Was macht ein Manager Steuerberatung?
Der Manager ist in einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Ebene zwischen den Sachbearbeitern und der Partnerschaft. Er betreut einen eigenen Mandantenkreis, meist mittelständische Unternehmen, Konzerngesellschaften oder vermögende Privatpersonen, und ist erster Ansprechpartner für alle steuerlichen Fragen dieser Mandanten. Dazu gehört die abschließende Durchsicht und Freigabe von Jahresabschlüssen nach HGB, von Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärungen sowie von Einnahmenüberschussrechnungen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Beratung: Rechtsformwahl, Unternehmensnachfolge, Umwandlungen, Betriebsprüfungen, Verrechnungspreise oder die steuerliche Beurteilung geplanter Transaktionen. Der Manager schreibt oder verantwortet gutachterliche Stellungnahmen, führt Schriftverkehr mit Finanzämtern, legt Einsprüche ein und begleitet Verfahren bis zum Finanzgericht. Hinzu kommt Führungsarbeit: Aufgaben verteilen, Termine im Blick behalten, Berufseinsteiger anleiten, Zwischenergebnisse prüfen. In größeren Häusern gehören auch Budgetverantwortung für den eigenen Bereich, Angebotskalkulation und die Gewinnung neuer Mandate dazu.
Wie wird man Manager Steuerberatung?
Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Steuern, Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft, danach mehrere Jahre praktische Tätigkeit in einer Kanzlei und das Steuerberaterexamen. Das Examen gilt als eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland, die Durchfallquote liegt regelmäßig über der Hälfte. Bis zur Zulassung sind je nach Abschluss zwei bis drei Jahre Berufspraxis nachzuweisen.
Möglich ist der Weg auch ohne Studium: über die Ausbildung zum Steuerfachangestellten, danach die Fortbildung zum Steuerfachwirt und langjährige Praxis. Zum Manager mit Zeichnungsbefugnis wird man in dieser Konstellation seltener, aber es kommt vor, besonders in kleineren Kanzleien. Die Beförderung erfolgt in Beratungsgesellschaften meist nach zwei bis vier Jahren als Senior Consultant und ist an Mandantenverantwortung und Führungsfähigkeit gebunden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark von Fristen getrieben. In der Abschlusssaison und vor Abgabeterminen sind Sechzig-Stunden-Wochen in vielen Häusern die Regel, nicht die Ausnahme. Wer Mandate verantwortet, trägt zugleich das Haftungsrisiko für Fehler in Erklärungen und Beratungen, was einen anhaltenden Genauigkeitsdruck erzeugt. Das Steuerrecht ändert sich fortwährend, laufende Fortbildung ist Pflicht und findet häufig außerhalb der Arbeitszeit statt.
Schwer fällt vielen der Doppelcharakter der Rolle: fachliche Tiefe und gleichzeitig Personalführung, Akquise und Abrechnungsdruck. In Gesellschaften mit Partner-Track wird die Leistung an abrechenbaren Stunden gemessen. Homeoffice ist inzwischen weit verbreitet, entlastet den Terminkalender aber nur begrenzt.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Der Berufsstand altert, viele Kanzleien finden keine Nachfolger, und qualifizierte Steuerberater mit Führungserfahrung sind bundesweit knapp. Digitalisierung verändert die Arbeit, ersetzt sie aber nicht: Routinebuchführung wandert in automatisierte Prozesse, der Beratungsanteil wächst.
Entwicklungswege führen zum Senior Manager, zur Partnerschaft oder in die eigene Kanzlei. Ebenso gefragt sind Wechsel in die Steuerabteilung eines Unternehmens, wo die Arbeitszeiten oft planbarer sind. Spezialisierungen in internationalem Steuerrecht, Umsatzsteuer, Transaktionsberatung oder Nachfolgeplanung erhöhen den Marktwert deutlich.