Mechatroniker / Elektriker
Mechatroniker und Elektriker bauen, verdrahten und reparieren Maschinen und elektrische Anlagen. Sie verbinden Mechanik, Elektrotechnik und Steuerungstechnik und halten Produktionsanlagen, Gebäudetechnik oder Fahrzeuge in Betrieb.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mechatroniker / Elektriker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.300 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.400 € | 5.500 € | 52.800 € |
Entscheidend ist die Branche: In tarifgebundenen Industriebetrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen im Elektrohandwerk, wo der Bundesrahmentarifvertrag der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke greift; im öffentlichen Dienst gilt der TVöD. Schicht-, Rufbereitschafts- und Montagezulagen können den Verdienst um mehrere hundert Euro monatlich erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mechatroniker oder Elektriker?
Die Arbeit beginnt meist mit einem Auftrag: eine Anlage steht, ein Antrieb läuft unrund, eine Verteilung muss erweitert werden. Mechatroniker montieren mechanische Bauteile, ziehen Kabel, klemmen Motoren und Sensoren an, laden Programme in Steuerungen und prüfen, ob die Anlage in allen Betriebszuständen macht, was sie soll. Elektriker – in der Ausbildung Elektroniker für Betriebstechnik, für Energie- und Gebäudetechnik oder für Automatisierungstechnik – installieren Leitungen und Verteilungen, setzen Schaltschränke, richten Beleuchtung, Netzwerke, Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen ein und nehmen sie ab.
Ein großer Teil des Alltags ist Fehlersuche. Mit Multimeter, Stromzange und Schaltplan wird eingegrenzt, ob ein Schütz klebt, ein Kabel gebrochen ist oder ein Grenzwert in der Software falsch steht. Dazu kommen Wartung nach Plan, Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3, Dokumentation der Arbeiten und Absprachen mit Produktion, Bauleitung oder Kunden. In der Instandhaltung entscheidet oft die Zeit: Solange die Linie steht, kostet jede Minute Geld.
Wie wird man Mechatroniker oder Elektriker?
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, mit gestreckter Abschlussprüfung in zwei Teilen vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Eingestellt wird häufig mit mittlerem Schulabschluss, gute Hauptschulabschlüsse mit solider Mathematik und Physik haben aber ebenfalls Chancen. Verkürzung ist bei guten Leistungen oder Vorbildung möglich.
Quereinstieg gibt es, aber nicht unbegrenzt. Arbeiten an elektrischen Anlagen setzen eine anerkannte Qualifikation voraus; ohne Ausbildung bleibt man Helfer oder wird als elektrotechnisch befähigte Person nur für klar abgegrenzte Tätigkeiten eingesetzt. Wer aus einem verwandten Metallberuf kommt, kann sich über eine Umschulung oder eine Externenprüfung nachqualifizieren, meist in etwa zwei Jahren.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich: Über Kopf verdrahten, in Kanälen und Schächten arbeiten, Motoren und Kabeltrommeln heben, auf Leitern und Hebebühnen stehen. In der Produktion herrschen Lärm, Öl und Hitze, auf dem Bau Staub, Kälte und Zeitdruck. Wer in der Instandhaltung arbeitet, kommt an Schichtdienst und Rufbereitschaft kaum vorbei; Wochenenden und Anlagenstillstände in den Betriebsferien gehören dazu. Im Kundendienst kommen Fahrzeiten und wechselnde Einsatzorte hinzu, teils mit Montage über mehrere Tage.
Gefordert sind technisches Verständnis, sauberes und normgerechtes Arbeiten und Respekt vor Strom: Fünf Sicherheitsregeln, Freischalten, Messen, Sichern. Dazu kommt immer mehr Software – Steuerungsprogramme, Bussysteme, Diagnosetools. Wer sich weigert, sich in diese Themen einzuarbeiten, bleibt auf einfachen Montagetätigkeiten hängen. Farbsehvermögen und Schwindelfreiheit sind für viele Einsätze Voraussetzung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Netzausbau, Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und die Automatisierung in der Industrie binden mehr Fachkräfte, als nachrücken. Fachkräfte finden in der Regel ohne lange Suche eine Stelle, häufig mit Auswahl zwischen Industrie, Handwerk und öffentlichen Betrieben.
Weiterentwickeln lässt sich über den Industrie- oder Handwerksmeister, den Techniker in Elektrotechnik oder Mechatronik, Spezialisierungen in Automatisierung, Gebäudeautomation oder Robotik. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium der Elektro- oder Automatisierungstechnik möglich. Der Meisterbrief eröffnet außerdem den eigenen Betrieb – im Elektrohandwerk eine realistische Option mit gut gefüllten Auftragsbüchern.
Aufgaben
- elektrische Anlagen, Schaltschränke und Verteilungen installieren
- mechanische Bauteile, Antriebe und Sensoren montieren und ausrichten
- Störungen an Maschinen und Anlagen eingrenzen und beheben
- Steuerungen parametrieren, Programme aufspielen und Anlagen in Betrieb nehmen
- Wartungspläne abarbeiten und wiederkehrende Prüfungen durchführen
- Messungen mit Multimeter, Zangenamperemeter und Prüfgeräten vornehmen
- Schaltpläne lesen, Änderungen dokumentieren und Prüfprotokolle erstellen
- Kunden oder Produktionsmitarbeiter in die Bedienung einweisen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen oder mechatronischen Beruf
- technisches Verständnis und Sicherheit im Lesen von Schaltplänen
- Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften und Normen
- körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und normales Farbsehvermögen
- Bereitschaft zu Schichtdienst, Rufbereitschaft oder Montageeinsätzen
- Führerschein der Klasse B für Kundendienst und Baustellen
- Grundkenntnisse in Steuerungstechnik und Umgang mit Diagnosesoftware
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Elektroinstallations- und Handwerksbetriebe
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Energieversorger und Netzbetreiber
- technische Dienste von Kliniken, Kommunen und Verkehrsbetrieben
- Servicefirmen für Gebäude- und Aufzugstechnik
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, etwa als Mechatroniker oder als Elektroniker für Betriebstechnik beziehungsweise für Energie- und Gebäudetechnik. Sie endet mit einer gestreckten Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung möglich, für Umsteiger gibt es Umschulungen von etwa zwei Jahren.
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