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Projektleiter Umweltplanung

Projektleiter Umweltplanung steuern Umweltgutachten und Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben, etwa Straßen, Windparks oder Leitungen. Sie koordinieren Fachgutachter, Behörden und Auftraggeber und tragen die Verantwortung für Termine, Kosten und fachliche Qualität.

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Gehalt

Was man als Projektleiter Umweltplanung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.700 € 5.600 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.000 € 7.800 € 72.000 €

Entscheidend sind Bürogröße und Auftraggeberseite: kleine Planungsbüros zahlen deutlich weniger als Netzbetreiber, Energiekonzerne oder große Infrastrukturplaner. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 13, dort ist die Spanne eng und die Arbeitszeit besser geregelt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Projektleiter Umweltplanung?

Bevor eine Bahnstrecke, eine Stromleitung oder ein Windpark gebaut werden darf, muss geprüft werden, welche Folgen das Vorhaben für Boden, Wasser, Luft, Tiere und Pflanzen hat. Projektleiter Umweltplanung organisieren diese Prüfungen. Sie erstellen und verantworten Umweltverträglichkeitsstudien, landschaftspflegerische Begleitpläne, artenschutzrechtliche Fachbeiträge und Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzen. Dabei schreiben sie einen Teil der Unterlagen selbst und beauftragen für den Rest Fachgutachter für Fledermäuse, Brutvögel, Lärm oder Grundwasser.

Ein großer Teil der Arbeit ist Koordination. Termine mit Genehmigungsbehörden, Abstimmung mit Trassenplanern und Bauingenieuren, Rückfragen von Naturschutzverbänden, Nachforderungen aus der Behördenprüfung. Hinzu kommt die kaufmännische Seite: Angebote kalkulieren, Nachträge verhandeln, Stunden und Budgets überwachen, Unterauftragnehmer steuern. In Erörterungsterminen und Bürgerinformationsveranstaltungen vertreten Projektleiter die eingereichten Unterlagen und müssen fachliche Einwände sachlich beantworten.

Wie wird man Projektleiter Umweltplanung?

Der Weg führt fast immer über ein Studium: Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur, Umweltplanung, Geografie, Biologie, Ökologie oder Umweltingenieurwesen, meist mit Master. Der Einstieg erfolgt als Sachbearbeiter oder Fachplaner in einem Planungsbüro. Projektleitung übernimmt man üblicherweise nach drei bis sechs Jahren, wenn man mehrere Verfahren vollständig begleitet hat und die einschlägigen Rechtsgrundlagen sicher anwendet: Bundesnaturschutzgesetz, UVP-Gesetz, Wasserhaushaltsgesetz, FFH-Richtlinie.

Quereinstiege gibt es aus Behörden, aus dem Bauingenieurwesen oder aus der Forst- und Agrarwirtschaft. Ohne belastbare Kenntnis des Genehmigungsrechts und ohne Praxis in Gutachtenerstellung ist die Position allerdings schwer zu füllen, weil die Verantwortung für Fristen und Rechtssicherheit unmittelbar an der Projektleitung hängt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Schreibtischarbeit, gelegentlich kommen Geländetermine und Baustellenbegehungen dazu. Belastend sind vor allem die Termine: Genehmigungsverfahren haben harte Fristen, und wenn ein Gutachter liefert oder eine Behörde kurzfristig nachfordert, entstehen Überstunden. Vorhabenträger drängen auf Tempo, Naturschutzrecht verlangt Sorgfalt, und beides muss der Projektleiter zusammenbringen.

Dazu gehört Konfliktfähigkeit. Umweltplanung steht regelmäßig zwischen Investoren, Behörden, Verbänden und Anwohnern. Wer erwartet, mit Umweltplanung vor allem Natur zu schützen, erlebt oft, dass die eigene Rolle darin besteht, Vorhaben rechtssicher genehmigungsfähig zu machen. Verfahren laufen über Jahre, Ergebnisse sind spät sichtbar, und manche Projekte werden nach langer Vorarbeit gestoppt. Reisetätigkeit und Führerschein sind in den meisten Büros vorausgesetzt.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Netzausbau, Windenergie, Bahninfrastruktur und Wasserwirtschaft erzeugen dauerhaft Planungsbedarf, und erfahrene Projektleiter sind auf dem Arbeitsmarkt knapp. Entwicklungswege führen zur Bereichs- oder Niederlassungsleitung, in die Fachexpertise für Artenschutz oder UVP, in die Selbstständigkeit als Gutachter oder auf die Auftraggeberseite zu Netzbetreibern, Projektentwicklern und Infrastrukturunternehmen. Auch Behörden und Vorhabenträger stellen Umweltplaner ein, dort mit geregelteren Arbeitszeiten.

Aufgaben

  • Umweltverträglichkeitsstudien und landschaftspflegerische Begleitpläne erstellen und prüfen
  • artenschutzrechtliche Fachbeiträge und Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzen verantworten
  • Fachgutachter für Fauna, Lärm, Boden und Wasser beauftragen und steuern
  • Genehmigungsunterlagen zusammenstellen und mit Behörden abstimmen
  • Termine, Budgets und Nachträge im Projekt überwachen
  • Vorhaben in Erörterungsterminen und Öffentlichkeitsveranstaltungen vertreten
  • Nachforderungen der Behörden abarbeiten und Stellungnahmen beantworten
  • jüngere Kollegen fachlich anleiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Landschaftsplanung, Umweltplanung, Geografie, Biologie oder Umweltingenieurwesen
  • mehrjährige Praxis in Genehmigungs- und UVP-Verfahren
  • sichere Kenntnis von Bundesnaturschutzgesetz, UVP-Gesetz und FFH-Richtlinie
  • Erfahrung im Umgang mit GIS und CAD-Grundlagen
  • präzises Schreiben und Bereitschaft, in Konflikten sachlich zu bleiben
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Dienstreisen

Wo man arbeitet

  • Planungs- und Ingenieurbüros für Umwelt und Landschaft
  • Umweltabteilungen von Netzbetreibern und Projektentwicklern
  • Bahn-, Straßen- und Wasserbauverwaltungen
  • Genehmigungsbehörden und Landesämter
  • große Bau- und Infrastrukturkonzerne

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- und Masterstudium in Landschaftsplanung, Umweltplanung oder einem verwandten Fach, insgesamt etwa fünf Jahre. Danach folgt der Einstieg als Fachplaner in einem Planungsbüro; die Projektleitung wird meist nach drei bis sechs Jahren Berufserfahrung übertragen. Eine geregelte Aufstiegsfortbildung gibt es nicht, Weiterbildungen zu Projektmanagement und Umweltrecht sind aber verbreitet.

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