Was macht ein Sales Manager?
Sales Manager verkaufen Produkte oder Dienstleistungen an Unternehmen oder Endkunden und verantworten dafür einen Umsatz, ein Gebiet oder eine Kundengruppe. Der Alltag besteht aus Recherche potenzieller Kunden, Telefonaten und Videocalls, Angebotserstellung, Preisverhandlungen und Vertragsabschlüssen. Dazwischen liegt viel Dokumentation: Jeder Kontakt, jede Chance und jeder Abschluss wird im CRM-System erfasst, weil daraus die Umsatzprognose des Unternehmens entsteht.
Im Außendienst kommen Kundenbesuche und Messetermine hinzu, oft mit erheblichem Reiseanteil. Im Innendienst oder im Inside Sales läuft der Kontakt überwiegend über Telefon, E-Mail und Web-Meetings. Bei erklärungsbedürftigen technischen Produkten arbeiten Sales Manager eng mit Technikern oder Produktspezialisten zusammen, bei Softwareunternehmen mit Presales und Customer Success. Wer bereits ein Team führt, verteilt Gebiete, begleitet Verhandlungen und berichtet an die Vertriebsleitung.
Wie wird man Sales Manager?
Es gibt keinen geschützten Ausbildungsweg. Üblich sind ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem fachnahen Bereich, ebenso häufig eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder als Industriekaufmann, mit anschließender Vertriebserfahrung. Wer technische Güter verkauft, kommt oft aus einem technischen Beruf und wechselt später in den Vertrieb.
Der Quereinstieg ist in kaum einem anderen Bürojob so verbreitet. Viele Unternehmen stellen Menschen mit Verkaufserfahrung aus dem Einzelhandel, der Gastronomie oder der Kundenbetreuung ein und schulen das Produktwissen intern. Entscheidend sind Auftreten, Ausdauer und die Bereitschaft, an Zahlen gemessen zu werden. Weiterbildungen wie Fachkaufmann für Vertrieb oder Zertifikate zu Verhandlungsführung und CRM-Systemen sind möglich, aber selten Einstiegsvoraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf steht unter permanentem Zieldruck. Quoten werden monatlich oder quartalsweise gemessen, und ein schwaches Quartal ist sichtbar für alle. Ein großer Teil der Arbeit endet mit Ablehnung: Kaltakquise hat niedrige Erfolgsquoten, und wer Zurückweisung persönlich nimmt, hält das selten lange durch. Die Arbeitszeiten sind meist regulär, dehnen sich aber zum Quartalsende und bei Reisetätigkeit aus. Im Außendienst gehören Übernachtungen, lange Autofahrten und Abendessen mit Kunden dazu, was mit Familienleben schwer vereinbar sein kann.
Ein variabler Gehaltsanteil ist üblich. Er kann das Einkommen deutlich erhöhen, macht es aber auch schwankend und abhängig von Faktoren, die nicht in der eigenen Hand liegen: Produktqualität, Lieferfähigkeit, Konjunktur. Wer Planungssicherheit braucht, sollte auf das Verhältnis von Fixum zu Provision achten.
Aussichten
Vertriebsstellen werden dauerhaft in großer Zahl ausgeschrieben, weil die Fluktuation hoch ist und jedes Unternehmen Umsatz braucht. Besonders gesucht sind Menschen, die technische oder digitale Produkte verkaufen und Branchenwissen mitbringen. Einfache Telefonakquise wird zunehmend durch Automatisierung und Datenanalyse unterstützt, komplexe Verhandlungen bleiben Menschensache.
Entwicklungswege führen zum Key Account Manager mit wenigen großen Kunden, zur Teamleitung, zur Vertriebsleitung oder in die Bereiche Sales Operations und Business Development. Wechsel zwischen Branchen sind möglich, kosten aber meist eine Einarbeitungsphase ohne Abschlüsse.