Landschaftsplaner
Landschaftsplaner entwickeln Konzepte für die Nutzung und Entwicklung von Freiräumen, Landschaften und Grünflächen. Sie erstellen Fachbeiträge zu Bauleitplänen, Umweltprüfungen und Eingriffsbewertungen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Landschaftsplaner verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.100 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.300 € | 6.800 € | 63.600 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist E 10 bis E 13 je nach Abschluss und Verantwortung; kleine Planungsbüros zahlen häufig deutlich darunter, während Netzbetreiber und große Infrastrukturplaner am oberen Rand liegen. Belastbare Artenkenntnis und Erfahrung mit Genehmigungsverfahren wirken sich stärker aus als die Zahl der Berufsjahre.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Landschaftsplaner?
Landschaftsplaner arbeiten an der Schnittstelle von Naturschutz, Bauwesen und Verwaltung. Sie erfassen, wie eine Landschaft aufgebaut ist, welche Arten dort leben, wie Boden, Wasser und Klima zusammenwirken, und leiten daraus ab, was an einem Ort zulässig ist und was nicht. Konkret heißt das: Biotoptypen im Gelände kartieren, Bestandsdaten in ein Geoinformationssystem übertragen, Eingriffs- und Ausgleichsbilanzen rechnen, Landschaftspläne und Grünordnungspläne zeichnen, Umweltberichte zu Bauleitplänen schreiben, artenschutzrechtliche Prüfungen für Straßen, Windparks oder Gewerbegebiete erstellen.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Text und Karte. Gutachten müssen so formuliert sein, dass sie im Genehmigungsverfahren und notfalls vor Gericht Bestand haben. Dazu kommen Abstimmungen mit Behörden, Vorhabenträgern, Fachgutachtern und Bürgerinitiativen, Präsentationen in Gemeinderäten und Auslegungsterminen. Die Feldarbeit ist saisonal: Brutvogelkartierungen im Frühjahr, Fledermauserfassungen im Sommer, Vegetationsaufnahmen zur Blütezeit. Im Winter dominiert die Auswertung am Schreibtisch.
Wie wird man Landschaftsplaner?
Üblich ist ein Studium der Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur, Umweltplanung, Geografie oder Landschaftsökologie an einer Hochschule oder Universität. Der Bachelor dauert sechs bis sieben Semester, der Master weitere drei bis vier. Für Gutachtenverantwortung und für Stellen im höheren Dienst wird meist der Master erwartet, für zeichnerische und kartierende Tätigkeiten reicht oft der Bachelor.
Quereinstiege kommen aus benachbarten Fächern: Biologie mit guter Artenkenntnis, Forstwirtschaft, Agrarwissenschaft, Raumplanung. Entscheidend ist dann der Nachweis praktischer Fähigkeiten, vor allem sichere Bestimmung von Pflanzen und Tiergruppen und Routine in GIS-Software. Wer in die öffentliche Verwaltung will, kann nach dem Studium ein Referendariat für den technischen Verwaltungsdienst anschließen.
Was der Beruf verlangt
Die Artenkenntnis, die der Beruf voraussetzt, lässt sich nicht in einem Semester erwerben. Sie wächst über Jahre und muss gepflegt werden. Wer Vögel nicht am Gesang unterscheidet oder Gräser nicht bestimmen kann, ist in der Erfassung nicht einsetzbar.
In Planungsbüros bestimmen Abgabefristen den Rhythmus. Vor der Einreichung eines Genehmigungsantrags werden Überstunden normal, und in der Kartiersaison beginnen Erfassungen vor Sonnenaufgang oder laufen bis in die Nacht. Gelände heißt nasse Füße, Zecken, Hitze und Mücken. Die Bezahlung in kleinen Büros liegt deutlich unter dem, was Ingenieurbüros anderer Fachrichtungen zahlen, befristete Projektstellen sind verbreitet.
Hinzu kommt eine inhaltliche Belastung: Landschaftsplaner schreiben oft Gutachten für Vorhaben, die sie fachlich kritisch sehen. Der eigene Beitrag mildert Eingriffe, verhindert sie selten. Wer damit schlecht umgehen kann, hält den Beruf auf Dauer schwer aus. Ebenso gehört Kritik von beiden Seiten dazu: Vorhabenträgern gilt die Prüfung als Bremse, Naturschutzverbänden als Feigenblatt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Teilbereichen hoch. Der Ausbau von Windkraft, Photovoltaik, Stromnetzen und Bahnstrecken erzeugt große Mengen an Umwelt- und Artenschutzgutachten, ebenso Gewässerrenaturierung, Moorschutz und Klimaanpassung in Städten. Fachkräfte mit belastbarer Artenkenntnis sind in vielen Regionen knapp.
Entwicklungswege führen zur Projektleitung im Büro, zur eigenen Selbstständigkeit als Gutachter, in kommunale Umwelt- und Grünflächenämter, in Naturschutzbehörden auf Kreis- und Landesebene oder zu Vorhabenträgern wie Netzbetreibern und Verkehrsverwaltungen. Spezialisierungen auf einzelne Artengruppen, auf wasserrechtliche Verfahren oder auf Kompensationsflächenmanagement erhöhen die Verhandlungsposition erheblich.
Aufgaben
- Biotoptypen und Arten im Gelände kartieren
- Landschafts-, Grünordnungs- und Pflegepläne erstellen
- Umweltberichte und Umweltverträglichkeitsstudien schreiben
- Eingriffs- und Ausgleichsbilanzen berechnen
- artenschutzrechtliche Prüfungen für Bauvorhaben durchführen
- Bestands- und Planungsdaten in GIS aufbereiten
- Ergebnisse in Behördenterminen und Gemeinderäten vorstellen
- Ausgleichsmaßnahmen ausschreiben und deren Umsetzung begleiten
Voraussetzungen
- Studium der Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur, Umweltplanung oder Landschaftsökologie
- gute Kenntnis heimischer Pflanzen und mindestens einer Tiergruppe
- Routine in GIS-Software und CAD
- Kenntnis von Naturschutz-, Bau- und Wasserrecht
- Bereitschaft zu Geländearbeit bei jedem Wetter und zu frühen Erfassungszeiten
- Fähigkeit, komplexe Sachverhalte prüffest zu formulieren
- Führerschein Klasse B
Wo man arbeitet
- Landschaftsplanungs- und Umweltgutachterbüros
- kommunale Umwelt-, Grünflächen- und Stadtplanungsämter
- Naturschutzbehörden von Kreisen und Ländern
- Ingenieurbüros für Verkehrs- und Energieinfrastruktur
- Netzbetreiber und Projektentwickler für erneuerbare Energien
- Naturparke, Biosphärenreservate und Naturschutzverbände
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium der Landschaftsplanung oder eines verwandten Umweltfachs mit sechs bis sieben Semestern, häufig gefolgt von einem Master mit drei bis vier Semestern. Für Leitungsfunktionen im Büro und Stellen im höheren Verwaltungsdienst gilt der Master als Standard, im öffentlichen Dienst zusätzlich das technische Referendariat.
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- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 2.900 – 6.800 €
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