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Sandstrahler

Sandstrahler entfernen mit Druckluft und Strahlmitteln Rost, Farbe, Zunder oder Betonreste von Metall, Stein und Beton und bereiten Oberflächen für Beschichtungen vor. Die Arbeit findet in Strahlkabinen, Hallen oder auf Baustellen statt, meist in Schutzanzug und Atemschutz.

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Gehalt

Was man als Sandstrahler verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.400 € 44.400 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Einsatzart: In Betrieben mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder des Maler- und Lackiererhandwerks liegt die Bezahlung deutlich über der vieler nicht tarifgebundener Strahlbetriebe. Montage im Korrosionsschutz bringt über Auslösen, Erschwernis- und Überstundenzuschläge oft mehrere Hundert Euro monatlich zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sandstrahler?

Sandstrahler bearbeiten Oberflächen mit einem Strahlmittel, das unter hohem Druck aus einer Düse geschossen wird. Verwendet werden je nach Aufgabe Korund, Stahlkies, Glasperlen, Schlacke oder Trockeneis - Quarzsand ist wegen der Silikosegefahr in Deutschland weitgehend verboten. Ziel ist entweder das Entfernen einer Schicht, etwa Rost an Stahlträgern, alte Farbe an einem Schiffsrumpf oder Graffiti an einer Fassade, oder das gezielte Aufrauen einer Oberfläche, damit Grundierung und Lack später halten.

Der Alltag beginnt mit der Vorbereitung: Werkstück einrichten oder Baustelle abplanen, Strahlmittel einfüllen, Kompressor und Schlauchleitungen prüfen, Düse und Druck passend zum Material wählen. Beim Strahlen selbst wird das Bauteil systematisch abgefahren, bis der geforderte Reinheitsgrad und die Rauheit erreicht sind. Anschließend werden Oberflächen entstaubt, oft direkt grundiert, weil blanker Stahl innerhalb von Stunden wieder Flugrost ansetzt. Dazu kommen Kontrollen mit Vergleichsmustern und Rauheitsmessgeräten, das Absaugen und Aufbereiten des Strahlmittels und die Entsorgung des Staubs, der bei Altbeschichtungen bleihaltig oder anderweitig belastet sein kann.

Wie wird man Sandstrahler?

Es gibt keine eigene Ausbildung zum Sandstrahler. Der übliche Weg ist der Einstieg als angelernte Kraft in einem Strahl- und Beschichtungsbetrieb, im Stahlbau, in einer Feuerverzinkerei oder bei einem Korrosionsschutzunternehmen. Angelernt wird über Wochen bis Monate an der Seite erfahrener Kollegen. Formale Grundlage ist meist eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, Oberflächenbeschichter, Maler und Lackierer oder in einem Metallberuf.

Wichtig sind Zusatzqualifikationen: Unterweisung nach den Regeln für Strahlarbeiten, arbeitsmedizinische Vorsorge für Atemschutzträger, oft ein Höhenarbeits- oder Gerüstnachweis, Sachkunde für den Umgang mit bleihaltigen Altbeschichtungen. Wer im Korrosionsschutz weiterkommen will, macht Lehrgänge zum Beschichtungsinspektor oder eine Meisterprüfung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich schwer. Der Strahlschlauch wiegt mit Druck mehrere Kilo und schlägt zurück, der Schutzanzug mit Helm und Frischluftzufuhr staut Hitze, der Lärm liegt weit über der Gehörschutzgrenze. Gearbeitet wird in Kabinen mit schlechter Sicht, in Kesseln und Rohren, auf Gerüsten, im Winter draußen. Staub ist trotz Absaugung allgegenwärtig, weshalb Atemschutz keine Formsache ist. Knie, Rücken und Schultern werden beansprucht.

In Werkstattbetrieben sind die Arbeitszeiten regulär, teils im Zweischichtbetrieb. Bei Montagearbeiten - Brücken, Tanks, Industrieanlagen, Windkraft, Schiffe - kommen Auswärtseinsätze, Wochenendarbeit und lange Tage dazu, häufig in engen Zeitfenstern, weil Anlagen stillstehen. Zuverlässigkeit beim Arbeitsschutz und ein Auge für Oberflächen sind das, was gute von mittelmäßigen Kräften unterscheidet.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil: Stahl muss geschützt werden, Brücken, Industrieanlagen und Windenergieanlagen brauchen regelmäßig neuen Korrosionsschutz. Personal zu finden ist für die Betriebe schwierig, wer bleibt und sich weiterbildet, wird gehalten. Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter, Kolonnenführer, in die Qualitätskontrolle als Beschichtungsinspektor oder in die Auftragsvorbereitung. Automatisierte Strahlanlagen verändern die Arbeit in der Serienfertigung, die Handstrahlarbeit an großen und unregelmäßigen Bauteilen bleibt.

Aufgaben

  • Rost, Zunder, Altfarbe und Betonschlämme von Oberflächen abstrahlen
  • Strahlmittel, Düse und Arbeitsdruck passend zum Werkstoff wählen
  • Strahlkabine, Kompressor und Schlauchleitungen einrichten und prüfen
  • Baustellen abplanen, einhausen und Absaugung aufbauen
  • Oberflächenreinheit und Rauheit mit Vergleichsmustern und Messgeräten kontrollieren
  • gestrahlte Bauteile entstauben und grundieren
  • Strahlmittel aufbereiten und belasteten Staub fachgerecht entsorgen
  • Schutzausrüstung tragen, wechseln und instand halten

Voraussetzungen

  • körperliche Belastbarkeit, gesunde Atemwege und Tauglichkeit für Atemschutzgeräte
  • Bereitschaft zu Lärm, Staub, Hitze im Schutzanzug und Arbeit in engen Räumen
  • technisches Verständnis für Druckluftanlagen und Werkstoffe
  • Sorgfalt und Verlässlichkeit im Arbeitsschutz
  • meist Führerschein, bei Montagearbeit Reisebereitschaft
  • hilfreich: Ausbildung in einem Metall-, Maler- oder Beschichtungsberuf
  • je nach Einsatz Höhentauglichkeit und Gerüstnachweis

Wo man arbeitet

  • Strahl- und Beschichtungsbetriebe
  • Stahlbau- und Metallbaufirmen
  • Werften und Schiffsreparaturbetriebe
  • Korrosionsschutzunternehmen im Anlagen- und Brückenbau
  • Feuerverzinkereien und Lackierereien
  • Fassaden- und Bauwerksanierungsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht; der Einstieg erfolgt in der Regel als angelernte Kraft mit betrieblicher Einarbeitung über einige Monate. Wer eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, Oberflächenbeschichter oder in einem Metallberuf mitbringt (drei bis dreieinhalb Jahre, Kammerabschluss), hat bessere Chancen auf höhere Eingruppierung. Pflicht sind Unterweisungen für Strahlarbeiten und die arbeitsmedizinische Vorsorge für Atemschutzträger.

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