Lkw Fahrer
LKW-Fahrer transportieren Güter mit Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen - im Nahverkehr, im Fernverkehr oder auf dem Bau. Sie sichern die Ladung, halten Lenk- und Ruhezeiten ein und sind für Fahrzeug und Fracht verantwortlich.
125 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Lkw Fahrer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.650 € | 3.000 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Entscheidend sind Einsatzart und Tarifbindung: Fernverkehr, Gefahrgut und Werkverkehr großer Industriebetriebe zahlen deutlich besser als kleine Speditionen im Stückgut. Viele Betriebe orientieren sich an regionalen Tarifverträgen für das Speditions- und Transportgewerbe; Spesen, Nacht- und Wochenendzulagen machen beim Nettoeinkommen oft mehrere Hundert Euro aus, zählen aber nicht zum Grundgehalt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein LKW-Fahrer?
LKW-Fahrer bringen Waren von einem Ort zum anderen. Der Arbeitstag beginnt meist mit der Abfahrtkontrolle: Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Ölstand, Ladungssicherungsmittel. Danach wird geladen oder ein bereits beladener Auflieger übernommen. Wer im Verteilerverkehr fährt, steuert am Tag zwanzig oder mehr Stationen an, lädt mit Hubwagen ab, lässt Lieferscheine quittieren und nimmt Leergut mit. Im Fernverkehr sind es lange Etappen, oft mit Übernachtung in der Kabine an der Autobahn oder auf einem Werksgelände.
Zur Arbeit gehört mehr als Fahren. Die Ladung muss so gesichert sein, dass sie bei einer Vollbremsung nicht verrutscht - dafür haftet der Fahrer mit. Fahrerkarte und digitaler Tachograf dokumentieren jede Minute, Lenkzeiten und Pausen sind gesetzlich vorgeschrieben und werden kontrolliert. Bei Gefahrgut, Kühltransporten, Tank- oder Silofahrzeugen kommen zusätzliche Vorschriften dazu. Im Baustellen- und Entsorgungsverkehr wird oft selbst mit Kran, Kipper oder Absetzer gearbeitet.
Wie wird man LKW-Fahrer?
Es gibt zwei Wege. Der kürzere ist der Führerschein der Klasse C oder CE plus die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Das dauert je nach Fahrschule und Vorkenntnissen einige Monate und kostet mehrere Tausend Euro; die Arbeitsagentur oder ein Arbeitgeber übernimmt die Kosten häufig, wenn eine Einstellung in Aussicht steht. Der zweite Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer, die neben dem Fahren auch Fahrzeugtechnik, Disposition und Frachtpapiere abdeckt. Quereinsteiger sind in der Branche üblich und willkommen, ein bestimmter Schulabschluss wird selten verlangt. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht, um die Fahrerqualifikation zu behalten.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich fordernder, als er von außen aussieht. Stundenlanges Sitzen, dann Ein- und Aussteigen, Ziehen von Rollcontainern, Kurbeln von Stützwinden, Planen öffnen bei Regen. Rücken, Knie und Gewicht leiden bei vielen. Die Arbeitszeiten liegen oft früh, spät oder nachts; im Fernverkehr ist man Tage bis Wochen von Zuhause weg, das Wochenende manchmal auf einem Rastplatz. Parkplatzmangel, verstopfte Rampen mit Wartezeiten, Termindruck der Disposition und ein rauer Umgangston bei Kunden gehören zum Alltag. Sanitäre Verhältnisse auf Autobahnrastplätzen sind ein reales Thema.
Dazu kommt Verantwortung: 40 Tonnen im Verkehr, Bußgelder und Punkte gehen oft an den Fahrer, nicht an das Unternehmen. Wer Ordnung, Ruhe und Selbstständigkeit mitbringt, kommt gut zurecht. Wer Struktur und feste Feierabendzeiten braucht, sollte den Nahverkehr oder Werkverkehr suchen.
Aussichten
Fahrer werden gesucht, und zwar dringend. Ein großer Teil der Beschäftigten geht in den nächsten Jahren in Rente, es kommen deutlich weniger nach. Wer einen CE-Führerschein und ein sauberes Führungszeugnis hat, findet in der Regel schnell eine Stelle. Bessere Bedingungen bieten häufig Werkverkehr großer Industriebetriebe, Entsorgung, Betonmischer, Tank- und Gefahrguttransport oder kommunale Betriebe. Zusatzqualifikationen wie ADR-Schein, Kran, Flurförderzeugschein oder Ausbildereignung erhöhen die Auswahl. Weiterentwicklung ist Richtung Disposition, Fahrtrainer, Fuhrparkleitung oder mit dem Fachkundenachweis in die eigene Selbstständigkeit möglich.
Aufgaben
- Güter im Nah- oder Fernverkehr transportieren
- Abfahrtkontrolle am Fahrzeug durchführen
- Ladung sichern, verzurren und Gewichtsverteilung prüfen
- Be- und Entladen, teils mit Hubwagen, Kran oder Kipper
- Lenk- und Ruhezeiten einhalten und dokumentieren
- Frachtpapiere, Lieferscheine und Ablieferbelege bearbeiten
- Kunden an Rampen und Baustellen anfahren und Übergaben abwickeln
- Schäden, Mängel und Verzögerungen an die Disposition melden
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse C oder CE mit Schlüsselzahl 95 (Grundqualifikation)
- Fahrerkarte für den digitalen Tachografen
- Mindestalter 18 bzw. 21 Jahre je nach Fahrerlaubnis und Einsatz
- Körperliche Belastbarkeit, gutes Sehvermögen, ärztliche Eignung
- Zuverlässigkeit, Ruhe im Verkehr und Bereitschaft zu unregelmäßigen Zeiten
- Deutschkenntnisse für Papiere und Kundenkontakt
- Je nach Einsatz ADR-Schein, Kran- oder Staplerschein
Wo man arbeitet
- Speditionen und Transportunternehmen
- Werkverkehr von Industrie- und Handelsbetrieben
- Baustoff-, Beton- und Entsorgungsbetriebe
- Paket- und Stückgutdienste
- Kommunale Betriebe und Stadtreinigung
- Tank- und Gefahrgutlogistik
Der Weg in den Beruf
Üblich ist der Erwerb der Fahrerlaubnis C/CE zusammen mit der beschleunigten Grundqualifikation, was mehrere Monate dauert und meist gefördert wird. Alternativ führt die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu einem anerkannten Abschluss vor der IHK. Alle fünf Jahre folgt eine 35-stündige Pflichtweiterbildung.
Offene Stellen als Lkw Fahrer
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