LKW-Fahrer im Nahverkehr
LKW-Fahrer im Nahverkehr transportieren Waren im regionalen Umkreis und kehren in der Regel täglich zum Betrieb zurück. Sie be- und entladen selbst, halten Touren mit vielen Stopps ein und übernehmen die Papiere zur Ladung.
23 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als LKW-Fahrer im Nahverkehr verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.950 € | 3.400 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € |
Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Tarifverträge für das Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe, im öffentlichen Dienst der TVöD, während kleine Frachtführer oft nahe am Mindestlohn zahlen. Zusatzqualifikationen wie der ADR-Schein für Gefahrgut sowie Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Frühdienste heben das Monatsentgelt deutlich an.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein LKW-Fahrer im Nahverkehr?
Der Arbeitstag beginnt meist früh am Betriebshof oder im Verteilzentrum. Der Fahrer prüft das Fahrzeug, kontrolliert Reifen, Beleuchtung, Bremsen und Ölstand, übernimmt die Ladung und sichert sie mit Spanngurten, Sperrstangen oder Antirutschmatten. Dann folgt die Tour: Bei Stückgut und Paketen sind es teils dreißig bis siebzig Stopps am Tag, bei Baustoffen oder Getränken weniger Adressen, dafür schweres Gut. Zwischen den Stationen wird rangiert, in engen Innenstädten zugestellt, an Rampen angedockt und dokumentiert, wer wann was angenommen hat. Lieferscheine, Palettenscheine, Handscanner und Fahrerkarte gehören genauso zum Job wie das Lenkrad. Bei Kunden ohne eigene Technik entlädt der Fahrer mit Hubwagen, Mitnahmestapler oder Ladebordwand selbst. Am Abend kommen Retouren, Leergut und Tauschpaletten zurück in den Betrieb, dazu Tankstopp, Reinigung und Abgabe der Papiere.
Wie wird man LKW-Fahrer im Nahverkehr?
Voraussetzung ist der Führerschein der Klasse C oder CE mit der Fahrerqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, dem sogenannten Schlüssel 95. Wer beides nicht hat, macht eine beschleunigte Grundqualifikation oder legt die volle Prüfung ab; die Kosten liegen im vierstelligen Bereich, werden aber häufig von der Arbeitsagentur oder von Speditionen gefördert, die Fahrer dringend suchen. Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer, in der Führerschein, Ladungssicherung, Technik und Recht enthalten sind. Der Quereinstieg ist verbreitet und funktioniert: Viele beginnen mit siebeneinhalb Tonnern und wachsen in schwerere Fahrzeuge hinein. Alle fünf Jahre sind fünf Weiterbildungsmodule Pflicht.
Was der Beruf verlangt
Nahverkehr heißt abends daheim, aber nicht wenig Arbeit. Schichtbeginn zwischen drei und sechs Uhr morgens ist üblich, die Lenk- und Ruhezeiten begrenzen den Tag, der Zeitdruck durch Zeitfenster bei Kunden bleibt trotzdem. Körperlich ist der Job härter als der Fernverkehr, weil ständig aus- und eingestiegen, gehoben, geschoben und gezogen wird. Rücken, Knie und Schultern spüren das nach Jahren. Dazu kommen Staus, Parkplatznot in Städten, Wetter, Kunden mit schlechter Laune und die Verantwortung für ein vierzig Tonnen schweres Fahrzeug im Berufsverkehr. Verstöße bei Ladungssicherung oder Lenkzeiten treffen den Fahrer persönlich. Wer Ordnung, Ruhe und Selbstständigkeit mag und sich nicht vom Termindruck aus der Fassung bringen lässt, kommt gut zurecht.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Ein großer Teil der Fahrer geht in den nächsten Jahren in Rente, der Nachwuchs reicht nicht nach. Wer einen CE-Führerschein und ein reines Fahrerlebnis mitbringt, findet praktisch überall eine Stelle, häufig ohne lange Suche. Entwicklungswege führen über Zusatzqualifikationen wie ADR-Schein für Gefahrgut, Kran, Tieflader oder Kühltransport, wo besser gezahlt wird. Aus dem Fahrersitz heraus wechseln manche in Disposition, Fahrtrainings, Fuhrparkleitung oder Lagerlogistik. Automatisiertes Fahren wird den Nahverkehr mit vielen Stopps und Handarbeit auf absehbare Zeit nicht ersetzen.
Aufgaben
- Waren im regionalen Umkreis ausliefern und abholen
- Fahrzeug vor Fahrtbeginn auf Verkehrssicherheit prüfen
- Ladung sichern mit Gurten, Sperrstangen und Antirutschmatten
- Be- und Entladen mit Hubwagen, Ladebordwand oder Mitnahmestapler
- Lieferscheine, Palettenscheine und Scannerdaten führen
- Touren nach vorgegebenen Zeitfenstern abarbeiten
- Leergut, Retouren und Tauschpaletten zurückführen
- Lenk- und Ruhezeiten über Fahrerkarte einhalten
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse C oder CE
- Fahrerqualifikation nach BKrFQG (Schlüssel 95)
- Fahrerkarte für den digitalen Tachographen
- körperliche Belastbarkeit für Heben und häufiges Ein- und Aussteigen
- Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ruhiges Verhalten im Verkehr
- Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn
- Grundkenntnisse Deutsch für Papiere und Kundenkontakt
Wo man arbeitet
- Speditionen und Transportunternehmen
- Paket- und Stückgutdienste
- Getränke-, Baustoff- und Lebensmittelhandel
- Entsorgungs- und Kommunalbetriebe
- Handwerks- und Industriebetriebe mit eigenem Fuhrpark
Der Weg in den Beruf
Üblich ist der Einstieg über den Führerschein C oder CE mit beschleunigter Grundqualifikation, der je nach Vorkenntnissen in wenigen Monaten zu schaffen ist. Alternativ führt die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer zum Abschluss, in der Führerschein und Fachwissen enthalten sind. Alle fünf Jahre sind Weiterbildungsmodule zur Verlängerung der Fahrerqualifikation vorgeschrieben.
Offene Stellen als LKW-Fahrer im Nahverkehr
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Verwandte Berufe
Berufskraftfahrer
Berufskraftfahrer transportieren Güter oder Personen mit Lkw, Sattelzügen oder Bussen und sind für Ladung, Fahrzeug und Papiere verantwortlich. Der Arbeitsalltag findet überwiegend auf der Straße statt, oft mit langen Standzeiten und Nächten unterwegs.
- Offene Stellen
- 49
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.300 €
Busfahrer
Busfahrerinnen und Busfahrer befördern Menschen im Linien-, Reise- oder Werksverkehr, halten Fahrpläne ein und sorgen für die Sicherheit der Fahrgäste. Die Arbeit findet meist im Schichtdienst statt, auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.300 – 3.900 €
Disponent
Disponenten planen den Einsatz von Fahrzeugen, Waren, Aufträgen oder Personal und halten Termine, Kosten und gesetzliche Vorgaben im Blick. Sie sind die Schaltstelle zwischen Kunden, Fahrern, Lager und Verwaltung.
- Offene Stellen
- 53
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.500 €
Fachkraft für Lagerlogistik
Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Sendungen zusammen und versenden sie. Sie steuern Warenströme im Lager und arbeiten mit Gabelstapler, Scanner und Lagerverwaltungssoftware.
- Offene Stellen
- 90
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.500 €
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