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Handwerk & Produktion

Industrielackierer

Industrielackierer beschichten Metall-, Kunststoff- und Holzteile in der Serien- und Einzelfertigung, etwa Fahrzeugkarossen, Maschinen oder Bauteile. Sie bereiten Oberflächen vor, tragen Lack mit Spritzpistole oder Anlagen auf und prüfen das Ergebnis.

13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Industrielackierer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.900 € 4.800 € 46.800 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Löhne deutlich über denen kleiner Lohnbeschichter ohne Tarif. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das tatsächliche Monatsentgelt oft merklich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Industrielackierer?

Industrielackierer bringen Schutz- und Farbschichten auf Werkstücke, die industriell gefertigt werden. Das reicht von Autokarossen und Felgen über Landmaschinen, Stahlkonstruktionen und Schaltschränke bis zu Kunststoffgehäusen und Möbelteilen. Der größere Teil der Arbeit liegt vor dem eigentlichen Lackieren: Oberflächen entfetten, schleifen, strahlen, phosphatieren, Fehlstellen spachteln, Kanten und Gewinde abkleben oder abstopfen. Erst danach wird grundiert, gefüllt, lackiert und getrocknet.

Gelackt wird mit Druckluft- und Airless-Pistolen, elektrostatisch, im Tauchbad, im Pulverbeschichtungsverfahren oder über automatisierte Anlagen mit Robotern. Wer an solchen Anlagen arbeitet, bestückt Gehänge, richtet Programme ein, überwacht Bandgeschwindigkeit, Ofentemperatur und Schichtdicke und greift ein, wenn Läufer, Krater oder Einschlüsse auftreten. Dazu kommt das Mischen und Abtönen von Lacken nach Rezept oder Farbmuster, das Messen von Schichtdicke und Glanzgrad, Haftungsprüfungen und die Dokumentation für die Qualitätssicherung. Reinigen der Kabinen, Pistolen und Filter gehört jeden Tag dazu.

Wie wird man Industrielackierer?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, früher Industrielackierer. Betriebe erwarten in der Regel einen Hauptschul- oder Realschulabschluss; Noten in Chemie, Physik und Mathematik werden angeschaut, weil Mischverhältnisse, Schichtdicken und Werkstoffkunde eine Rolle spielen. Auch Fahrzeuglackierer arbeiten häufig in der Industrie, und viele Betriebe stellen angelernte Kräfte ein, die zunächst abkleben, schleifen und bestücken und sich über Jahre in das Spritzen einarbeiten. Für einen Quereinstieg mit tariflicher Bezahlung ist eine Umschulung oder eine Externenprüfung bei der Industrie- und Handelskammer der sicherere Weg.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Lackierkabinen und Hallen statt, in denen es warm ist, laut sein kann und nach Lösemitteln riecht. Atemschutz, Schutzanzug, Handschuhe und Gehörschutz sind Pflicht, Frischluftmasken bei bestimmten Lacken ebenso. Wer zu Allergien, Asthma oder Hauterkrankungen neigt, kommt hier in Schwierigkeiten; arbeitsmedizinische Vorsorge ist vorgeschrieben. Körperlich wird viel gestanden, gebückt und über Kopf gearbeitet, Teile werden gehoben und gehängt. In der Serienfertigung läuft der Betrieb im Zwei- oder Dreischichtsystem, oft mit Samstagsarbeit. Der Takt gibt das Tempo vor, gleichzeitig zählt jede sichtbare Unregelmäßigkeit als Fehler. Diese Mischung aus Zeitdruck und Sorgfalt fällt vielen schwerer als die körperliche Seite. Farbsehvermögen und ein Blick für Oberflächen sind unverzichtbar.

Aussichten

Beschichtete Bauteile braucht praktisch jede Industrie, und ausgebildete Fachkräfte sind in vielen Regionen knapp, weil der Beruf wenig bekannt ist und die Bewerberzahlen niedrig sind. Automatisierung ersetzt einfache Spritzarbeit in großen Serien, verschiebt die Tätigkeit aber zum Einrichten und Überwachen der Anlagen. Wer sich weiterbildet, kann Industriemeister für Lackiertechnik werden, in die Qualitätssicherung, den Anlagen- oder Applikationssupport wechseln oder für Lackhersteller im technischen Vertrieb arbeiten. Ein Studium der Beschichtungs- oder Oberflächentechnik ist mit Fachhochschulreife möglich. Konjunkturell hängt der Beruf stark an der Automobil- und Maschinenbaubranche.

Aufgaben

  • Oberflächen entfetten, schleifen, strahlen und spachteln
  • Bauteile abkleben, abstopfen und auf Gehänge setzen
  • Lacke nach Rezept mischen, abtönen und Viskosität einstellen
  • Grundierung, Füller und Decklack mit Spritzpistole oder elektrostatisch auftragen
  • Pulverbeschichtungs- und Tauchanlagen einrichten und überwachen
  • Schichtdicke, Glanzgrad und Haftung messen und dokumentieren
  • Lackierfehler wie Läufer, Krater oder Einschlüsse nachbearbeiten
  • Kabinen, Pistolen, Filter und Fördertechnik reinigen und warten

Voraussetzungen

  • Hauptschul- oder Realschulabschluss für die duale Ausbildung
  • normales Farbsehvermögen und Auge für Oberflächen
  • gesunde Atemwege und Haut, keine Lösemittel- oder Lackallergie
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und zum Tragen von Atem- und Körperschutz
  • körperliche Belastbarkeit für Stehen, Bücken und Überkopfarbeit
  • Sorgfalt und Verständnis für Mischverhältnisse und technische Vorgaben

Wo man arbeitet

  • Automobilwerke und Zulieferbetriebe
  • Lohnbeschichtungs- und Pulverbeschichtungsbetriebe
  • Maschinen-, Anlagen- und Stahlbau
  • Hersteller von Metall- und Kunststoffbauteilen
  • Möbel- und Holzwerkstoffindustrie

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Alternativ führt die dreijährige Ausbildung zum Fahrzeuglackierer in verwandte Tätigkeiten. Angelernte können über eine Umschulung oder die Externenprüfung nachträglich einen Abschluss erwerben.

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