Reifenmonteur
Reifenmonteure wechseln, reparieren und lagern Reifen an Pkw, Transportern und Lkw. Die Arbeit findet in Werkstätten, im Reifenhandel oder im mobilen Pannendienst statt und ist körperlich anstrengend.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Reifenmonteur verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.400 € | 2.700 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.850 € | 3.300 € | 34.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Die Bezahlung richtet sich häufig nach dem Tarifvertrag für das Kraftfahrzeuggewerbe des jeweiligen Bundeslandes, viele kleinere Betriebe zahlen jedoch frei und darunter. Deutlich mehr verdienen Monteure im Nutzfahrzeug- und Pannendienst, wo Nacht-, Wochenend- und Rufbereitschaftszulagen das Monatsentgelt erheblich anheben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Reifenmonteur?
Reifenmonteure demontieren Räder, ziehen alte Reifen von den Felgen, montieren neue und wuchten die Räder aus. Dazu kommen Reifendruckkontrolle, Prüfung der Profiltiefe, Reparatur von Einstichen, Ventilwechsel und das Anlernen der Reifendrucksensoren. Ein großer Teil des Alltags besteht aus dem saisonalen Räderwechsel: In den Wochen um Ostern und im Oktober und November arbeiten Betriebe im Akkord, ein Radwechsel muss dann in wenigen Minuten sitzen. Außerhalb der Saison stehen Einlagerung, Sortierung im Reifenlager, Auslieferung, Verkaufsgespräche an der Theke und einfache Arbeiten an Bremsen und Fahrwerk auf dem Programm. Wer im Nutzfahrzeugbereich arbeitet, hat es mit Lkw- und Landmaschinenreifen zu tun, die mehr als hundert Kilogramm wiegen, und fährt im Pannendienst zu liegengebliebenen Fahrzeugen an die Autobahn.
Wie wird man Reifenmonteur?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker oder die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik, die genau auf dieses Feld zugeschnitten ist. Viele Betriebe stellen aber auch angelernte Kräfte ein und schulen sie intern, gerade vor der Saison. Ein Hauptschulabschluss reicht in der Regel als Zugang, entscheidend sind technisches Verständnis und Zuverlässigkeit. Der Führerschein Klasse B ist praktisch immer nötig, für den mobilen Dienst und den Nutzfahrzeugbereich auch Klasse C. Wer ohne Abschluss einsteigt, sollte auf eine anerkannte Qualifikation hinarbeiten, sonst bleibt die Tätigkeit langfristig eng und schlecht bezahlt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich hart. Räder heben, in gebeugter Haltung schrauben, Reifen von Hand aufziehen, wenn die Maschine nicht greift, das alles über acht Stunden. Rücken, Knie und Handgelenke werden dauerhaft belastet, Schnittverletzungen an Stahlgürteln und Quetschungen kommen vor. Die Halle ist im Winter kalt und zieht, es riecht nach Gummi und Schmierstoff, die Hände sind schwarz. In der Saison sind Überstunden und Samstagsarbeit die Regel, mancher Betrieb arbeitet dann in zwei Schichten. Im Pannendienst gehören Rufbereitschaft, Nachteinsätze und Arbeit im Verkehrsraum dazu. Genauigkeit ist trotz Zeitdruck Pflicht, denn ein falsch angezogenes Rad oder ein übersehener Schaden hat unmittelbare Folgen für die Verkehrssicherheit. Kundenkontakt gehört ebenfalls dazu, oft mit Menschen, die es eilig haben.
Aussichten
Reifenmonteure werden gesucht, vor allem im Nutzfahrzeugbereich und in den Saisonspitzen. Filialisten des Reifenhandels, Autohäuser und freie Werkstätten finden häufig kein Personal, wer eine abgeschlossene Ausbildung mitbringt, hat freie Wahl beim Arbeitgeber. Aufstiegswege führen über die Werkstattleitung, den Verkauf im Reifenfachhandel oder den Meister im Reifen- und Vulkanisationshandwerk, der zur Betriebsleitung und Selbständigkeit berechtigt. Spezialisierungen sind Nutzfahrzeug- und Erdbewegungsreifen, Reifenrunderneuerung und die Betreuung von Fuhrparks. Elektroautos ändern das Berufsbild wenig, sie sind schwerer und verschleißen Reifen schneller, was die Nachfrage tendenziell stützt.
Aufgaben
- Räder demontieren, Reifen von Felgen ziehen und neu montieren
- Räder auswuchten und Reifendruck einstellen
- Reifendrucksensoren prüfen und anlernen
- Profiltiefe und Reifenschäden beurteilen
- Einstiche und Beschädigungen fachgerecht reparieren
- Saisonreifen einlagern, kennzeichnen und verwalten
- Kunden zu Reifenwahl und Verschleiß beraten
- im mobilen Dienst Pannen an Lkw und Pkw beheben
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung im Kfz- oder Reifenbereich, alternativ Anlernen im Betrieb
- körperliche Belastbarkeit und Kraft für schwere Räder
- technisches Verständnis und Sorgfalt beim Anziehen von Verschraubungen
- Führerschein Klasse B, für Nutzfahrzeuge Klasse C
- Bereitschaft zu Überstunden und Samstagsarbeit in der Saison
- Kundenfreundlichkeit im direkten Umgang an der Annahme
Wo man arbeitet
- Filialen des Reifenfachhandels
- Kfz-Werkstätten und Autohäuser
- Nutzfahrzeug- und Speditionswerkstätten
- mobile Reifen- und Pannendienste
- Reifenrunderneuerungsbetriebe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik oder die dreijährige Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker. Beide enden mit einer Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Ein Einstieg als angelernte Kraft ist möglich, führt aber ohne nachgeholte Qualifikation dauerhaft zu geringerer Bezahlung.
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