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Quality Manager

Quality Manager planen, überwachen und verbessern die Qualität von Produkten, Dienstleistungen und Abläufen. Sie halten Normen wie die ISO 9001 ein, führen Audits durch und gehen Fehlerursachen systematisch nach.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Quality Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.200 € 6.400 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 9.000 € 81.600 €

Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, in der Chemie und in der Pharmaindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Zulieferer oder Dienstleister. Wer in regulierten Feldern wie Medizintechnik oder Pharmazie mit Zulassungserfahrung arbeitet, verhandelt am oberen Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Quality Manager?

Quality Manager sorgen dafür, dass ein Unternehmen liefert, was es zugesagt hat: gleichbleibende Produktqualität, nachvollziehbare Prozesse, dokumentierte Nachweise. Der Alltag besteht aus drei Blöcken. Erstens das Managementsystem: Prozesse beschreiben, Arbeitsanweisungen aktuell halten, Kennzahlen wie Fehlerquote, Reklamationsrate oder Nachbearbeitungskosten auswerten und dem Management berichten. Zweitens Prüfen: interne Audits in Produktion, Einkauf oder Vertrieb, Lieferantenaudits vor Ort, Vorbereitung und Begleitung der Zertifizierungsaudits externer Stellen. Drittens Fehler bearbeiten: Wenn eine Charge auffällt oder ein Kunde reklamiert, wird die Ursache gesucht, mit Methoden wie 8D-Report, Ishikawa-Diagramm oder 5-Why, danach Maßnahmen festgelegt und ihre Wirksamkeit später überprüft.

Dazu kommen Präventivarbeit in Entwicklungsprojekten, etwa FMEA-Moderation und Erstbemusterung, sowie Schulungen für Beschäftigte. In der Medizintechnik, Pharmazie oder Luftfahrt ist die Rolle stark regulatorisch geprägt und umfasst Zulassungsunterlagen und Behördenkontakt.

Wie wird man Quality Manager?

Es gibt keine Ausbildung mit diesem Titel. Der häufigste Weg führt über ein Studium in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik, Lebensmitteltechnologie, Chemie oder Betriebswirtschaft, gefolgt von einigen Jahren in Produktion, Labor oder Qualitätsprüfung. Der zweite, ebenso verbreitete Weg ist der Aufstieg aus dem Betrieb: eine technische Ausbildung, danach Techniker- oder Meisterprüfung und Erfahrung in der Qualitätssicherung. Wer aus der Prüfung kommt, kennt die Produkte meist genauer als jeder Externe.

Wichtig sind Zusatzqualifikationen, die überall verlangt werden: Qualitätsbeauftragter und Qualitätsmanager nach dem Lehrgangssystem der Deutschen Gesellschaft für Qualität, interner Auditor oder Auditor nach ISO 19011, teilweise Six-Sigma-Green- oder Black-Belt. Diese Kurse dauern Tage bis wenige Wochen und werden oft vom Arbeitgeber bezahlt. Branchenkenntnis ist entscheidend, weil die Regelwerke sich stark unterscheiden: IATF 16949 in der Automobilindustrie, ISO 13485 in der Medizintechnik, HACCP und IFS in der Lebensmittelbranche, GMP in der Pharmazie.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle ist unbequem. Quality Manager müssen Abweichungen benennen, auch wenn ein Termin wackelt oder eine Lieferung dann nicht rausgeht. Wer Konflikten ausweicht, wird in dieser Position übergangen. Gleichzeitig funktioniert die Arbeit nur mit denen, die sie kontrolliert, also braucht es Geduld im Umgang mit Schichtführern, Entwicklern und Vertrieb.

Die Arbeitszeiten sind meist regulär, aber Audits, Kundenbesuche und akute Fehlerfälle erzeugen Spitzen, in denen abends und am Wochenende gearbeitet wird. Reisetätigkeit zu Lieferanten und Werken ist in Industrieunternehmen üblich. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation, was viele unterschätzen und einige langweilt. Nötig sind Genauigkeit, Ausdauer bei Detailfragen, Englisch für Normen und internationale Lieferanten sowie die Fähigkeit, Zahlen verständlich aufzubereiten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Zertifizierungen für viele Kundenbeziehungen Voraussetzung sind und die regulatorischen Anforderungen eher zunehmen. Besonders gesucht sind Fachkräfte in Medizintechnik, Pharmazie, Elektronik und Lebensmittelproduktion. Entwicklungswege führen zur Leitung der Qualitätssicherung, zum Qualitätsmanagementbeauftragten mehrerer Standorte, in angrenzende Felder wie Umwelt-, Energie- oder Arbeitsschutzmanagement, in die Prozessverbesserung mit Lean und Six Sigma oder als Auditor zu einer Zertifizierungsgesellschaft. Auch selbstständige Beratung kleiner Betriebe bei der Erstzertifizierung ist ein gangbarer Weg.

Aufgaben

  • Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 oder branchenspezifischen Normen pflegen
  • interne Audits sowie Lieferanten- und Prozessaudits durchführen
  • Reklamationen und Abweichungen bearbeiten, Ursachen analysieren
  • Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen festlegen und ihre Wirksamkeit prüfen
  • Qualitätskennzahlen erheben, auswerten und an die Geschäftsführung berichten
  • Prüfpläne, Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen erstellen
  • Zertifizierungsaudits externer Stellen vorbereiten und begleiten
  • Beschäftigte in Qualitätsthemen und Methoden schulen

Voraussetzungen

  • Studium in Ingenieurwesen, Naturwissenschaften oder Betriebswirtschaft, alternativ Techniker- oder Meisterabschluss mit Berufserfahrung
  • Kenntnis der einschlägigen Normen und Regelwerke der jeweiligen Branche
  • Zusatzqualifikation als Qualitätsmanager oder Auditor, etwa nach DGQ-Lehrgang
  • Durchsetzungsfähigkeit und Bereitschaft, unangenehme Befunde zu vertreten
  • sorgfältige, strukturierte Arbeitsweise und Freude an Dokumentation
  • Englisch in Wort und Schrift
  • Reisebereitschaft für Lieferanten- und Werksbesuche

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen der Metall-, Elektro- und Automobilbranche
  • Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
  • Lebensmittelhersteller
  • Dienstleistungs- und IT-Unternehmen
  • Zertifizierungs- und Prüfgesellschaften
  • Beratungsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im technischen oder wirtschaftlichen Bereich mit anschließend zwei bis fünf Jahren Praxis in Produktion, Labor oder Qualitätsprüfung. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus einer technischen Ausbildung über Techniker- oder Meisterprüfung. Ergänzt wird beides durch Lehrgänge zum Qualitätsbeauftragten und Qualitätsmanager sowie zum internen Auditor, die je nach Modul einige Tage bis wenige Wochen dauern.

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