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Gesundheit & Pflege

Pflegefachfrau

Pflegefachkräfte versorgen kranke, alte und pflegebedürftige Menschen im Krankenhaus, im Heim oder zu Hause. Sie übernehmen die Grundpflege, führen ärztliche Anordnungen aus und dokumentieren den Verlauf.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachfrau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.300 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.400 € 52.800 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In kommunalen Kliniken und Heimen gilt der TVöD-P, in kirchlichen Häusern AVR Caritas oder AVR Diakonie, bei den Ländern der TV-L. Privat betriebene Pflegeheime und ambulante Dienste zahlen häufig darunter, dazu kommen Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst sowie Zulagen für Fachweiterbildungen wie Intensivpflege.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Pflegefachmann?

Der Arbeitstag beginnt meist mit der Übergabe: Was ist in der letzten Schicht passiert, wer hat Schmerzen, wer wird heute operiert, wer entlassen. Danach folgt die Versorgung der zugeteilten Patienten oder Bewohner. Dazu gehören Körperpflege, Hilfe beim Ankleiden und Essen, Mobilisation, Lagerung zur Dekubitusvorbeugung und die Begleitung zur Toilette.

Ein zweiter großer Teil ist die Behandlungspflege nach ärztlicher Anordnung: Medikamente stellen und verabreichen, Injektionen setzen, Infusionen anhängen, Blutzucker und Blutdruck messen, Verbände wechseln, Katheter und Sonden versorgen, Vitalzeichen überwachen. Pflegefachkräfte erkennen Verschlechterungen früh, melden sie und handeln im Notfall bis zum Eintreffen der Ärztin.

Dazu kommt Organisation: Pflegeplanung erstellen und anpassen, jede Maßnahme dokumentieren, Angehörige beraten, Pflegehilfskräfte und Auszubildende anleiten, mit Therapie, Küche, Sozialdienst und Hausärzten abstimmen. In der Altenpflege und im ambulanten Dienst ist die Beziehung über Monate und Jahre der Kern der Arbeit, im Krankenhaus wechseln die Menschen schnell.

Wie wird man Pflegefachmann?

Üblich ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt, findet an einer Pflegeschule und in Praxiseinsätzen in Klinik, Langzeitpflege, ambulantem Dienst, Pädiatrie und Psychiatrie statt und wird von Beginn an bezahlt. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss; mit Hauptschulabschluss geht es über eine vorherige Pflegehelferausbildung.

Wer im dritten Jahr einen Schwerpunkt setzt, kann stattdessen den Abschluss Altenpfleger oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger erwerben. Daneben gibt es ein primärqualifizierendes Pflegestudium mit Bachelor. Quereinstieg ist häufig: Verkürzungen für Pflegehelfer und Umschulungen über die Arbeitsagentur sind gängig, ebenso Teilzeitausbildung. Abschlüsse aus dem Ausland müssen anerkannt werden, oft mit Sprachnachweis auf B2-Niveau und Anpassungslehrgang.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit läuft im Schichtdienst, auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Frei geplante Tage werden bei Krankmeldungen nicht selten wieder eingezogen. Körperlich ist der Beruf hart: Heben, Umlagern, Stehen und Gehen über die gesamte Schicht belasten Rücken und Knie, Hilfsmittel sind nicht überall vorhanden.

Schwerer wiegt für viele die psychische Seite. Personalmangel führt dazu, dass für den Einzelnen weniger Zeit bleibt, als fachlich richtig wäre. Sterben, Demenz, Aggression, Ekel und Angehörigenkonflikte gehören zum Alltag. Wer damit umgeht, braucht Belastbarkeit, ein Team, das trägt, und die Fähigkeit, nach der Schicht abzuschalten. Fehler haben Folgen, deshalb sind Sorgfalt und saubere Dokumentation Pflicht.

Aussichten

Die Nachfrage übersteigt das Angebot in allen Regionen und wird durch die Alterung der Bevölkerung weiter steigen. Wer den Abschluss hat, findet praktisch überall eine Stelle und kann den Arbeitgeber wechseln.

Entwicklungswege gibt es viele: Fachweiterbildungen für Intensiv- und Anästhesiepflege, OP, Onkologie, Psychiatrie oder Palliativpflege, Praxisanleitung, Hygiene- oder Wundmanagement. Über die Weiterbildung zur Stationsleitung oder ein Studium in Pflegemanagement führt der Weg in Leitungsfunktionen, über Pflegepädagogik in die Lehre an Pflegeschulen. Auch Beratungsstellen, Krankenkassen und die Selbstständigkeit im ambulanten Dienst sind Optionen.

Aufgaben

  • Grundpflege wie Waschen, Ankleiden, Essen anreichen und Mobilisation
  • Medikamente stellen, verabreichen und dokumentieren
  • Injektionen, Infusionen, Verbandwechsel und Wundversorgung
  • Vitalwerte messen und Verschlechterungen des Zustands erkennen
  • Pflegeplanung erstellen, fortschreiben und Verlauf dokumentieren
  • Angehörige beraten und in die Versorgung einbeziehen
  • Pflegehilfskräfte und Auszubildende anleiten
  • Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und Sozialdienst

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung
  • In der Regel mittlerer Schulabschluss als Zugang zur Ausbildung
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Umlagern und langes Stehen
  • Psychische Stabilität im Umgang mit Leid, Sterben und Aggression
  • Gutes Deutsch in Wort und Schrift, bei ausländischen Abschlüssen meist Niveau B2
  • Impf- und Gesundheitsnachweise nach Infektionsschutzgesetz

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • Pflegeheime und Einrichtungen der Langzeitpflege
  • Ambulante Pflegedienste
  • Rehabilitationskliniken
  • Hospize und Palliativstationen
  • Arztpraxen und medizinische Versorgungszentren

Der Weg in den Beruf

Standardweg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen in Klinik, Alten- und ambulanter Pflege. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung und der Erlaubnis, die Berufsbezeichnung zu führen. Alternativ führt ein drei- bis vierjähriges primärqualifizierendes Pflegestudium zum Bachelor und zur gleichen Berufszulassung.

Offene Stellen als Pflegefachfrau

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