Was macht ein Sandstrahler?
Sandstrahler bearbeiten Oberflächen mit einem Strahlmittel, das unter hohem Druck aus einer Düse geschossen wird. Verwendet werden je nach Aufgabe Korund, Stahlkies, Glasperlen, Schlacke oder Trockeneis - Quarzsand ist wegen der Silikosegefahr in Deutschland weitgehend verboten. Ziel ist entweder das Entfernen einer Schicht, etwa Rost an Stahlträgern, alte Farbe an einem Schiffsrumpf oder Graffiti an einer Fassade, oder das gezielte Aufrauen einer Oberfläche, damit Grundierung und Lack später halten.
Der Alltag beginnt mit der Vorbereitung: Werkstück einrichten oder Baustelle abplanen, Strahlmittel einfüllen, Kompressor und Schlauchleitungen prüfen, Düse und Druck passend zum Material wählen. Beim Strahlen selbst wird das Bauteil systematisch abgefahren, bis der geforderte Reinheitsgrad und die Rauheit erreicht sind. Anschließend werden Oberflächen entstaubt, oft direkt grundiert, weil blanker Stahl innerhalb von Stunden wieder Flugrost ansetzt. Dazu kommen Kontrollen mit Vergleichsmustern und Rauheitsmessgeräten, das Absaugen und Aufbereiten des Strahlmittels und die Entsorgung des Staubs, der bei Altbeschichtungen bleihaltig oder anderweitig belastet sein kann.
Wie wird man Sandstrahler?
Es gibt keine eigene Ausbildung zum Sandstrahler. Der übliche Weg ist der Einstieg als angelernte Kraft in einem Strahl- und Beschichtungsbetrieb, im Stahlbau, in einer Feuerverzinkerei oder bei einem Korrosionsschutzunternehmen. Angelernt wird über Wochen bis Monate an der Seite erfahrener Kollegen. Formale Grundlage ist meist eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, Oberflächenbeschichter, Maler und Lackierer oder in einem Metallberuf.
Wichtig sind Zusatzqualifikationen: Unterweisung nach den Regeln für Strahlarbeiten, arbeitsmedizinische Vorsorge für Atemschutzträger, oft ein Höhenarbeits- oder Gerüstnachweis, Sachkunde für den Umgang mit bleihaltigen Altbeschichtungen. Wer im Korrosionsschutz weiterkommen will, macht Lehrgänge zum Beschichtungsinspektor oder eine Meisterprüfung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer. Der Strahlschlauch wiegt mit Druck mehrere Kilo und schlägt zurück, der Schutzanzug mit Helm und Frischluftzufuhr staut Hitze, der Lärm liegt weit über der Gehörschutzgrenze. Gearbeitet wird in Kabinen mit schlechter Sicht, in Kesseln und Rohren, auf Gerüsten, im Winter draußen. Staub ist trotz Absaugung allgegenwärtig, weshalb Atemschutz keine Formsache ist. Knie, Rücken und Schultern werden beansprucht.
In Werkstattbetrieben sind die Arbeitszeiten regulär, teils im Zweischichtbetrieb. Bei Montagearbeiten - Brücken, Tanks, Industrieanlagen, Windkraft, Schiffe - kommen Auswärtseinsätze, Wochenendarbeit und lange Tage dazu, häufig in engen Zeitfenstern, weil Anlagen stillstehen. Zuverlässigkeit beim Arbeitsschutz und ein Auge für Oberflächen sind das, was gute von mittelmäßigen Kräften unterscheidet.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil: Stahl muss geschützt werden, Brücken, Industrieanlagen und Windenergieanlagen brauchen regelmäßig neuen Korrosionsschutz. Personal zu finden ist für die Betriebe schwierig, wer bleibt und sich weiterbildet, wird gehalten. Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter, Kolonnenführer, in die Qualitätskontrolle als Beschichtungsinspektor oder in die Auftragsvorbereitung. Automatisierte Strahlanlagen verändern die Arbeit in der Serienfertigung, die Handstrahlarbeit an großen und unregelmäßigen Bauteilen bleibt.