Was macht ein Quereinsteiger im Installationsbereich?
Der Arbeitsalltag beginnt in der Regel auf der Baustelle oder im Servicefahrzeug. Quereinsteiger tragen Material, verlegen Rohre, schneiden und entgraten Kupfer- oder Verbundrohre, setzen Pressfittings, montieren Heizkörper, bohren Durchbrüche, stemmen Schlitze, ziehen Kabel in Leerrohre und helfen beim Setzen von Verteilern und Unterverteilungen. Wer sich einarbeitet, übernimmt bald ganze Abschnitte selbstständig: Badinstallation im Rohbau, Anschluss einer Wärmepumpe, Austausch eines Heizkessels, Nachrüsten von Zählerschränken.
Dazu kommt die Arbeit rund um die Montage: Material auf dem Lager zusammenstellen, Stücklisten abarbeiten, Aufmaß nehmen, Bauschutt entsorgen, Baustellen sauber hinterlassen. Im Kundendienst kommt der Kontakt mit Bewohnern hinzu, oft in belegten Wohnungen. Bestimmte Arbeiten bleiben Fachkräften vorbehalten: Wer nicht elektrotechnisch qualifiziert ist, darf keine spannungsführenden Anlagen abnehmen, Gasarbeiten setzen eine Eintragung des Betriebs und eine entsprechende Befähigung voraus. Quereinsteiger arbeiten in diesen Bereichen unter Aufsicht.
Wie wird man Quereinsteiger im Installationsbereich?
Es gibt keinen festen Weg. Viele Betriebe stellen Helfer ohne Vorerfahrung ein, weil sie keine Fachkräfte finden, und lernen sie auf der Baustelle an. Vorteilhaft ist handwerkliche Erfahrung aus anderen Bereichen: Metallbau, Bau, Fahrzeugtechnik, Landwirtschaft. Der Führerschein Klasse B ist praktisch überall verlangt.
Wer dauerhaft im Beruf bleiben will, sollte die Qualifikation nachholen. Möglich ist eine Umschulung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, häufig gefördert über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. Ebenso möglich ist die Zulassung zur Abschlussprüfung als Externer, wenn genügend Jahre einschlägiger Berufspraxis nachgewiesen werden. Ergänzend gibt es kurze Nachweise, die auf der Baustelle sofort etwas wert sind: Löten und Pressen, Arbeiten an Trinkwasseranlagen nach den geltenden Regeln, Kältemittelschein, Höhenarbeit, Flurförderzeuge.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Knien, über Kopf arbeiten, schwere Kessel und Rohrbündel tragen, in engen Schächten und ungedämmten Rohbauten arbeiten, im Winter draußen, im Sommer unter dem Dach. Rücken und Knie leiden über die Jahre. Lärm, Staub, Kälte und Feuchtigkeit gehören dazu.
Die Arbeitszeit liegt meist zwischen sechs und sechzehn Uhr, mit Fahrzeiten davor und danach. Auf Termindruck reagieren Betriebe mit Überstunden. Montage auf Großbaustellen bedeutet häufig Wochen auswärts, im Kundendienst kommen Bereitschaftsdienste an Wochenenden hinzu, besonders in der Heizperiode. Als Quereinsteiger arbeitet man anfangs am unteren Rand der Lohnskala und muss Anweisungen annehmen, auch von deutlich jüngeren Gesellen. Wer den Abschluss nicht nachholt, bleibt in der Bezahlung und in den erlaubten Tätigkeiten begrenzt.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Heizungstausch, Wärmepumpen, Trinkwasserhygiene, Ladeinfrastruktur und Sanierung im Bestand binden Kapazität, während viele Gesellen und Meister in den Ruhestand gehen. Betriebe nehmen deshalb Quereinsteiger, die früher kaum eine Chance gehabt hätten.
Der entscheidende Schritt ist der anerkannte Abschluss. Danach stehen Wege offen: Servicetechniker mit eigenem Fahrzeug und Kundenstamm, Spezialisierung auf Wärmepumpen oder Kältetechnik, Obermonteur, Bauleitung, Meisterschule und eigener Betrieb. Ohne Abschluss bleibt man Helfer, mit ihm ist der Beruf krisenfest.