichtbar wird. Empfangsmitarbeiter begrüßen Besucher, prüfen Termine, stellen Besucherausweise aus und melden Gäste bei den zuständigen Ansprechpartnern an. Sie nehmen Telefonate an, leiten sie weiter oder notieren Anliegen, wenn niemand erreichbar ist. Dazu kommt ein Bündel an Verwaltungsaufgaben: Post sortieren und verteilen, Kuriere und Paketdienste abwickeln, Besprechungsräume buchen und vorbereiten, Getränke bereitstellen, Büromaterial nachordern, Reisebuchungen oder Taxifahrten organisieren. In Arztpraxen gehören Terminvergabe und Patientenaufnahme dazu, in Hotels Check-in, Check-out und Kassenabrechnung, in Kanzleien und Industrieunternehmen häufig Schriftverkehr, Rechnungsvorbereitung und einfache Buchhaltungsarbeiten.
Der Arbeitstag besteht aus vielen kleinen, gleichzeitig eintreffenden Anforderungen. Das Telefon klingelt, während ein Besucher wartet und der Kurier eine Unterschrift braucht. Wer den Beruf gut ausübt, kann Vorgänge sortieren, ohne dabei unfreundlich zu werden.
Wie wird man Empfangsmitarbeiter?
Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement, Hotelfachkraft oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Auch Medizinische Fachangestellte arbeiten häufig am Praxisempfang. Der Beruf ist zugleich ein verbreiteter Einstieg für Quereinsteiger: Wer Erfahrung im Kundenkontakt hat, etwa aus dem Einzelhandel oder der Gastronomie, und gute Umgangsformen sowie sichere Rechtschreibung mitbringt, hat Chancen auch ohne passenden Abschluss. Englisch wird in vielen Unternehmen erwartet, in international tätigen Betrieben ist es Voraussetzung. Sichere Kenntnisse in Word, Outlook und Excel sowie in Telefonanlagen und Buchungssystemen sind Standard.
Was der Beruf verlangt
Empfangsarbeit bedeutet dauerhafte Präsenz. Die Position darf nicht unbesetzt sein, was Pausen und spontane Abwesenheiten schwierig macht. In größeren Häusern gibt es Früh- und Spätschichten, im Hotel auch Nachtdienste, Wochenend- und Feiertagsarbeit. Der Arbeitsplatz ist meist ein Tresen oder Schreibtisch in einem offenen, oft zugigen und lauten Eingangsbereich, teilweise mit langen Steh- oder Sitzphasen.
Die größere Belastung ist emotional. Empfangskräfte bekommen Ärger ab, der nicht ihnen gilt: verspätete Lieferungen, überfüllte Wartezimmer, verlorene Reservierungen. Freundlich zu bleiben, wenn Menschen ungeduldig oder ausfallend werden, gehört zur Kernanforderung. Gleichzeitig wird die Tätigkeit im Betrieb oft unterschätzt, was sich in der Bezahlung niederschlägt. Viele Stellen liegen im unteren Bereich der kaufmännischen Gehälter, Befristungen und Teilzeitverträge sind häufig, ein Teil der Stellen ist über Dienstleister und Facility-Management-Firmen ausgeschrieben.
Aussichten
Empfangsstellen werden laufend gesucht, weil die Fluktuation hoch ist und fast jeder größere Betrieb, jede Praxis und jedes Hotel eine solche Position braucht. Zugleich fällt ein Teil der Aufgaben weg: digitale Besucheranmeldung, Online-Terminbuchung und Self-Check-in ersetzen Routinen, und in kleineren Unternehmen wird der Empfang mit Assistenz- oder Sekretariatsaufgaben zusammengelegt. Wer sich weiterentwickeln will, übernimmt zusätzliche Verwaltungsaufgaben und wächst in Positionen als Teamassistenz, Office Manager oder Front-Office-Leitung. Fortbildungen in Buchhaltung, Personalsachbearbeitung oder eine Weiterbildung zum Fachwirt für Büro- und Projektorganisation erweitern den Spielraum deutlich.
Aufgaben
- Besucher und Gäste empfangen, anmelden und an Ansprechpartner weiterleiten
- Telefonzentrale bedienen, Gespräche vermitteln und Nachrichten aufnehmen
- Ein- und ausgehende Post, Pakete und Kuriersendungen bearbeiten
- Termine koordinieren und Besprechungsräume buchen und vorbereiten
- Büromaterial verwalten und Bestellungen auslösen
- Schriftverkehr, Listen und einfache Abrechnungen erstellen
- Reisen, Taxis und Übernachtungen für Mitarbeitende organisieren
- Zugangsausweise ausgeben und Besucherlisten führen
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss, meist kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
- Freundliches, verbindliches Auftreten und gepflegtes Erscheinungsbild
- Sichere Rechtschreibung und Ausdrucksfähigkeit in Deutsch
- Englischkenntnisse, in international tätigen Betrieben verhandlungssicher
- Sicherer Umgang mit Office-Programmen, Telefonanlagen und Buchungssystemen
- Organisationstalent und Belastbarkeit bei mehreren Anliegen gleichzeitig
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- oder Feiertagsdienst je nach Branche
Wo man arbeitet
- Unternehmenszentralen und Verwaltungsgebäude
- Hotels und Tagungshäuser
- Arztpraxen, Kliniken und medizinische Zentren
- Anwalts- und Steuerkanzleien
- Autohäuser, Fitnessstudios und Dienstleistungsbetriebe
- Facility-Management- und Empfangsdienstleister
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement, Hotelfachfrau oder Medizinische Fachangestellte, abgeschlossen mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer. Ein eigener Ausbildungsberuf Empfangsmitarbeiter existiert nicht. Quereinstieg ist verbreitet, wenn Erfahrung im Kundenkontakt und gute EDV-Kenntnisse vorliegen; die Einarbeitung erfolgt dann im Betrieb.
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Kaufmann für Büromanagement
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- 2.300 – 4.800 €
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