SAP Inhouse Consultant
SAP-Inhouse-Consultants betreuen die SAP-Systeme des eigenen Unternehmens: Sie passen Module an die Geschäftsprozesse an, beraten die Fachabteilungen und begleiten Einführungs- und Umstellungsprojekte. Der Beruf verbindet IT-Wissen mit betriebswirtschaftlichem Verständnis.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als SAP Inhouse Consultant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.200 € | 72.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 7.800 € | 9.500 € | 93.600 € |
Entscheidend sind Modul, Unternehmensgröße und Branche: In Konzernen der Industrie, bei Banken und Versicherungen liegen die Gehälter deutlich über denen kleinerer Mittelständler. Tarifgebundene Arbeitgeber zahlen nach IG-Metall-Tarif oder TVöD, wo die Einstufung die Spanne nach oben begrenzt, dafür aber Sonderzahlungen und geregelte Arbeitszeiten hinzukommen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein SAP Inhouse Consultant?
SAP-Inhouse-Consultants arbeiten festangestellt in einem Unternehmen und betreuen dort ein oder mehrere SAP-Module, etwa Finanzwesen (FI/CO), Materialwirtschaft (MM), Vertrieb (SD), Produktion (PP) oder Personalwesen (HCM/SuccessFactors). Sie nehmen Anforderungen aus den Fachabteilungen auf, prüfen, ob sich diese im Standard abbilden lassen, und richten das System entsprechend ein. Ein großer Teil der Arbeit ist Customizing über Konfigurationstabellen, dazu kommen Tests, Dokumentation, Schulungen für Anwender und die Bearbeitung von Störungsmeldungen im zweiten oder dritten Support-Level.
Wenn Anpassungen über den Standard hinausgehen, schreiben Inhouse-Consultants Spezifikationen für Entwickler oder programmieren selbst in ABAP. Sie koordinieren externe Dienstleister, planen Releasewechsel und arbeiten in Projekten mit, etwa bei der Umstellung von SAP ERP auf S/4HANA, bei der Anbindung neuer Standorte oder bei der Einführung zusätzlicher Module. Die Rolle sitzt zwischen IT und Fachbereich und lebt davon, beide Seiten zu verstehen.
Wie wird man SAP Inhouse Consultant?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Namen. Der übliche Weg führt über ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Informatik oder einem Ingenieurfach, gefolgt von einem Einstieg als Junior-Consultant oder Key User. Sehr häufig ist der interne Wechsel: Wer in der Buchhaltung, im Einkauf, in der Logistik oder in der Personalabteilung als Key User mit SAP gearbeitet hat, kennt die Prozesse bereits und lernt die Systemseite dazu. Auch Absolventen einer kaufmännischen oder IT-Ausbildung mit einigen Jahren Praxis kommen so in die Rolle.
SAP-Zertifizierungen zu einzelnen Modulen sind verbreitet und werden von Arbeitgebern oft finanziert. Wichtiger als Zertifikate ist meist die nachweisbare Erfahrung mit einem Modul und mit den dahinterliegenden Geschäftsprozessen. Englisch ist in international aufgestellten Unternehmen Arbeitssprache.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, teils im Homeoffice. Belastend sind vor allem Projektphasen: Go-Live-Wochenenden, Jahresabschlüsse und Migrationen bringen Überstunden und Rufbereitschaft mit sich. Zwischen den Projekten dominiert Tagesgeschäft, das oft aus Störungsmeldungen und kleinen Änderungswünschen besteht - wer nur an großen Konzepten arbeiten möchte, wird das als zäh empfinden.
SAP-Systeme sind komplex und ändern sich laufend; ständige Weiterbildung ist Pflicht, nicht Option. Hinzu kommt der Umgang mit Menschen, die widersprüchliche Anforderungen stellen und Systemgrenzen nicht akzeptieren wollen. Geduld, Genauigkeit und die Fähigkeit, technische Sachverhalte verständlich zu erklären, sind mindestens so wichtig wie Systemkenntnis. Reisetätigkeit fällt an, wenn mehrere Standorte oder Werke betreut werden, bleibt aber deutlich unter dem Niveau der externen Beratung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird durch die Umstellung auf S/4HANA und den Wechsel in die Cloud auf Jahre getragen. Erfahrene Consultants mit gefragten Modulkenntnissen finden schnell Stellen; gleichzeitig konkurrieren Unternehmen mit Beratungshäusern um dieselben Leute. Entwicklungswege führen in die Projektleitung, in die Rolle des Solution Architects, in die Leitung eines SAP-Teams oder in die externe Beratung, wo mehr Geld und mehr Reisen warten. Wer sich früh auf ein Nischenmodul spezialisiert, macht sich schwer ersetzbar, bindet sich damit aber auch fachlich fest.
Aufgaben
- Anforderungen der Fachabteilungen aufnehmen und auf SAP-Standard prüfen
- Module über Customizing konfigurieren und testen
- Entwicklungsaufträge spezifizieren und Programmierer beauftragen
- Störungsmeldungen im Second- und Third-Level-Support bearbeiten
- Key User und Anwender schulen, Dokumentation pflegen
- Einführungs-, Migrations- und Releaseprojekte begleiten
- externe Dienstleister und Systemhäuser koordinieren
Voraussetzungen
- Studium in Wirtschaftsinformatik, BWL, Informatik oder vergleichbare Qualifikation, alternativ Praxiserfahrung als Key User
- fundierte Kenntnisse in mindestens einem SAP-Modul
- Verständnis betriebswirtschaftlicher Prozesse im jeweiligen Fachbereich
- Fähigkeit, technische Inhalte für Nichtfachleute zu erklären
- Englischkenntnisse, in internationalen Unternehmen verhandlungssicher
- Bereitschaft zu Überstunden in Projektphasen und zu laufender Weiterbildung
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen mit eigener IT-Abteilung
- Handels- und Logistikkonzerne
- Energieversorger und Stadtwerke
- Banken und Versicherungen
- öffentliche Verwaltung und kommunale Betriebe
- Shared-Service-Center von Unternehmensgruppen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft oder Informatik mit anschließendem Einstieg als Junior-Consultant; bis zur selbstständigen Modulbetreuung dauert es meist zwei bis drei Jahre. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus einem Fachbereich, in dem man als Key User mit SAP gearbeitet hat, ergänzt um SAP-Zertifizierungen zu einzelnen Modulen. Einen geschützten Abschluss mit dieser Berufsbezeichnung gibt es nicht.
Offene Stellen als SAP Inhouse Consultant
In der Suche fortsetzen
SAP Inhouse Consultant (m/w/d)
SAP Inhouse Consultant – Einkauf & Supply Chain (m/w/d)
SAP Inhouse Consultant – Produktion, Qualität & MES Integration (m/w/d)
SAP Inhouse Consultant – Vertrieb & Customer Supply Chain (m/w/d)
SAP Inhouse Consultant (m/w/d) – Logistik
SAP Inhouse Consultant (m/w/d)
SAP Inhouse Consultant (m/w/d)
Verwandte Berufe
Prozessmanager
Prozessmanager analysieren, dokumentieren und verbessern Arbeitsabläufe in Unternehmen und Behörden. Ziel ist es, Durchlaufzeiten zu verkürzen, Fehler zu verringern und Abläufe über Abteilungsgrenzen hinweg aufeinander abzustimmen.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
SAP Berater
SAP-Berater führen Unternehmen bei der Einführung und Anpassung von SAP-Software, analysieren Geschäftsprozesse und übersetzen sie in Systemeinstellungen. Sie arbeiten meist projektweise, oft beim Kunden vor Ort oder remote.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 3.800 – 11.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...