Masseur
Masseure und medizinische Bademeister behandeln Muskeln, Bindegewebe und Gelenke mit den Händen und setzen Wärme, Kälte und Wasser therapeutisch ein. Sie arbeiten auf ärztliche Verordnung in Praxen, Kliniken, Kurbetrieben oder Wellnesseinrichtungen.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Masseur verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 4.000 € | 39.600 € |
In Kliniken und Kurbetrieben des öffentlichen Dienstes richtet sich die Vergütung nach TVöD, meist Entgeltgruppe 5 bis 7, mit Zulagen für Wochenend- und Feiertagsdienste. Private Praxen zahlen häufig darunter, während Zusatzqualifikationen wie manuelle Lymphdrainage, gehobene Spa-Betriebe und Selbstständigkeit mit Privatzahlern deutlich mehr ermöglichen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Masseur?
Der Arbeitstag besteht überwiegend aus Behandlungen im Takt von 20 bis 30 Minuten. Auf ärztliche Verordnung werden Verspannungen gelöst, Narbengewebe gelockert, Lymphflüssigkeit abgeleitet oder die Durchblutung angeregt. Neben der klassischen Massage gehören Bindegewebs- und Reflexzonenmassage, manuelle Lymphdrainage, Fango- und Moorpackungen, Heißluft, Eisanwendungen, medizinische Bäder und Unterwasserdruckstrahlmassage zum Repertoire. Vor der ersten Behandlung wird der Befund erhoben: Wo sitzt der Schmerz, wie beweglich ist das Gelenk, gibt es Kontraindikationen wie Thrombose, akute Entzündungen oder bestimmte Herzerkrankungen. Danach wird dokumentiert, mit der verordnenden Praxis abgestimmt und für die Krankenkasse abgerechnet. In Kliniken und Rehazentren kommt die Zusammenarbeit mit Physiotherapie und Pflege dazu, im Wellnessbereich verschieben sich die Aufgaben zu Entspannungs- und Aromamassagen ohne medizinische Verordnung.
Wie wird man Masseur?
Der Weg führt über die schulische Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister an einer Berufsfachschule. Sie dauert zweieinhalb Jahre: zwei Jahre Lehrgang mit staatlicher Prüfung, danach ein halbes Jahr praktische Tätigkeit in einer Klinik oder Praxis, erst dann wird die Berufsbezeichnung verliehen. Voraussetzung ist mindestens ein Hauptschulabschluss, viele Schulen verlangen den mittleren Abschluss. Private Schulen erheben Schulgeld, staatliche und einige Klinikschulen nicht; Förderung über Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG ist möglich. Wer nur im Wellnessbereich arbeiten will, kann auch über kürzere Zertifikatskurse einsteigen, darf dann aber nicht auf Verordnung behandeln und nicht mit Krankenkassen abrechnen. Nach der Ausbildung sind Zusatzqualifikationen üblich, etwa manuelle Lymphdrainage, Sportphysiotherapie oder osteopathische Techniken. Eine verkürzte Weiterqualifikation zum Physiotherapeuten ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich und wird von vielen genutzt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit geht in Hände, Schultern und Rücken. Sechs bis acht Behandlungen am Tag im Stehen, mit Druck aus den Daumen und Handballen, führen ohne saubere Körpertechnik früh zu Beschwerden; Sehnenscheidenprobleme sind ein verbreitetes Berufsrisiko. Dazu kommt eine hohe Nähe zu fremden Menschen, körperlich und emotional: Patienten erzählen viel, manche sind chronisch krank oder haben Schmerzen, und die eigene Abgrenzung muss man lernen. In Praxen liegen die Termine oft in Randzeiten am frühen Morgen und Abend, in Kliniken und Kurhäusern gibt es Wochenenddienste. Der wirtschaftliche Druck ist real: Die Vergütungssätze der Krankenkassen für Massagen sind niedrig, entsprechend eng ist der Takt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend, weil Rückenbeschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparats zunehmen und die Bevölkerung älter wird. Freie Stellen gibt es in Rehakliniken, Kurorten und Praxen fast überall, in ländlichen Regionen besonders. Der Verdienst bleibt allerdings gedeckelt, solange man ausschließlich Massagen abrechnet. Wer mehr will, spezialisiert sich auf Lymphdrainage nach Krebsbehandlungen, Sportbetreuung oder Anwendungen im gehobenen Hotel- und Spabereich, macht sich selbstständig oder qualifiziert sich zur Physiotherapie weiter. Auch Lehrtätigkeit an Berufsfachschulen und die betriebliche Gesundheitsförderung in Unternehmen sind Wege, die offenstehen.
