Was macht ein Sachbearbeiter Debitorenbuchhaltung?
Die Debitorenbuchhaltung ist die Kundenseite des Rechnungswesens. Wer hier arbeitet, stellt Ausgangsrechnungen, verbucht eingehende Zahlungen und ordnet sie den offenen Posten zu. Wenn Beträge nicht zusammenpassen, weil ein Kunde einen Skontoabzug vorgenommen hat, zwei Rechnungen zusammen bezahlt oder einen Teilbetrag zurückbehält, beginnt die eigentliche Arbeit: klären, nachfragen, korrigieren.
Dazu kommt die Überwachung der Zahlungsfristen. Aus Fälligkeitslisten entstehen Zahlungserinnerungen und Mahnungen, in hartnäckigen Fällen Übergaben an ein Inkassobüro oder an die Rechtsabteilung. Viele Sachbearbeiter führen außerdem Gespräche mit Kunden über Ratenzahlungen und stimmen sich mit Vertrieb und Kundenservice ab, wenn eine Reklamation hinter einer offenen Rechnung steckt. Zum Monats- und Jahresabschluss werden Konten abgestimmt, Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen ermittelt und Salden bestätigt. Gearbeitet wird durchgehend in einem ERP-System, meist SAP, Datev, Microsoft Dynamics oder einer branchenspezifischen Lösung, dazu in Excel.
Wie wird man Sachbearbeiter Debitorenbuchhaltung?
Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekauffrau, Kaufmann für Büromanagement, Steuerfachangestellte oder Kauffrau im Groß- und Außenhandel. Die Debitorenbuchhaltung ist ein klassisches Einstiegsfeld im Rechnungswesen, weil sich die Abläufe gut einarbeiten lassen. Quereinstiege aus anderen kaufmännischen Tätigkeiten sind möglich, besonders wenn Erfahrung mit Zahlen und ERP-Systemen vorhanden ist. Wer sich weiterentwickeln will, absolviert eine Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter; ein betriebswirtschaftliches Studium ist für diese Position nicht erforderlich, kommt aber vor.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark von Wiederholung geprägt. Zahlungseingänge verbuchen, abstimmen, mahnen: das läuft in Zyklen, und wer Abwechslung braucht, wird sich schwertun. Gleichzeitig verlangt der Beruf hohe Genauigkeit, weil falsch zugeordnete Zahlungen sich durch die gesamte Buchhaltung ziehen. Zum Monatsende und beim Jahresabschluss steigt der Druck deutlich, Überstunden sind in diesen Wochen üblich.
Unangenehm empfinden viele das Mahnwesen. Telefonate mit Kunden, die nicht zahlen können oder nicht zahlen wollen, erfordern Ruhe und eine gewisse Härte. Gleichzeitig will der Vertrieb die Kundenbeziehung nicht belasten; zwischen diesen Interessen zu stehen, gehört zum Alltag. Die Tätigkeit ist Bildschirmarbeit im Sitzen, körperlich anspruchslos, dafür oft ermüdend. Die Arbeitszeiten sind regulär, Gleitzeit und teilweise Homeoffice sind verbreitet.
Aussichten
Debitorenbuchhalter werden branchenübergreifend gesucht, weil jedes Unternehmen mit Kundenforderungen arbeitet. Die Nachfrage ist stabil, die Stellen sind allerdings von Automatisierung betroffen: automatische Zahlungszuordnung, elektronischer Rechnungsversand und maschinelles Mahnwesen übernehmen zunehmend die reinen Routinebuchungen. Was bleibt, sind die Klärfälle, die Abstimmung und das Forderungsmanagement. Wer sich darauf einstellt und Systemkenntnisse ausbaut, bleibt gefragt.
Entwicklungswege führen in die Teamleitung eines Debitorenteams, in das Credit Management mit Bonitätsprüfung und Limitvergabe oder über die Bilanzbuchhalterprüfung in die Hauptbuchhaltung. Auch ein Wechsel in Shared-Service-Center großer Konzerne oder in die Systembetreuung des Rechnungswesens ist möglich.