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Marktleiter/Stellvertretender Marktleiter

Marktleiterinnen und Marktleiter führen einen Lebensmittel- oder Fachmarkt kaufmännisch und personell: Sie verantworten Umsatz, Warenbestand, Personaleinsatz und Sauberkeit der Fläche. Stellvertreter übernehmen dieselben Aufgaben in Abwesenheit der Leitung und tragen einen Teil der Verantwortung dauerhaft mit.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Marktleiter/Stellvertretender Marktleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.600 € 7.500 € 67.200 €

Ausschlaggebend sind Umsatzgröße und Fläche des Marktes sowie die Vertriebsschiene: Discounter zahlen Marktleitungen deutlich besser als kleine Vollsortimenter. Der jeweilige Landestarifvertrag für den Einzelhandel bildet die Untergrenze, viele Marktleitungen werden jedoch außertariflich mit Umsatz- oder Inventurprämien vergütet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Marktleiter?

Ein Markt ist ein kleiner Betrieb mit eigener Gewinn- und Verlustrechnung, und die Marktleitung führt ihn. Dazu gehört die Steuerung des Warenbestands: bestellen, Lieferungen prüfen, Abschriften und Inventurdifferenzen im Blick behalten, Aktionsware rechtzeitig platzieren. Dazu gehört die Fläche selbst, also Regalbild, Preisauszeichnung, Frischeprüfung bei Obst, Fleisch und Backwaren, Einhaltung der Hygienevorschriften und der Kühlketten. Und dazu gehört das Personal: Dienstpläne für vierzig bis hundertfünfzig Beschäftigte schreiben, Urlaub koordinieren, Krankheitsausfälle auffangen, Auszubildende betreuen, Bewerbungsgespräche führen, gelegentlich auch Abmahnungen aussprechen.

Der Alltag ist selten Bürodienst. Die Marktleitung steht an der Kasse, wenn es eng wird, räumt Paletten mit ein, spricht mit Kundinnen über Reklamationen und läuft dazwischen die Zahlen durch: Umsatz gegen Vorjahr, Personalkostenquote, Inventurergebnis. Stellvertretende Marktleiter machen fachlich dasselbe, haben aber die Letztverantwortung nicht allein und übernehmen meist die Schichten, in denen die Leitung nicht da ist, also häufig Spätdienste und Samstage.

Wie wird man Marktleiter?

Der übliche Weg führt über eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer mit anschließender Weiterbildung, danach über Stationen als Abteilungsleitung und stellvertretende Marktleitung. Die großen Handelsunternehmen haben eigene Nachwuchsprogramme, die ausgebildete Kräfte in ein bis zwei Jahren auf die Marktleitung vorbereiten. Ein Abschluss als Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel wird häufig verlangt oder gefördert.

Daneben gibt es den Einstieg über ein duales Studium im Handelsmanagement und den Quereinstieg aus anderen Führungspositionen mit Personal- und Umsatzverantwortung, etwa aus der Gastronomie oder der Logistik. Wer aus einer branchenfremden Führungsrolle kommt, muss die Warenkunde und die Abläufe eines Marktes von Grund auf lernen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten. Frühschichten beginnen vor sechs Uhr, Spätschichten enden nach Ladenschluss mit Kassenabrechnung, Samstagsarbeit ist die Regel, und vor Feiertagen wird es voll und lang. Vollzeit bedeutet in der Praxis oft mehr als die vertragliche Stundenzahl, gerade wenn Personal fehlt.

Körperlich ist der Beruf fordernd: viel Stehen und Gehen, Heben von Kisten, Arbeit im Kühlbereich. Dazu kommt der Druck von zwei Seiten. Die Regionalleitung erwartet Kennzahlen, das Team erwartet Planbarkeit, und beides lässt sich bei dünner Personaldecke nicht immer zusammenbringen. Konflikte mit Beschäftigten und Beschwerden von Kunden landen bei der Marktleitung. Wer Auseinandersetzungen schlecht erträgt oder Entscheidungen lange abwägt, findet die Rolle zermürbend.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Lebensmitteleinzelhandel und Discount suchen dauerhaft Führungskräfte, weil viele erfahrene Leitungen in Rente gehen und der Nachwuchs knapp ist. Wer bereit ist, den Standort zu wechseln, bekommt in der Regel schnell eine Stelle.

Entwicklungswege führen vom kleineren Markt zum umsatzstärkeren, weiter zur Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Standorten oder in Zentralfunktionen wie Einkauf, Expansion oder Vertriebssteuerung. Im genossenschaftlich oder franchisegeprägten Handel ist auch die Selbstständigkeit als Kaufmann mit eigenem Markt ein realistischer Schritt, allerdings mit erheblichem Kapitalbedarf und unternehmerischem Risiko.

Aufgaben

  • Umsatz-, Kosten- und Inventurkennzahlen des Marktes steuern
  • Dienst- und Urlaubspläne für das Marktteam erstellen
  • Personal einstellen, einarbeiten, führen und Auszubildende betreuen
  • Warenbestellungen auslösen und Lieferungen kontrollieren
  • Warenpräsentation, Preisauszeichnung und Aktionsflächen verantworten
  • Frische, Hygiene und gesetzliche Vorschriften im Markt sicherstellen
  • Kundenreklamationen bearbeiten und bei Bedarf an Kasse und Regal mitarbeiten
  • Kassenabrechnung, Tagesabschluss und Meldungen an die Regionalleitung

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, meist im Einzelhandel
  • Mehrjährige Erfahrung im Verkauf, oft als Abteilungs- oder Substitutleitung
  • Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder ein vergleichbarer Abschluss ist häufig gefordert
  • Sicherer Umgang mit Warenwirtschaftssystemen und Kennzahlen
  • Führungsfähigkeit, Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen
  • Bereitschaft zu Früh-, Spätschichten und Samstagsarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Stehen, Heben und Arbeit im Kühlbereich

Wo man arbeitet

  • Lebensmittelvollsortimenter und Supermärkte
  • Discountmärkte
  • Bau-, Garten- und Fachmärkte
  • Drogerie- und Getränkemärkte
  • Genossenschaftlich oder als Franchise geführte Einzelhandelsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, gefolgt von mehreren Jahren Verkaufspraxis und Stationen als Abteilungs- oder stellvertretende Marktleitung. Viele Handelsunternehmen bieten interne Führungsnachwuchsprogramme von ein bis zwei Jahren an, ergänzt durch die Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Auch ein duales Studium im Handelsmanagement oder ein Quereinstieg mit Führungserfahrung ist möglich.

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