Aufgaben
- Klassische Massagen, Bindegewebs- und Reflexzonenmassagen durchführen
- Manuelle Lymphdrainage und Kompressionsbandagen anlegen
- Fango, Moor, Heißluft und Eisanwendungen vorbereiten und einsetzen
- Medizinische Bäder und Unterwasserdruckstrahlmassagen betreuen
- Befund erheben, Kontraindikationen prüfen und Behandlung anpassen
- Behandlungsverlauf dokumentieren und mit der verordnenden Praxis abstimmen
- Verordnungen prüfen und Leistungen für Krankenkassen abrechnen
- Patienten zu Haltung, Bewegung und Eigenübungen anleiten
Voraussetzungen
- Staatliche Anerkennung als Masseur und medizinischer Bademeister für Arbeit auf Verordnung
- Mindestens Hauptschulabschluss, häufig mittlerer Schulabschluss gefordert
- Gesundheitszeugnis und körperliche Belastbarkeit in Händen, Schultern und Rücken
- Kräftige, ausdauernde Hände und gutes Gespür für Gewebe und Druckdosierung
- Bereitschaft zu engem Körperkontakt und Umgang mit kranken Menschen
- Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre
- Zuverlässigkeit bei Dokumentation und Hygienevorgaben
Wo man arbeitet
- Massage- und Physiotherapiepraxen
- Rehabilitations- und Akutkliniken
- Kur- und Badebetriebe
- Wellness- und Spabereiche von Hotels
- Alten- und Pflegeeinrichtungen
- Sportvereine und Fitnessstudios
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister findet an Berufsfachschulen statt und dauert zweieinhalb Jahre. Nach zwei Jahren Theorie und Praxis folgt die staatliche Prüfung, anschließend eine sechsmonatige praktische Tätigkeit in einer Klinik oder Praxis. Erst danach darf die geschützte Berufsbezeichnung geführt werden.
Offene Stellen als Masseur
In der Suche fortsetzen
Masseur (m/w/d)
Masseur (m/w/d)
Masseur*in (w/m/d)
Masseur | Wellness- bzw. Physiotherapeut (m/w/d) - Hotel Kaiserhof Heringsdorf
Masseur (m/w/d)
Masseur (m/w/d)
Masseur (m/w/d)
Verwandte Berufe
Ergotherapeut
Ergotherapeuten helfen Menschen, alltägliche Handlungen wieder selbst auszuführen – vom Anziehen nach einem Schlaganfall bis zur Rückkehr in den Beruf. Sie arbeiten mit Kindern, Erwachsenen und alten Menschen in Kliniken, Praxen und Einrichtungen.
- Offene Stellen
- 104
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.500 €
Physiotherapeut
Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder nach Verletzungen und Operationen. Sie arbeiten mit Übungen, manuellen Techniken und Beratung daran, Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.
- Offene Stellen
- 172
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.600 €
Podologe
Podologen behandeln Fußprobleme medizinisch: Hornhaut, eingewachsene Nägel, Nagelpilz, diabetische Füße. Der Beruf ist ein staatlich anerkannter Gesundheitsfachberuf mit eigener Berufsbezeichnung und Ausbildung.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...