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Handwerk & Produktion

MAG-Schweißer

MAG-Schweißer verbinden Bauteile aus Stahl mit dem Metall-Aktivgas-Verfahren, bei dem ein Drahtelektrodenlichtbogen unter Schutzgas brennt. Sie arbeiten nach Zeichnung und Schweißanweisung im Stahl- und Metallbau, im Fahrzeugbau und in der Instandsetzung.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als MAG-Schweißer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.800 € 46.800 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Prüfbescheinigungen: In Betrieben unter dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) liegen die Werte deutlich über denen kleiner Werkstätten und der Zeitarbeit. Schicht-, Montage- und Auslösezulagen können das Monatsentgelt erheblich erhöhen und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein MAG-Schweißer?

MAG-Schweißen ist das am häufigsten eingesetzte Schmelzschweißverfahren für unlegierte und niedriglegierte Stähle. Eine automatisch nachgeführte Drahtelektrode brennt unter einem aktiven Schutzgas, meist einem Gemisch aus Argon und Kohlendioxid oder reinem Kohlendioxid. Der Schweißer richtet die Bauteile aus, heftet sie, stellt Stromstärke, Drahtvorschub und Gasmenge ein und zieht dann die Naht.

Der Alltag besteht aus mehr als dem Schweißen selbst. Zeichnungen und Schweißfolgepläne müssen gelesen werden, Bauteile werden geschliffen, entrostet und entfettet, Kanten angefast, Verzug durch die richtige Schweißfolge oder durch Vorwärmen begrenzt. Nach dem Schweißen folgen Schlacke- und Spritzerentfernung, Sichtprüfung, häufig eine Dokumentation der Nähte. In Betrieben mit Zertifizierung nach EN 1090 oder Druckgeräterichtlinie arbeitet der Schweißer nach freigegebenen Schweißanweisungen und muss seine Prüfbescheinigung regelmäßig verlängern.

Wie wird man MAG-Schweißer?

Es gibt zwei Wege. Der eine führt über eine duale Ausbildung, etwa als Konstruktionsmechaniker, Metallbauer oder Anlagenmechaniker, in der das Schweißen ein großer Teil der Praxis ist. Der andere führt über eine Schweißerlehrgangsausbildung, die Handwerkskammern, Schweißtechnische Lehranstalten und private Bildungsträger anbieten. Solche Lehrgänge dauern je nach Verfahren und Nahtart einige Wochen bis mehrere Monate und enden mit einer Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1. Diese Prüfbescheinigung gilt für bestimmte Positionen, Werkstoffdicken und Nahtformen und muss in festen Abständen bestätigt werden.

Quereinstieg ist in diesem Beruf verbreitet. Wer aus einem anderen Metallberuf oder ganz von außen kommt, kann sich über Lehrgänge qualifizieren, viele Betriebe finanzieren Prüfungen und Erweiterungen der Bescheinigung. Ohne bestandene Prüfung bleibt allerdings nur einfache Heftarbeit.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernd. Geschweißt wird oft in Zwangslagen, über Kopf, in engen Bauteilen, im Knien. Schweißrauch, Lärm, Hitze und Blendung gehören dazu, Absaugung und Schutzausrüstung mindern die Belastung, beseitigen sie aber nicht. Augen und Atemwege sind die kritischen Punkte, arbeitsmedizinische Vorsorge ist Standard.

Gefordert sind ruhige Hände, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Geduld: eine saubere Naht entsteht durch gleichmäßige Brennerführung, nicht durch Tempo. In der Serienfertigung läuft die Arbeit häufig im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, im Anlagenbau und in der Instandhaltung kommen Montagereisen und Wochenendeinsätze vor. Wer Nähte liefert, die der Prüfung nicht standhalten, verursacht teure Nacharbeit, der Druck auf Qualität ist entsprechend hoch.

Aussichten

Geprüfte Schweißer werden in Deutschland gesucht, besonders im Stahlbau, im Behälter- und Rohrleitungsbau und in der Instandhaltung. Automatisierung ersetzt vor allem gleichförmige Serienarbeit, während Einzelfertigung, Baustellen- und Reparaturschweißen weiter Handarbeit bleiben.

Entwicklungswege führen über zusätzliche Verfahren wie WIG oder Unterpulverschweißen, über Bescheinigungen für Edelstahl und Aluminium und über Positionen wie Rohrschweißer. Wer weiter will, kann Schweißfachmann oder Schweißwerkmeister werden, dazu kommen Prüfaufgaben in der Sichtprüfung oder der Weg zum Industriemeister Metall mit Führungsverantwortung.

Aufgaben

  • Bauteile nach Zeichnung ausrichten, spannen und heften
  • MAG-Nähte in verschiedenen Positionen ausführen
  • Schweißparameter wie Stromstärke, Drahtvorschub und Gasmenge einstellen
  • Nahtvorbereitung durch Schleifen, Anfasen und Reinigen
  • Verzug durch Schweißfolge und Vorwärmen kontrollieren
  • Nähte sichtprüfen, nacharbeiten und dokumentieren
  • Brenner, Drahtvorschub und Absaugung warten

Voraussetzungen

  • Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1 für die eingesetzten Positionen
  • Technisches Zeichnungsverständnis und Kenntnis der Nahtsymbole
  • Ruhige Handführung und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Körperliche Belastbarkeit, Arbeiten in Zwangslagen und Hitze
  • Ausreichendes Sehvermögen, arbeitsmedizinische Vorsorge
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit oder Montageeinsätzen
  • Häufig eine metalltechnische Ausbildung oder gleichwertige Praxis

Wo man arbeitet

  • Stahl- und Metallbaubetriebe
  • Behälter- und Rohrleitungsbau
  • Fahrzeug-, Nutzfahrzeug- und Maschinenbau
  • Werften und Anlagenbau
  • Instandhaltungs- und Reparaturbetriebe
  • Personaldienstleister für Industriemontage

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Metallberuf wie Konstruktionsmechaniker oder Metallbauer, in der das MAG-Schweißen praktisch gelernt wird. Alternativ führt ein Schweißerlehrgang bei einer Schweißtechnischen Lehranstalt oder Handwerkskammer in wenigen Wochen bis Monaten zur Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1. Diese Prüfbescheinigung ist der eigentliche Nachweis und muss regelmäßig verlängert werden.

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