Monteur Rückbau im Kernkraftwerk
Monteure im Rückbau demontieren Anlagenteile stillgelegter Kernkraftwerke, zerlegen kontaminierte Komponenten und bereiten Material für die Freigabe oder Endlagerung vor. Die Arbeit findet in Strahlenschutzbereichen unter strenger Überwachung statt.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Monteur Rückbau im Kernkraftwerk verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € |
Viele Rückbaubetriebe zahlen nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder nach Haustarifen der Energieversorger, was deutlich über dem Bau- oder Industrieservicetarif liegt. Zulagen für Strahlenschutzbereiche, Schicht, Atemschutz und Montageeinsätze machen einen erheblichen Teil des tatsächlichen Verdienstes aus und sind in den Werten nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Monteur Rückbau im Kernkraftwerk?
Wenn ein Kernkraftwerk abgeschaltet ist, beginnt eine Arbeit, die Jahrzehnte dauert: Rohrleitungen, Pumpen, Wärmetauscher, Behälter und schließlich der Reaktordruckbehälter selbst müssen zerlegt und aus dem Gebäude gebracht werden. Monteure im Rückbau trennen Komponenten mit Sägen, Trennschleifern, Plasma- oder Seilschneidtechnik, lösen Schraub- und Schweißverbindungen und bauen Gerüste, Einhausungen und Absaugungen auf. Ein Teil der Arbeit läuft unter Wasser oder mit Manipulatoren fernbedient, weil die Dosisleistung ein direktes Herangehen nicht erlaubt.
Zur Demontage gehört das Dekontaminieren: Oberflächen werden gestrahlt, gefräst, chemisch behandelt oder abgetragen, bis die Reststrahlung unter den Grenzwerten liegt. Material wird sortiert, in Behälter verpackt, dokumentiert und der Freimessung zugeführt. Jeder Schritt ist vorher schriftlich festgelegt und wird protokolliert. Ohne diese Dokumentation gilt eine Arbeit als nicht erledigt.
Wie wird man Monteur Rückbau im Kernkraftwerk?
Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene gewerblich-technische Ausbildung, meist Industriemechaniker, Anlagenmechaniker, Rohrleitungsbauer, Schlosser oder Elektroniker für Betriebstechnik. Der kerntechnische Teil kommt danach: eine Strahlenschutzunterweisung nach Strahlenschutzverordnung, der Nachweis der arbeitsmedizinischen Eignung nach G 26 für Atemschutz und die Zuverlässigkeitsüberprüfung, ohne die niemand ein Kontrollbereich betritt. Viele Arbeitgeber schulen Neueinsteiger mehrere Wochen intern, bevor sie im Kontrollbereich eingesetzt werden.
Quereinstieg aus dem Anlagenbau, der Schweißtechnik oder dem Industrieservice ist möglich und in der Praxis häufig, weil Fachkräfte knapp sind. Wer Schweißerprüfungen, Höhenrettungs- oder Krankenkenntnisse mitbringt, findet leichter eine Stelle.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer. Vollschutzanzug, Atemschutz und Handschuhe machen jede Bewegung mühsam, in der Einhausung wird es heiß, Einsatzzeiten sind deshalb begrenzt. Enge Räume, Arbeiten über Kopf, Lärm und Staub gehören dazu. Wer klaustrophobisch reagiert oder Atemschutz nicht verträgt, ist im Kontrollbereich fehl am Platz.
Die Strahlenexposition wird personendosimetrisch überwacht und bleibt bei ordnungsgemäßem Vorgehen deutlich unter den Grenzwerten, dennoch ist sie ein Faktor, mit dem man leben muss. Dazu kommt eine Vorschriftendichte, die manche als lästig erleben: kein Handgriff ohne Freigabe, keine Abweichung ohne Rückfrage. Schichtarbeit ist verbreitet, ebenso Montageeinsätze mit Übernachtung, weil Rückbauprojekte über die Republik verteilt sind und Personal zwischen Standorten wechselt.
Aussichten
Alle deutschen Leistungsreaktoren sind abgeschaltet, der Rückbau der Standorte läuft bis weit in die 2030er Jahre, an einzelnen Anlagen länger. Dazu kommen Forschungsreaktoren, Zwischenlager und Rückbauprojekte im europäischen Ausland, für die deutsche Firmen Personal stellen. Die Nachfrage nach erfahrenen Monteuren ist stabil und übersteigt derzeit das Angebot.
Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter oder Kolonnenführer, zur Strahlenschutzfachkraft, zum geprüften Kerntechniker oder in die Arbeitsvorbereitung und Projektsteuerung. Auch ein Wechsel in den konventionellen Industrierückbau, in die Dekontaminationstechnik oder in die Abfallbehandlung ist möglich. Wer langfristig plant, sollte einkalkulieren, dass Rückbau ein befristetes Geschäft mit klarem Ende ist und Standorte nacheinander abgewickelt werden.
Aufgaben
- Rohrleitungen, Pumpen und Behälter demontieren und zerlegen
- Trennverfahren wie Säge-, Plasma- oder Seilschneidtechnik anwenden
- Fernhantierte Werkzeuge und Manipulatoren bedienen
- Oberflächen dekontaminieren und Reststrahlung abtragen
- Gerüste, Einhausungen und Absauganlagen aufbauen
- Radioaktive Abfälle sortieren, verpacken und für die Freimessung bereitstellen
- Arbeitsschritte und Dosiswerte dokumentieren
- Persönliche Schutzausrüstung und Strahlenschutzvorgaben einhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene gewerblich-technische Ausbildung, etwa Industrie- oder Anlagenmechaniker
- Arbeitsmedizinische Eignung für Atemschutz nach G 26
- Zuverlässigkeitsüberprüfung nach Atomgesetz
- Strahlenschutzunterweisung und Bereitschaft zur regelmäßigen Nachschulung
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, keine Enge- oder Atemschutzprobleme
- Genauigkeit und Disziplin beim Einhalten schriftlicher Arbeitsanweisungen
- Reise- und Schichtbereitschaft
Wo man arbeitet
- Stillgelegte Kernkraftwerke und Reaktorstandorte
- Forschungsreaktoren und nukleare Zwischenlager
- Rückbau- und Dekontaminationsunternehmen
- Industrieservice- und Anlagenbaufirmen als Dienstleister
- Abfallbehandlungs- und Konditionierungsanlagen
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Metall- oder Elektroberuf, meist Industriemechaniker oder Anlagenmechaniker. Die kerntechnische Qualifikation folgt im Betrieb: Strahlenschutzunterweisung, arbeitsmedizinische Untersuchungen und mehrwöchige interne Schulungen vor dem ersten Einsatz im Kontrollbereich. Weiterführend sind Lehrgänge zur Strahlenschutzfachkraft oder zum geprüften Kerntechniker möglich.
Offene Stellen als Monteur Rückbau im Kernkraftwerk
In der Suche fortsetzenMonteur Rückbau im Kernkraftwerk (w/m/d) - KKW Krümmel
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