Was macht ein Pulverbeschichter?
Pulverbeschichter geben Werkstücken aus Metall ihre endgültige Oberfläche: Fensterrahmen, Heizkörper, Gartenmöbel, Maschinengehäuse, Felgen, Fassadenelemente. Der Arbeitstag beginnt selten mit der Farbe, sondern mit der Vorbehandlung. Teile werden entfettet, gebeizt, gestrahlt oder chromatiert, damit das Pulver später hält. Anschließend hängen die Beschäftigten die Werkstücke an Gestelle und Haken der Förderanlage, decken Gewinde und Bohrungen mit Stopfen und Klebeband ab und prüfen, ob die Erdung sitzt.
Das eigentliche Beschichten geschieht mit einer Sprühpistole, die das Pulver elektrostatisch auflädt, sodass es am geerdeten Metall haftet. Bei Serienteilen übernehmen Automaten den Großteil, von Hand wird nachgearbeitet, was der Automat nicht erreicht: Innenkanten, Hohlräume, Sacklöcher. Danach laufen die Teile in den Einbrennofen, wo das Pulver bei etwa 160 bis 200 Grad zu einem geschlossenen Film verschmilzt. Nach dem Abkühlen folgt die Kontrolle: Schichtdicke messen, Glanzgrad und Farbton mit der Referenz vergleichen, auf Läufer, Krater, Einschlüsse und Entgasungsporen prüfen. Fehlerhafte Teile werden abgestrippt und laufen erneut durch.
Dazu kommen Anlagenarbeiten: Kabine reinigen, Pulver wechseln, Filter tauschen, Ofentemperatur und Bandgeschwindigkeit einstellen, Chargen dokumentieren.
Wie wird man Pulverbeschichter?
Der geregelte Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik im dualen System. Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Ein großer Teil der Beschäftigten kommt allerdings als Quereinsteiger in den Betrieb und wird angelernt, oft aus Lager-, Metall- oder Lackierberufen. Angelernte arbeiten häufig zunächst an Vorbehandlung und Gestellbestückung und übernehmen erst später die Pistole. Wer aus dem Fahrzeug- oder Industrielackieren kommt, findet sich schnell zurecht. Nach der Ausbildung sind der Industriemeister Lack oder eine Technikerweiterbildung möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Teile werden gehoben, an Haken gehängt, über Kopf bestückt, oft im Takt der Anlage. Vor den Öfen und Trocknern ist es warm, in der Vorbehandlung feucht und chemisch belastet. Getragen werden Schutzanzug, Handschuhe, Schutzbrille und je nach Arbeitsplatz Atemschutz. Pulverstaub, Lösemittel in der Vorbehandlung und Isocyanate in manchen Pulvern verlangen sauberes Arbeiten mit der Schutzausrüstung; arbeitsmedizinische Vorsorge ist üblich.
Viele Betriebe fahren Zweischicht, größere Anlagen laufen dreischichtig. Der Ton ist rau, das Tempo hoch, und Nacharbeit kostet Geld, weshalb Sorgfalt bei der Vorbehandlung ständig eingefordert wird. Farbsehtüchtigkeit ist notwendig, ebenso Schwindelfreiheit an manchen Bühnen. Wer Staub, Wärme und monotone Taktarbeit schlecht verträgt, wird hier nicht glücklich.
Aussichten
Pulverbeschichtung gilt als lösemittelarmes Verfahren und hat der Nasslackierung in vielen Bereichen den Rang abgelaufen; der Bedarf ist stabil, besonders in Bauzulieferung und Metallbau. Lohnbeschichter suchen laufend Personal, auch ohne Ausbildung, weil die Fluktuation hoch ist. Konjunkturell hängt die Branche stark am Bau und an der Automobilzulieferung, Auftragseinbrüche schlagen schnell durch.
Entwicklungswege führen zur Anlagenführung, zur Qualitätsprüfung mit Zertifizierung nach GSB oder Qualicoat, in die Arbeitsvorbereitung oder über den Meister in die Schichtleitung. Wer sich auf Sonderverfahren, schwierige Farbtöne oder Qualitätssicherung spezialisiert, ist deutlich besser gestellt als reine Anlagenbediener.