Was macht ein Manager Corporate Finance?
Im Zentrum stehen Transaktionen und Finanzierungen. Ein Manager Corporate Finance bewertet Unternehmen oder Geschäftsbereiche, baut Finanzmodelle in Excel, rechnet Kaufpreisszenarien durch und prüft, welche Finanzierungsstruktur aus Eigen- und Fremdkapital tragfähig ist. Dazu kommen Verkaufsunterlagen wie Informationsmemoranden, Managementpräsentationen und Unterlagen für Kreditausschüsse oder Gesellschafterversammlungen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Prozesssteuerung. Bei einem Unternehmensverkauf koordiniert der Manager den Datenraum, die Fragen der Kaufinteressenten, die Due-Diligence-Berichte von Wirtschaftsprüfern, Anwälten und Technikgutachtern sowie den Zeitplan bis zur Vertragsunterzeichnung. Je nach Arbeitgeber liegt der Schwerpunkt auf Beratung im Auftrag Dritter, auf der eigenen Konzernseite bei Zukäufen und Verkäufen oder auf der Beschaffung von Bank- und Kapitalmarktfinanzierungen.
Zwischen den Projekten fallen Marktbeobachtung, Branchenanalysen, Pitch-Unterlagen zur Gewinnung neuer Mandate und die Betreuung bestehender Kontakte an. Wer weiter fortgeschritten ist, führt Analysten und Associates an, verhandelt mit Gegenseiten und trägt Verantwortung für Termine und Ergebnisqualität.
Wie wird man Manager Corporate Finance?
Üblich ist ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Finance, Volkswirtschaft, Wirtschaftsmathematik oder Wirtschaftsingenieurwesen, häufig mit Master. Der Einstieg erfolgt fast immer eine Stufe darunter, als Analyst oder Associate in einer Investmentbank, einer Corporate-Finance-Beratung, der Transaktionsabteilung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder im Beteiligungsbereich eines Konzerns. Die Position "Manager" wird meist nach drei bis fünf Jahren erreicht.
Quereinstiege kommen vor: aus der Wirtschaftsprüfung, aus dem Controlling, aus der Unternehmensberatung oder aus dem Kreditgeschäft einer Bank. Nützlich sind Praktika im Transaktionsumfeld, sehr sichere Englischkenntnisse und Zusatzqualifikationen wie CFA, ACCA oder das Wirtschaftsprüferexamen. Formale Pflicht sind sie nicht, sie erleichtern aber den Wechsel und die Gehaltsverhandlung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind lang und schlecht planbar. In heißen Projektphasen sind Abende und Wochenenden die Regel, Zeitpläne richten sich nach Gegenseite und Verhandlungsstand, nicht nach dem Kalender des Teams. Reisetätigkeit gehört bei beratenden Häusern dazu. Wer feste Arbeitszeiten braucht, ist im Transaktionsgeschäft falsch aufgestellt; in Konzernabteilungen und bei mittelständischen Beratungen ist die Belastung meist etwas geringer.
Inhaltlich verlangt der Beruf sehr sorgfältiges Arbeiten unter Zeitdruck. Ein Vorzeichenfehler im Modell kann eine Bewertung verzerren. Dazu kommt die Bereitschaft, Ergebnisse vor erfahrenen Entscheidern zu vertreten und Verhandlungen auszuhalten, die scheitern können. Projekte, in die monatelang Arbeit geflossen ist, werden abgebrochen. Nicht jeder findet damit Frieden.
Aussichten
Die Nachfrage schwankt mit dem Transaktionsmarkt. In Phasen hoher Zinsen und Zurückhaltung bei Übernahmen wird weniger eingestellt, in aktiven Marktphasen suchen Banken, Beratungen und Konzerne intensiv. Erfahrene Kräfte mit belegbarem Transaktionsverlauf finden dennoch verlässlich Anschluss.
Entwicklungswege führen über Senior Manager und Direktor bis zur Partner- oder Geschäftsleitungsebene, alternativ in die Leitung von Beteiligungen, Konzernfinanzierung oder Treasury, in Private Equity oder in eine Position als Finanzgeschäftsführer mittelständischer Unternehmen. Viele wechseln nach einigen Jahren auf die Unternehmensseite, weil die Arbeitszeiten dort erträglicher sind.