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Gesundheit & Pflege

Pflegefachkraft im Nachtdienst

Pflegefachkräfte im Nachtdienst versorgen Patientinnen und Bewohner zwischen spätem Abend und frühem Morgen, oft allein oder in sehr kleiner Besetzung. Sie überwachen, pflegen, reagieren auf Notfälle und übergeben am Morgen an den Frühdienst.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Pflegefachkraft im Nachtdienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.400 € 3.700 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.800 € 4.200 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €

In Kliniken gilt meist der TVöD-P oder der TV-L, bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie, in der privaten Altenpflege oft Haustarife nahe dem Pflegemindestlohn. Im Nachtdienst kommen zu den hier genannten Grundgehältern Nachtzuschläge und Schichtzulagen hinzu, die teilweise steuerfrei sind und das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft im Nachtdienst?

Der Dienst beginnt meist zwischen 20 und 22 Uhr mit der Übergabe vom Spätdienst. Danach folgen Kontrollrundgänge: Vitalzeichen messen, Infusionen und Drainagen prüfen, Menschen umlagern, Inkontinenzmaterial wechseln, Schmerzmittel und Bedarfsmedikation verabreichen. Im Krankenhaus kommen Neuaufnahmen aus der Notaufnahme, Blutentnahmen für den Morgen und die Vorbereitung von Patienten für Operationen hinzu. In Pflegeheimen geht es stärker um unruhige, verwirrte oder sterbende Bewohner, um Sturzprävention und um die Begleitung von Menschen, die nachts nicht schlafen können. Zwischen den Runden werden Medikamente für den nächsten Tag gestellt, Pflegedokumentation geführt und Material aufgefüllt. Verschlechtert sich der Zustand eines Menschen, entscheidet die Pflegefachkraft, ob der diensthabende Arzt, der Rettungsdienst oder der Bereitschaftsarzt gerufen wird. Am Morgen folgt die Übergabe an den Frühdienst.

Wie wird man Pflegefachkraft im Nachtdienst?

Voraussetzung ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz, die in Vollzeit an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen in Klinik, Altenpflege und ambulanter Pflege stattfindet. Auch frühere Abschlüsse in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege berechtigen zur Arbeit. Alternativ gibt es primärqualifizierende Pflegestudiengänge. Wer ohne Fachausbildung einsteigen will, kann zunächst als Pflegehilfskraft oder nach einer ein- bis zweijährigen Pflegefachassistenzausbildung arbeiten und die Fachausbildung danach verkürzt anschließen. Eine eigene Ausbildung für den Nachtdienst gibt es nicht; viele Arbeitgeber setzen aber einige Jahre Berufserfahrung voraus, weil nachts die ärztliche und kollegiale Unterstützung fehlt.

Was der Beruf verlangt

Nachtarbeit greift in den Körper ein. Schlafstörungen, Verdauungsprobleme und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind gut belegt, das Familien- und Sozialleben verschiebt sich. Dienste dauern häufig zehn Stunden, in Dauernachtwachen oft mehrere Nächte am Stück. Hinzu kommt die Verantwortung: In vielen Heimen ist eine Fachkraft nachts für 40 bis 60 Bewohner zuständig, auf Klinikstationen für eine ganze Station, oft nur mit einer Hilfskraft. Personalmangel führt dazu, dass Ausfälle kurzfristig gedeckt werden müssen. Die Arbeit ist körperlich anstrengend durch Heben und Lagern, und Entscheidungen in Notfällen müssen ohne Rückfrage getroffen werden. Wer nachts gut funktioniert, schätzt dagegen die ruhigeren Phasen, die größere Eigenständigkeit und die Zuschläge.

Aussichten

Pflegefachkräfte werden bundesweit gesucht, für Nachtdienste besonders, weil viele Beschäftigte sie meiden. Feste Nachtwachen sind daher meist leicht zu finden, auch in Teilzeit. Entwicklungswege führen über Fachweiterbildungen etwa in Intensivpflege, Anästhesie, Palliative Care oder Gerontopsychiatrie, in die Nachtdienst- oder Stationsleitung, in die Praxisanleitung oder über ein Studium in Pflegepädagogik und Pflegemanagement. Wer dauerhaft nachts arbeitet, sollte frühzeitig überlegen, wie lange das gesundheitlich tragbar ist, denn der Wechsel zurück in den Tagdienst ist jederzeit möglich und wird von vielen Arbeitgebern gern gesehen.

Aufgaben

  • Vitalzeichen messen und Zustand von Patienten oder Bewohnern überwachen
  • Menschen umlagern, waschen und bei Inkontinenz versorgen
  • Medikamente verabreichen und für den Folgetag stellen
  • Infusionen, Zugänge und Drainagen kontrollieren
  • Notfälle erkennen und Arzt oder Rettungsdienst verständigen
  • Neuaufnahmen in der Nacht übernehmen
  • Unruhige, verwirrte oder sterbende Menschen begleiten
  • Pflegedokumentation führen und an den Frühdienst übergeben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann oder gleichwertiger Abschluss
  • Staatliche Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
  • Berufserfahrung, da nachts oft allein entschieden werden muss
  • Sicherheit in Notfallmaßnahmen und Erster Hilfe
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben und Lagern
  • Gesundheitliche Eignung für dauerhafte Nachtarbeit

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Stationäre Pflegeheime
  • Rehabilitationskliniken
  • Hospize
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Intensivpflege-Wohngemeinschaften und ambulante Intensivpflege

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, alternativ ein primärqualifizierendes Pflegestudium mit Bachelorabschluss. Für den Nachtdienst gibt es keine eigene Qualifikation, viele Arbeitgeber erwarten aber ein bis zwei Jahre Berufserfahrung im Tagdienst.

Offene Stellen als Pflegefachkraft im Nachtdienst

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