Lieferfahrer
Lieferfahrer bringen Pakete, Lebensmittel, Möbel oder Ersatzteile zu Privatkunden und Betrieben. Sie planen ihre Tour, laden das Fahrzeug, fahren die Adressen ab und dokumentieren jede Übergabe.
18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Lieferfahrer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.400 € | 2.800 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.800 € | 3.300 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.200 € | 3.900 € | 38.400 € |
Entscheidend ist, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist: Bei der Deutschen Post DHL, im Speditions- und Logistikgewerbe oder nach dem TVöD liegen die Löhne spürbar über denen bei Paket-Subunternehmern, die oft nur knapp über dem Mindestlohn zahlen. Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie Führerscheinklasse C oder CE erhöhen das Einkommen zusätzlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Lieferfahrer?
Der Arbeitstag beginnt meist im Depot oder Lager. Dort werden die Sendungen für die eigene Tour zusammengestellt, gescannt und ins Fahrzeug geladen – bei Paketdiensten sind das oft 120 bis 200 Stopps am Tag, im Möbel- oder Getränkebereich deutlich weniger, dafür schwerere Stücke. Danach folgt die Tour: Adresse ansteuern, Parkplatz finden, ausliefern, Empfang quittieren lassen, Nachbarschaftsabgabe oder Benachrichtigung dokumentieren, weiter zum nächsten Stopp.
Dazu kommen Nebenaufgaben, die den Zeitplan bestimmen: Nachnahmebeträge kassieren, Retouren mitnehmen, Kühlketten einhalten, Gefahrgut korrekt kennzeichnen, Fahrzeug auf Verkehrssicherheit prüfen, Tankbelege und Lenkzeiten erfassen. Wer für einen Lebensmittelhändler oder Handwerksbetrieb fährt, hat oft feste Kundenrouten und trägt Ware bis in die Wohnung oder auf die Baustelle. Der Kundenkontakt an der Tür gehört dazu – freundlich bleiben auch dann, wenn jemand seit drei Tagen auf sein Paket wartet.
Wie wird man Lieferfahrer?
Eine formale Ausbildung ist für den Einstieg meist nicht nötig. Verlangt wird der Führerschein Klasse B, häufig mit mehreren Jahren Fahrpraxis; für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen die Klasse C1 oder C samt Berufskraftfahrerqualifikation nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz. Viele Betriebe schulen neue Fahrer in ein bis zwei Wochen ein, oft im Beifahrersitz auf einer bestehenden Tour.
Wer den Beruf langfristig ausüben will, kann die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolvieren oder als Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen in zwei Jahren einen anerkannten Abschluss erwerben. Beides verbessert die Position gegenüber ungelernten Kollegen deutlich. Quereinstieg ist die Regel, nicht die Ausnahme – aus Gastronomie, Handel, Bau kommen viele.
Was der Beruf verlangt
Körperlich ist die Arbeit fordernd: ständiges Ein- und Aussteigen, Treppen ohne Aufzug, Pakete bis 31,5 Kilogramm, bei Getränken und Möbeln mehr. Rücken und Knie merken das nach einigen Jahren. Gearbeitet wird bei jedem Wetter, im Sommer im aufgeheizten Laderaum, im Winter auf glatten Wegen.
Der Zeitdruck ist der zweite Punkt. Touren sind eng kalkuliert, Stau, Baustellen und nicht angetroffene Empfänger verschieben den Plan, und die Arbeitszeit endet oft erst, wenn die letzte Sendung zugestellt ist. Zehn- bis Zwölfstundentage kommen vor, ebenso Samstagsarbeit und Frühstart vor sechs Uhr. In der Paketbranche arbeiten viele Fahrer bei Subunternehmern, wo Bezahlung und Arbeitsbedingungen deutlich schlechter sind als bei den Zustellern der großen Konzerne oder bei der Post. Wer sich für diesen Beruf entscheidet, sollte genau hinsehen, wer der Arbeitgeber ist.
Aussichten
Fahrer werden überall gesucht, der Onlinehandel wächst weiter und der Altersschnitt in der Branche ist hoch. Eine Stelle findet sich in fast jeder Region kurzfristig. Die Kehrseite: Es ist ein Markt mit niedrigen Einstiegshürden und entsprechend niedrigem Lohnniveau, Preisdruck der Auftraggeber wird nach unten weitergegeben.
Entwicklungswege führen über die Führerscheinklassen C und CE in den Fernverkehr, über Gefahrgut- oder Kühltransportscheine in besser bezahlte Nischen oder ins Depot als Disponent, Teamleiter oder Tourenplaner. Auch der Wechsel in die Lagerlogistik oder eine spätere Selbstständigkeit als Kurierunternehmer ist möglich, birgt aber unternehmerisches Risiko.
Aufgaben
- Sendungen scannen, sortieren und ladungssicher verstauen
- Tourenreihenfolge planen und an Verkehrslage anpassen
- Waren an Privatkunden und Betriebe übergeben
- Empfangsquittungen, Nachnahmen und Retouren abwickeln
- Fahrzeug täglich auf Verkehrssicherheit prüfen
- Kühlketten und Gefahrgutvorschriften einhalten
- Lenk- und Ruhezeiten dokumentieren
- Zustellhindernisse und Schäden an die Disposition melden
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse B, für schwerere Fahrzeuge C1 oder C mit Berufskraftfahrerqualifikation
- Ortskenntnis oder sicherer Umgang mit Navigation und Scanner
- Körperliche Belastbarkeit, Heben und Tragen bis über 30 Kilogramm
- Pünktlichkeit und selbstständiges Arbeiten ohne Aufsicht
- Freundlicher Umgang mit Kunden auch unter Zeitdruck
- Ausreichende Deutschkenntnisse für Kundenkontakt und Papiere
- Sauberes Führungszeugnis bei Post- und Wertsendungen
Wo man arbeitet
- Paket- und Kurierdienste
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Lebensmittelhandel und Getränkelieferanten
- Möbelhäuser und Baumärkte
- Apotheken- und Ersatzteilzustellung
- Handwerks- und Industriebetriebe mit eigenem Fuhrpark
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg gelingt meist ohne Ausbildung mit Führerschein Klasse B und einer betrieblichen Einweisung von ein bis zwei Wochen. Wer einen anerkannten Abschluss will, absolviert die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen oder die dreijährige zum Berufskraftfahrer. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist zusätzlich die Grundqualifikation nach dem BKrFQG erforderlich.
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Verwandte Berufe
Berufskraftfahrer
Berufskraftfahrer transportieren Güter oder Personen mit Lkw, Sattelzügen oder Bussen und sind für Ladung, Fahrzeug und Papiere verantwortlich. Der Arbeitsalltag findet überwiegend auf der Straße statt, oft mit langen Standzeiten und Nächten unterwegs.
- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.300 €
Fachkraft für Lagerlogistik
Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Sendungen zusammen und versenden sie. Sie steuern Warenströme im Lager und arbeiten mit Gabelstapler, Scanner und Lagerverwaltungssoftware.
- Offene Stellen
- 89
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.500 €
Fachlagerist
Fachlageristen nehmen Waren an, kontrollieren sie, lagern sie ein und stellen Sendungen für den Versand zusammen. Der Beruf wird in einer zweijährigen Ausbildung erlernt und ist körperlich fordernd.
- Offene Stellen
- 30
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.000 €
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