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Gesundheit & Pflege

Rettungssanitäter

Rettungssanitäter fahren Rettungs- und Krankentransportwagen, unterstützen Notfallsanitäter und Notärzte bei Einsätzen und betreuen Patienten auf dem Transport. Die Ausbildung dauert nur wenige Monate und ist häufig der Einstieg in den Rettungsdienst.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Rettungssanitäter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.850 € 3.100 € 34.200 €
Mit Berufserfahrung 2.750 € 3.100 € 3.400 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.350 € 3.700 € 40.200 €

Bei kommunalen Trägern gilt meist der TVöD mit Anhang für den Rettungsdienst (überwiegend Entgeltgruppe 4), bei Hilfsorganisationen eigene Werke wie der DRK-Reformtarifvertrag, der ASB-Tarif oder die AVR der Johanniter und Malteser; private Krankentransportunternehmen ohne Tarifbindung zahlen oft deutlich weniger. Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste machen einen spürbaren Teil des tatsächlichen Einkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Rettungssanitäter?

Rettungssanitäter arbeiten im Rettungsdienst und im qualifizierten Krankentransport. Auf dem Rettungswagen sind sie meist Fahrer und Teampartner eines Notfallsanitäters: Sie steuern das Fahrzeug mit Sonderrechten zum Einsatzort, tragen Ausrüstung, messen Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung, legen das EKG an, lagern Patienten, assistieren bei Reanimation, Infusion und Medikamentengabe und helfen beim Tragen über Treppen. Auf dem Krankentransportwagen sind sie oft selbst verantwortlich für die Versorgung, etwa bei Verlegungen zwischen Kliniken, Fahrten zur Dialyse oder Entlassungen nach Hause. Dazu kommen Fahrzeugcheck zu Schichtbeginn, Desinfektion nach infektiösen Transporten, Auffüllen von Material und die Dokumentation jedes Einsatzes. Ein großer Teil der Einsätze ist keine dramatische Notfallrettung, sondern Routine mit älteren, oft pflegebedürftigen Menschen.

Wie wird man Rettungssanitäter?

Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und umfasst in der Regel 520 Stunden: einen theoretischen Lehrgang, ein Praktikum in einer Klinik, ein Praktikum auf einer Rettungswache und einen Abschlusslehrgang mit staatlicher Prüfung. In Vollzeit dauert das etwa drei bis vier Monate. Angeboten wird sie von Hilfsorganisationen, Berufsfeuerwehren und privaten Rettungsschulen; die Kosten tragen manchmal Arbeitgeber oder die Arbeitsagentur über einen Bildungsgutschein. Ein bestimmter Schulabschluss ist meist nicht vorgeschrieben, wichtig sind Mindestalter, gesundheitliche Eignung und in der Praxis ein Führerschein der Klasse C1, weil Rettungswagen oft mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Der Beruf eignet sich für Quereinsteiger und ist bei vielen ein Zwischenschritt vor der dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter oder vor einem Medizinstudium. Viele beginnen auch ehrenamtlich oder im Freiwilligendienst.

Was der Beruf verlangt

Der Dienst läuft rund um die Uhr in Schichten von häufig zwölf oder mehr Stunden, auch an Wochenenden und Feiertagen. Durch angerechnete Bereitschaftszeiten liegt die Wochenarbeitszeit vielerorts über der üblichen Vollzeit. Körperlich ist die Arbeit hart: Patienten müssen getragen werden, oft aus engen Treppenhäusern, Rückenprobleme sind verbreitet. Hinzu kommen seelische Belastungen durch schwere Verletzungen, Todesfälle, Einsätze mit Kindern sowie zunehmend Beleidigungen und Übergriffe. Gleichzeitig verlangt der Beruf Geduld bei vielen Einsätzen, die eigentlich kein Notfall sind. Die rechtliche Verantwortung ist begrenzt, die Handlungsspielräume sind kleiner als beim Notfallsanitäter, was manche als unbefriedigend empfinden. Wer im Einsatz ruhig bleibt, gut mit fremden Menschen umgehen kann und Belastendes nach Feierabend ablegen kann, kommt mit dem Beruf besser zurecht.

Aussichten

Rettungsdienste suchen bundesweit Personal, die Einsatzzahlen steigen seit Jahren. Eine Stelle zu finden, ist daher meist nicht schwer. Allerdings ist die Bezahlung begrenzt, und auf dem Rettungswagen wird der Notfallsanitäter zunehmend zur Pflichtbesetzung neben dem Rettungssanitäter, sodass Aufstiegschancen vor allem über Weiterbildung entstehen. Naheliegend ist die Ausbildung zum Notfallsanitäter, die manche Arbeitgeber finanzieren. Andere Wege führen in die Integrierte Leitstelle als Disponent, meist mit zusätzlicher Qualifikation, zur Berufsfeuerwehr, in den Werksrettungsdienst, in die Praxisanleitung oder in Desinfektions- und Hygieneaufgaben. Auch ein späterer Wechsel in die Pflege oder ein Studium im Gesundheitsbereich wird durch die Erfahrung erleichtert.

Aufgaben

  • Rettungs- und Krankentransportwagen mit Sonderrechten fahren
  • Vitalwerte messen und EKG anlegen
  • Notfallsanitäter und Notärzte bei Reanimation und Erstversorgung unterstützen
  • Patienten lagern, tragen und während des Transports betreuen
  • Krankentransporte und Verlegungen eigenverantwortlich durchführen
  • Fahrzeug und Medizintechnik zu Schichtbeginn prüfen
  • Fahrzeuge desinfizieren und Material auffüllen
  • Einsätze dokumentieren und Patienten in der Klinik übergeben

Voraussetzungen

  • Staatlich geprüfte Ausbildung zum Rettungssanitäter mit 520 Stunden
  • Führerschein Klasse B, in der Regel auch C1
  • Gesundheitliche Eignung und körperliche Belastbarkeit für das Tragen von Patienten
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten
  • Psychische Stabilität im Umgang mit Verletzung, Krankheit und Tod
  • Ruhiges Auftreten und Kommunikationsfähigkeit gegenüber Patienten und Angehörigen
  • Mindestalter je nach Bundesland und Träger meist 18 Jahre

Wo man arbeitet

  • Rettungswachen von Hilfsorganisationen wie DRK, ASB, Johanniter oder Malteser
  • Berufsfeuerwehren und kommunale Rettungsdienste
  • Private Krankentransport- und Rettungsdienstunternehmen
  • Werksfeuerwehren und Werksrettungsdienste großer Industriebetriebe
  • Sanitätsdienste bei Veranstaltungen

Der Weg in den Beruf

Die landesrechtlich geregelte Ausbildung umfasst rund 520 Stunden aus Theorie, Klinikpraktikum, Praktikum auf der Rettungswache und Abschlusslehrgang und dauert in Vollzeit etwa drei bis vier Monate. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung zum Rettungssanitäter. Wer mehr Verantwortung übernehmen will, schließt oft die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter an.

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