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Handwerk & Produktion

WIG-Schweißer

WIG-Schweißer fügen Metallteile mit dem Wolfram-Inertgas-Verfahren, das besonders saubere und feste Nähte liefert. Eingesetzt werden sie vor allem bei Edelstahl, Aluminium und dünnen Blechen, etwa im Rohrleitungs-, Apparate- und Behälterbau.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als WIG-Schweißer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.950 € 3.400 € 35.400 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegt das Entgelt deutlich über dem kleiner Schlossereien oder von Zeitarbeitsfirmen. Prüfungen für Aluminium und Rohr in allen Positionen, Schichtzulagen und Montagezuschläge können das Monatseinkommen spürbar anheben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein WIG-Schweißer?

WIG-Schweißen steht für Wolfram-Inertgas: Ein Lichtbogen brennt zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück, geschützt von Argon oder Argon-Helium-Gemischen. Der Zusatzwerkstoff wird als Stab mit der zweiten Hand zugeführt. Das Verfahren ist langsam, dafür extrem sauber und gut kontrollierbar - deshalb wird es dort verlangt, wo die Naht nicht nur halten, sondern auch dicht, korrosionsfest und optisch einwandfrei sein muss.

Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Lesen der Zeichnung und des Schweißplans: Werkstoff, Nahtform, Vorwärmtemperatur, Lagenaufbau, zulässige Zwischenlagentemperatur. Dann werden Teile entgratet, gebeizt oder gebürstet, in Vorrichtungen gespannt und geheftet. Erst danach wird geschweißt, oft in Zwangslagen, bei Rohren rundum, teilweise mit Formiergas im Inneren. Nach dem Schweißen folgt die Sichtprüfung, bei Bedarf das Bürsten und Beizen der Naht und die Dokumentation. Bei druckführenden Bauteilen prüfen externe Stellen mit Röntgen oder Farbeindringverfahren nach - Fehler werden ausgekreuzt und neu geschweißt.

Wie wird man WIG-Schweißer?

Der klassische Weg führt über eine Ausbildung im Metallbereich, etwa als Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker oder Metallbauer. Darauf folgen Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606-1 für Stahl beziehungsweise 9606-2 für Aluminium, jeweils für bestimmte Werkstoffgruppen, Nahtarten, Blechdicken und Positionen. Diese Prüfungen sind zwei bis drei Jahre gültig und müssen verlängert werden.

Ein Quereinstieg ist möglich und verbreitet. Bildungsträger und Schweißtechnische Lehranstalten bieten Lehrgänge von wenigen Wochen bis mehreren Monaten an, die auch von der Arbeitsagentur gefördert werden können. Ohne Metallausbildung dauert es allerdings länger, bis die Hand sitzt: WIG verlangt Feinmotorik, gleichmäßige Brennerführung und ein Gefühl für das Schmelzbad, das sich nur durch Übungsstunden aufbaut.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Hallen statt, oft im Stehen, Knien oder Über-Kopf, mitunter auf Baustellen und in engen Behältern. Schweißrauch, Wärmestrahlung, Lärm und UV-Strahlung gehören dazu; Absaugung, Schweißerhelm mit Automatik und Schutzkleidung sind Pflicht. Augen und Haut leiden, wenn der Schutz nachlässig getragen wird. Bei Aluminium kommt die Belastung durch das Hochfrequenz-Zünden und die Ozonbildung hinzu.

Gefordert ist ruhige Hand auch in der siebten Stunde, gutes Sehvermögen und Konzentration über lange Nähte hinweg. Zwei- oder Dreischichtbetrieb ist in der Serienfertigung üblich, im Anlagenbau kommen Montageeinsätze mit wochenlanger Abwesenheit und Wochenendarbeit dazu. Termindruck vor Abnahmen ist normal. Wer keine Kritik an der eigenen Naht erträgt, wird sich schwertun - die Prüfergebnisse sind eindeutig.

Aussichten

Qualifizierte WIG-Schweißer sind in Deutschland knapp, besonders mit gültigen Prüfungen für Edelstahl und Aluminium sowie für Rohr in allen Positionen. Nachfrage kommt aus dem Apparate- und Behälterbau, der Lebensmittel- und Pharmatechnik, dem Kraftwerks- und Wasserstoffanlagenbau. Automatisierung verdrängt das Handschweißen bei einfachen Wiederholteilen, nicht aber bei Einzelstücken, Reparaturen und Montage.

Entwicklungswege führen über zusätzliche Verfahrensprüfungen, den Schweißfachmann oder Schweißtechniker bis zum Schweißaufsichtspersonal, in die Prüfung nach Sichtprüfverfahren oder in die Arbeitsvorbereitung. Auch der Wechsel in die Programmierung von Schweißrobotern ist ein realistischer Schritt.

Aufgaben

  • Zeichnungen, Schweißpläne und Schweißanweisungen lesen
  • Bauteile entgraten, reinigen, spannen und heften
  • Rohre, Bleche und Behälter aus Edelstahl, Aluminium oder Stahl WIG-schweißen
  • Schweißparameter einstellen und Schutzgas- sowie Formiergasversorgung sicherstellen
  • Nähte sichtprüfen, nacharbeiten, bürsten und beizen
  • Ausführung und Chargen dokumentieren
  • Anlagen, Brenner und Verschleißteile pflegen und wechseln

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung im Metallbereich oder Schweißlehrgang mit Praxis
  • gültige Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 für die geforderten Werkstoffe und Positionen
  • gute Feinmotorik, ruhige Hand und einwandfreies Sehvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen und Sicherheit im Zeichnungslesen
  • körperliche Belastbarkeit für Arbeit in Zwangslagen und Hitze
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit, teils Montageeinsätzen
  • Sorgfalt und Bewusstsein für Arbeitssicherheit

Wo man arbeitet

  • Apparate-, Behälter- und Rohrleitungsbau
  • Metallbau- und Schlossereibetriebe
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Fahrzeug-, Luftfahrt- und Schienenfahrzeugbau
  • Werkstätten von Energieversorgern und Industrieanlagen
  • Montagebaustellen und Instandhaltung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, etwa als Konstruktionsmechaniker oder Anlagenmechaniker, ergänzt durch Schweißerprüfungen für das WIG-Verfahren. Wer bereits im Metallbereich arbeitet, kann sich über Lehrgänge an einer Schweißtechnischen Lehranstalt in einigen Wochen bis Monaten qualifizieren. Die Prüfbescheinigungen müssen regelmäßig verlängert werden.

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