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Marktleiter / Filialleiter

Marktleiter und Filialleiter führen eine Verkaufsstelle im Einzelhandel eigenverantwortlich: Personal, Umsatz, Warenbestand und Kosten liegen in ihrer Hand. Sie stehen zwischen den Vorgaben der Zentrale und dem täglichen Betrieb auf der Fläche.

37 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Marktleiter / Filialleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.600 € 5.600 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 6.000 € 8.500 € 72.000 €

Entscheidend sind Umsatzgröße und Fläche des Marktes sowie die Branche: Lebensmittelvollsortimenter und Discounter zahlen deutlich mehr als kleine Textil- oder Schuhfilialen. Der Tarifvertrag für den Einzelhandel der jeweiligen Bundesländer setzt die Untergrenze, Filialleitungen werden häufig übertariflich oder außertariflich vergütet, oft mit umsatzabhängigem Bonus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Marktleiter?

Die Filialleitung verantwortet alles, was in einer Verkaufsstelle passiert. Dazu gehört die Zahlenseite: Umsatz, Wareneinsatz, Personalkosten, Inventurdifferenzen und Abschriften werden täglich oder wöchentlich ausgewertet und mit den Vorgaben der Zentrale verglichen. Dazu gehört die Personalseite: Dienstpläne schreiben, Urlaub freigeben, Krankmeldungen kompensieren, Auszubildende und Aushilfen anleiten, Bewerbungsgespräche führen, unangenehme Gespräche führen. Und dazu gehört die Fläche selbst: Bestellungen kontrollieren, Platzierungen und Aktionsware umsetzen, Frischebereiche prüfen, Preisauszeichnung, Sauberkeit, Kühltechnik, Hygienedokumentation.

In kleineren Märkten arbeitet die Leitung selbst mit, räumt Paletten ein, sitzt an der Kasse, wenn Personal fehlt. In großen Verbrauchermärkten mit hundert oder mehr Beschäftigten verschiebt sich der Anteil zugunsten von Führung, Planung und Berichtswesen. Kundenbeschwerden, Reklamationen, Diebstahlfälle und Konflikte im Team landen ebenfalls hier.

Wie wird man Marktleiter?

Der häufigste Weg beginnt mit einer Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer, gefolgt von mehreren Jahren auf der Fläche, der Übernahme einer Abteilung und schließlich der Stellvertretung. Viele Handelsunternehmen haben dafür eigene Nachwuchsprogramme, die zwölf bis vierundzwanzig Monate dauern und mit einer eigenen Filiale enden. Fortbildungen wie Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel beschleunigen den Aufstieg.

Der zweite Weg führt über ein duales Studium oder einen Bachelor in Handelsmanagement oder Betriebswirtschaft. Wer so einsteigt, übernimmt oft schneller Verantwortung, muss die Praxis auf der Fläche aber trotzdem kennenlernen. Quereinstiege gibt es, meist aus Gastronomie, Logistik oder Dienstleistung, und meist über die Position der Stellvertretung. Ohne kaufmännische Grundlagen und ohne Führungserfahrung ist der direkte Sprung in eine Filialleitung selten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten. Früh- und Spätdienste, Samstage, Inventurnächte und die Wochen vor Weihnachten und Ostern gehören dazu. Vierzig Stunden sind der Vertrag, mehr ist verbreitet, besonders wenn Personal ausfällt. Der Personalmangel im Handel trifft die Filialleitung doppelt: Sie muss Lücken schließen und gleichzeitig Zielvorgaben erfüllen.

Der Beruf ist zahlengetrieben. Wer Umsatzziele oder Inventurergebnisse nicht erreicht, muss sie erklären. Gleichzeitig steht man körperlich im Betrieb, auf den Beinen, in Kühlräumen, an der Rampe. Schwierig fällt vielen der Rollenwechsel: Ehemalige Kollegen sind plötzlich Mitarbeitende, denen man Arbeitszeiten kürzt oder Fehler vorhält. Konfliktfähigkeit ist keine Nebeneigenschaft, sondern der Kern der Stelle.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Lebensmittelhandel, Drogerie- und Fachmärkte suchen dauerhaft Leitungskräfte, weil viele erfahrene Kräfte in Rente gehen und die Belastung zu Wechseln führt. Wer bereit ist, den Wohnort zu wechseln oder eine schwierige Filiale zu übernehmen, findet schnell eine Stelle.

Entwicklungswege führen zu größeren Märkten mit höherem Umsatz, zur Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Filialen, in den Vertrieb, den Einkauf oder das Category Management der Zentrale. Im Lebensmitteleinzelhandel ist auch die Selbstständigkeit als Kaufmann mit eigenem Markt eine reale Option, die Kapital und volle Haftung mit sich bringt.

Aufgaben

  • Umsatz, Kosten und Warenbestand der Filiale steuern
  • Dienst- und Urlaubspläne für das Team erstellen
  • Mitarbeitende einstellen, einarbeiten und beurteilen
  • Bestellungen, Warenannahme und Abschriften kontrollieren
  • Aktionsware und Platzierungsvorgaben der Zentrale umsetzen
  • Inventuren vorbereiten und durchführen
  • Hygiene-, Arbeitsschutz- und Preisvorschriften überwachen
  • Kundenbeschwerden und Reklamationen abschließend bearbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, meist im Einzelhandel, oder ein wirtschaftliches Studium
  • mehrjährige Erfahrung auf der Verkaufsfläche, üblicherweise als Abteilungsleitung oder Stellvertretung
  • Sicherheit im Umgang mit Kennzahlen, Warenwirtschaftssystemen und Personalplanung
  • Führungs- und Konfliktfähigkeit auch in Drucksituationen
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätdiensten sowie Samstagsarbeit
  • körperliche Belastbarkeit, langes Stehen und Mitarbeit auf der Fläche

Wo man arbeitet

  • Lebensmittelmärkte und Verbrauchermärkte
  • Drogerie-, Bau- und Fachmärkte
  • Filialen von Textil- und Schuhhandelsketten
  • Discounter
  • Tankstellen- und Convenience-Ketten
  • selbstständig geführte Einzelhandelsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, danach mehrere Jahre Praxis und der Aufstieg über Abteilungsleitung und Stellvertretung. Wer schneller vorankommen will, ergänzt eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder absolviert ein Nachwuchsprogramm des Unternehmens, das ein bis zwei Jahre dauert. Alternativ führt ein Bachelor in Handelsmanagement oder Betriebswirtschaft, oft dual, in die Leitungslaufbahn.

Offene Stellen als Marktleiter / Filialleiter

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