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Platform Engineer

Platform Engineers bauen und betreiben die interne Entwicklungsplattform eines Unternehmens: Build-Pipelines, Kubernetes-Cluster, Cloud-Infrastruktur und Werkzeuge, mit denen Softwareteams ihre Anwendungen ausliefern. Der Beruf liegt zwischen Softwareentwicklung und IT-Betrieb.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Platform Engineer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.300 € 9.500 € 87.600 €

Die Gehälter werden fast immer frei verhandelt und liegen daher weit auseinander: Große Softwareunternehmen und Konzerne in Ballungsräumen zahlen deutlich mehr als Mittelständler oder öffentliche IT-Dienstleister, die meist nach TVöD oder TV-L vergüten. Rufbereitschaft wird je nach Arbeitgeber pauschal oder gar nicht zusätzlich abgegolten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Platform Engineer?

Platform Engineers stellen die technische Grundlage bereit, auf der Entwicklungsteams arbeiten. Sie richten Cloud-Umgebungen bei AWS, Azure oder Google Cloud ein, beschreiben diese Infrastruktur als Code mit Terraform oder Pulumi und betreiben Container-Plattformen, meist auf Basis von Kubernetes. Sie bauen CI/CD-Pipelines, damit Code automatisch getestet, gebaut und ausgeliefert wird, und kümmern sich um Monitoring, Logging und Alerting, damit Störungen früh auffallen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Servicearbeit für andere Teams: Zugriffsrechte klären, ein hängendes Deployment analysieren, ein Basis-Image aktualisieren, einem Entwickler erklären, warum sein Pod nicht startet. Dazu kommen Sicherheitsthemen, Kostenkontrolle in der Cloud und Bereitschaft für den Fall, dass nachts ein Cluster ausfällt. Wer die Rolle als reine Programmiertätigkeit versteht, wird überrascht sein, wie viel Kommunikation und Dokumentation dazugehören.

Wie wird man Platform Engineer?

Es gibt keine eigene Ausbildung. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Technischen Informatik, häufig ist auch der Weg über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung mit anschließenden Jahren im Betrieb. Viele kommen als Quereinsteiger aus der Systemadministration, dem Netzwerkbereich oder der Softwareentwicklung.

Entscheidend ist nachweisbare Praxis: Linux-Kenntnisse, Erfahrung mit Git, mindestens eine Skriptsprache, meist Python oder Go, und Vertrautheit mit einer Cloud-Plattform. Zertifikate wie Certified Kubernetes Administrator oder die Cloud-Zertifizierungen der Anbieter helfen beim Einstieg, ersetzen aber keine Projekterfahrung. Ein öffentlich einsehbares Repository mit eigenen Automatisierungen wirkt in Bewerbungen oft mehr als ein Abschlusszeugnis.

Was der Beruf verlangt

Die Werkzeuge wechseln schnell. Was heute Standard ist, kann in drei Jahren als Altlast gelten, und Einlesen findet oft in der Freizeit statt. Wer keine Freude daran hat, sich dauerhaft neu einzuarbeiten, wird den Beruf als anstrengend erleben.

Die Verantwortung ist hoch: Fällt die Plattform aus, stehen alle Entwicklungsteams still. Rufbereitschaft, Wartungsfenster am Wochenende und Störungen zur Unzeit gehören in vielen Unternehmen dazu, ebenso Zeitdruck bei Sicherheitslücken. Die Arbeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm, häufig remote oder hybrid. Frustrierend kann sein, dass gute Plattformarbeit unsichtbar bleibt: Aufmerksamkeit gibt es meist erst, wenn etwas kaputt ist. Gleichzeitig verlangt die Rolle Geduld mit den internen Nutzern und die Fähigkeit, technische Sachverhalte verständlich zu erklären.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Nahezu jedes Unternehmen, das eigene Software betreibt, braucht Menschen für Cloud-Infrastruktur und Deployment-Automatisierung, und erfahrene Kräfte sind schwer zu finden. Wettbewerb entsteht eher am Einstieg, weil viele Stellen mehrere Jahre Erfahrung fordern.

Entwicklungswege führen in die Spezialisierung, etwa in Site Reliability Engineering, Cloud-Sicherheit oder Datenplattformen, in die Rolle des technischen Architekten oder in die Leitung eines Plattformteams. Auch der Wechsel in die Beratung oder zu einem Cloud-Anbieter ist verbreitet. Wer die Grundlagen beherrscht, ist nicht an eine Branche gebunden: Die Kompetenzen werden in Industrie, Handel, Finanzwesen und öffentlicher Verwaltung gleichermaßen gebraucht.

Aufgaben

  • Cloud-Infrastruktur mit Terraform oder vergleichbaren Werkzeugen beschreiben und bereitstellen
  • Kubernetes-Cluster einrichten, aktualisieren und überwachen
  • CI/CD-Pipelines für Build, Test und Deployment aufbauen und pflegen
  • Monitoring, Logging und Alerting konfigurieren und Störungen analysieren
  • Entwicklungsteams bei Deployments, Zugriffsrechten und Fehlersuche unterstützen
  • Sicherheitsupdates einspielen und Schwachstellen in Images und Abhängigkeiten schließen
  • Cloud-Kosten auswerten und Ressourcennutzung optimieren
  • Plattformnutzung dokumentieren und interne Standards festhalten

Voraussetzungen

  • Studium der Informatik oder Ausbildung im IT-Bereich mit Berufspraxis, alternativ nachweisbare Projekterfahrung
  • sichere Linux-Kenntnisse und Erfahrung auf der Kommandozeile
  • Programmier- oder Skripterfahrung, meist Python, Go oder Bash
  • Vertrautheit mit einer Cloud-Plattform sowie mit Git und Containern
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Wartungsarbeiten außerhalb der Kernzeit
  • Englisch in Wort und Schrift, da Dokumentation und Community englischsprachig sind
  • Fähigkeit, technische Zusammenhänge für andere Teams verständlich zu erklären

Wo man arbeitet

  • Softwareunternehmen und SaaS-Anbieter
  • IT-Abteilungen größerer Industrie-, Handels- und Finanzunternehmen
  • IT-Dienstleister und Beratungshäuser
  • Cloud- und Hosting-Anbieter
  • Behörden und öffentliche IT-Dienstleister

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über ein Informatikstudium in drei bis fünf Jahren oder über eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Danach folgen in der Regel zwei bis vier Jahre in der Systemadministration oder Softwareentwicklung, bevor die Plattformrolle übernommen wird. Ergänzend sind Zertifizierungen zu Kubernetes oder einer Cloud-Plattform verbreitet.

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