Was macht eine Leitung Rechnungswesen?
Die Leitung Rechnungswesen sorgt dafür, dass die Zahlen eines Unternehmens stimmen und rechtzeitig vorliegen. Sie steuert die Haupt- und Nebenbuchhaltung, gibt Buchungen frei, klärt schwierige Sachverhalte wie Rückstellungen, Bewertungsfragen oder Umsatzsteuer bei Auslandsgeschäften und verantwortet den Monats-, Quartals- und Jahresabschluss nach HGB, in größeren Häusern zusätzlich nach IFRS. Sie stimmt Konten ab, prüft Abgrenzungen, erstellt Anhang und Lagebericht mit und begleitet die Wirtschaftsprüfung. Dazu kommt die Führung eines Teams von wenigen bis zu mehreren Dutzend Personen: Aufgaben verteilen, Urlaubsvertretungen organisieren, neue Mitarbeiter einarbeiten, Zielgespräche führen. Ein wachsender Teil der Arbeit besteht darin, Prozesse zu verbessern - Rechnungseingang digitalisieren, Schnittstellen zwischen Vorsystemen und ERP sauber ziehen, Abschlusszeiten verkürzen. In vielen Unternehmen liegt auch die Liquiditätsübersicht, das Mahnwesen und die Zusammenarbeit mit dem Controlling in diesem Bereich.
Wie wird man Leitung Rechnungswesen?
Es gibt zwei übliche Wege. Der eine führt über ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Accounting, Steuern oder Wirtschaftsprüfung, danach mehrere Jahre in der Bilanzbuchhaltung, in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder in einer Steuerberatungskanzlei. Der andere beginnt mit einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellte, und führt über die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter IHK, oft mit anschließender Zusatzqualifikation in internationaler Rechnungslegung. Beide Wege sind gleichwertig anerkannt; die Prüfung zum Bilanzbuchhalter gilt vielerorts als eigentliche Eintrittskarte. Bis zur Leitungsposition vergehen in der Regel sechs bis zehn Berufsjahre. Wer aus der Wirtschaftsprüfung kommt, schafft den Sprung manchmal schneller, muss dann aber operative Buchhaltungspraxis nachholen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark taktgebunden. Abschlusstermine sind nicht verschiebbar, und in den ersten Wochen eines Quartals oder im Januar und Februar sind Überstunden die Regel, nicht die Ausnahme. Wer Wert auf gleichmäßige Auslastung legt, wird damit Mühe haben. Verlangt wird außerdem Genauigkeit über lange Strecken: Ein Vorzeichenfehler in einer Konsolidierung kostet Tage. Die Rechtslage ändert sich fortlaufend, Steuerrecht und Rechnungslegungsstandards muss man ohne Aufforderung nachlesen. Hinzu kommt die Führungsaufgabe, auf die kaum jemand vorbereitet ist: Buchhaltungsteams sind häufig unterbesetzt, Stellen bleiben monatelang offen, und die Leitung muss Lücken auffangen und gleichzeitig das Team zusammenhalten. Der Beruf ist überwiegend Bildschirmarbeit, körperlich anspruchslos, mental in Abschlussphasen dicht.
Aussichten
Qualifizierte Bilanzbuchhalter und Rechnungswesenleitungen werden gesucht, quer durch Branchen und Unternehmensgrößen. Die Digitalisierung nimmt der Buchhaltung Routinearbeit ab, verschiebt die Anforderungen aber nach oben: Wer Prozesse und ERP-Systeme versteht, ist gefragter als wer nur bucht. Entwicklungswege führen in die Position des Head of Accounting oder Konzernrechnungswesens, in die kaufmännische Geschäftsführung oder zur Finanzleitung mit Verantwortung auch für Controlling und Treasury. Manche wechseln in die Selbstständigkeit als Interim Manager für Abschlüsse und Systemumstellungen, was gut bezahlt wird, aber Reisebereitschaft verlangt.