Was macht ein Sales Manager Export?
Sales Manager Export verkaufen Produkte eines Unternehmens in andere Länder. Sie betreuen bestehende Kunden, Händler und Vertretungen in ihrem Gebiet, suchen neue Abnehmer und begleiten Geschäfte von der ersten Anfrage bis zur bezahlten Rechnung. Der Alltag besteht aus Angebotskalkulationen, Preisverhandlungen, Vertragsabstimmungen und der Klärung von Lieferterminen mit Produktion und Versand. Dazu kommt die Arbeit an den Rahmenbedingungen: Lieferklauseln nach Incoterms festlegen, Zahlungssicherheit über Akkreditive oder Vorkasse klären, Ausfuhrpapiere und Ursprungsnachweise mit dem Versand abstimmen, Exportkontrolllisten prüfen. Ein großer Teil der Kommunikation läuft per Video, Telefon und E-Mail über Zeitzonen hinweg, ergänzt durch Reisen zu Kunden und Auftritte auf internationalen Messen. Umsätze, Margen und Absatzprognosen werden im CRM dokumentiert und regelmäßig gegenüber der Geschäftsführung berichtet.
Wie wird man Sales Manager Export?
Der häufigste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, International Business, Außenwirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Speditionskaufmann, gefolgt von Jahren in der Exportabwicklung oder im Vertriebsinnendienst und einer Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt. Bei technischen Produkten steigen auch Ingenieure und Techniker um, die Anwendungswissen mitbringen. Verhandlungssicheres Englisch ist Grundvoraussetzung, eine zweite Fremdsprache passend zur Region öffnet Türen. Der Einstieg erfolgt meist über den Innendienst oder als Junior im Gebietsteam, wo Angebotswesen und Abwicklung von der Pike auf gelernt werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist zielgetrieben. Umsatzvorgaben, Margenziele und Quartalsberichte bestimmen den Takt, und ausbleibende Abschlüsse werden schnell sichtbar. Reisetätigkeit von einigen Wochen im Jahr bis zu deutlich mehr ist üblich und lässt sich mit festen privaten Verpflichtungen nicht immer bequem vereinbaren. Frühe oder späte Telefontermine mit Asien oder Amerika gehören dazu. Wer Konflikte scheut, hat es schwer: Zwischen Kundenwünschen, Lieferfähigkeit der Produktion und Preisvorgaben der Geschäftsleitung entstehen Spannungen, die der Vertrieb aushalten und auflösen muss. Fehler in Papieren oder bei Exportkontrollvorschriften können teuer werden, Sorgfalt im Detail ist also genauso gefragt wie Verkaufstalent. Hinzu kommt der Umgang mit Sanktionslisten, Handelshemmnissen und Wechselkursrisiken, die sich kurzfristig ändern können.
Aussichten
Deutsche Industrie- und Handelsunternehmen leben vom Auslandsgeschäft, entsprechend besteht anhaltender Bedarf an Vertriebsleuten mit Exporterfahrung und Sprachkenntnissen. Besonders gesucht sind Fachkräfte für Märkte, die sich schwer aus der Ferne bedienen lassen, und für erklärungsbedürftige technische Produkte. Entwicklungswege führen zur Verantwortung für größere Regionen, zur Leitung eines Vertriebsteams, zur Position als Export- oder Vertriebsleiter oder in die Geschäftsführung einer Auslandsgesellschaft. Auch ein Wechsel ins Key-Account-Management, ins Produktmanagement oder in die Handelsvertretung auf eigene Rechnung ist möglich. Geopolitische Spannungen und Zollkonflikte machen die Arbeit anspruchsvoller, erhöhen aber gleichzeitig den Wert von Leuten, die sich in diesem Umfeld auskennen.