Leiter Rechnungswesen
Leiter Rechnungswesen verantworten die Buchhaltung eines Unternehmens und erstellen Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse. Sie führen ein Team von Buchhaltern und sind Ansprechpartner für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Finanzämter.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Leiter Rechnungswesen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.400 € | 6.500 € | 64.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.800 € | 7.000 € | 8.500 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.000 € | 8.800 € | 12.000 € | 105.600 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: In einem kleinen Mittelständler liegt die Leitung oft bei rund 5.000 Euro, in einem Industriekonzern mit IFRS-Abschluss und größerem Team deutlich über 9.000 Euro. Tarifgebundene Stellen orientieren sich am TVöD (etwa Entgeltgruppe 12 bis 14) oder an den Metall- und Elektrotarifen, im öffentlichen Dienst fällt die Spitze niedriger aus als in der Privatwirtschaft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Leiter Rechnungswesen?
Der Leiter Rechnungswesen verantwortet, dass die Zahlen eines Unternehmens stimmen und rechtzeitig vorliegen. Dazu gehören die Finanz- und Anlagenbuchhaltung, oft auch Debitoren, Kreditoren und Lohnbuchhaltung. Er steuert den Monatsabschluss, prüft Abgrenzungen und Rückstellungen, bewertet Vorräte und Forderungen und erstellt den Jahresabschluss nach HGB, in größeren Konzernen zusätzlich nach IFRS. Umsatzsteuervoranmeldungen, statistische Meldungen und die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater bei der Steuererklärung laufen ebenfalls über seinen Tisch.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist Führung: Dienstpläne bei Abschlussterminen, Einarbeitung neuer Kollegen, Aufgabenverteilung, Zielgespräche. Ein dritter Teil ist Projektarbeit - Einführung oder Umstellung eines ERP-Systems, Automatisierung von Rechnungseingängen, Aufbau eines internen Kontrollsystems, Vorbereitung von Betriebsprüfungen. Wer in einem mittelständischen Unternehmen arbeitet, deckt oft zusätzlich Controlling, Liquiditätsplanung und Bankgespräche mit ab.
Wie wird man Leiter Rechnungswesen?
Die Position ist keine Einstiegsstelle. Üblich sind zwei Wege. Der erste führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt Accounting, danach mehrere Jahre als Bilanzbuchhalter, Accountant oder in der Wirtschaftsprüfung. Der zweite Weg ist der Aufstieg aus der Praxis: kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter, anschließend Berufserfahrung in der Buchhaltung und die Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter IHK. Diese Prüfung gilt in vielen Unternehmen als Schlüsselqualifikation und ist für den Quereinstieg der verlässlichste Nachweis.
Verlangt werden in der Regel fünf bis zehn Jahre Erfahrung, sichere Abschlusskenntnisse und Praxis mit einem gängigen Buchhaltungssystem, meist DATEV, SAP oder Microsoft Dynamics. In international tätigen Unternehmen kommen IFRS-Kenntnisse und Englisch dazu.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit folgt einem festen Kalender, und der ist unnachgiebig. In den ersten Arbeitstagen jedes Monats und besonders in der Jahresabschlussphase zwischen Januar und März sind Überstunden die Regel. Fehler werden sichtbar, weil Abschlüsse geprüft und veröffentlicht werden; die Verantwortung für richtige Zahlen liegt persönlich beim Leiter Rechnungswesen. Wer Genauigkeit als lästig empfindet, wird hier nicht glücklich.
Dazu kommt der Umgang mit ständig neuen Vorgaben - Steuerrecht, E-Rechnungspflicht, Nachhaltigkeitsberichterstattung. Weiterbildung ist kein Extra, sondern Teil der Stelle. Der Rest des Jahres ist dagegen ruhiger und meist planbar, Homeoffice ist in vielen Unternehmen möglich. Schwer fällt vielen der Wechsel von der reinen Fachaufgabe zur Führung: Delegieren, Konflikte im Team klären und Termine gegenüber der Geschäftsführung verteidigen sind andere Fähigkeiten als saubere Buchungssätze.
Aussichten
Qualifizierte Abschlusssicherheit ist knapp, gerade im Mittelstand. Stellen bleiben oft monatelang offen, ein Wechsel ist meist ohne Wartezeit möglich. Automatisierung nimmt vor allem einfache Buchungstätigkeiten ab, nicht die Beurteilung von Sachverhalten - die Position selbst gilt als stabil. Weiterentwicklung führt zum Head of Finance, zum kaufmännischen Leiter oder zum CFO kleinerer Gesellschaften, alternativ in die Konzernkonsolidierung oder in die Beratung.
Aufgaben
- Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB und teils IFRS erstellen
- Rückstellungen, Abgrenzungen und Bewertungen prüfen und dokumentieren
- Umsatzsteuervoranmeldungen und statistische Meldungen verantworten
- Team der Finanz-, Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung führen
- Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Betriebsprüfer begleiten
- Buchhaltungsprozesse und ERP-Systeme weiterentwickeln
- Geschäftsführung mit Auswertungen und Liquiditätsübersichten versorgen
Voraussetzungen
- Studium in Betriebswirtschaft oder Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter
- mehrjährige Erfahrung in der Bilanzierung, üblich sind fünf Jahre und mehr
- sichere Kenntnisse im HGB, im Steuerrecht und je nach Unternehmen in IFRS
- Routine in DATEV, SAP oder einem vergleichbaren System sowie in Excel
- Genauigkeit, Belastbarkeit in Abschlussphasen und Bereitschaft zur Führung
- Englisch in international tätigen Unternehmen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Konzerne und Holdinggesellschaften
- Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Krankenhäuser, Verbände und öffentliche Einrichtungen
- Shared-Service-Center größerer Unternehmensgruppen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges BWL-Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder eine kaufmännische Ausbildung von drei Jahren mit anschließender Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter IHK, die berufsbegleitend etwa 18 bis 24 Monate dauert. Danach folgen mehrere Jahre in der Buchhaltung oder Wirtschaftsprüfung, bevor die Leitungsfunktion erreichbar ist.
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Bilanzbuchhalter
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- 148
- Monatsbrutto
- 4.000 – 15.000 €
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer prüfen Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse von Unternehmen und bestätigen mit dem Bestätigungsvermerk, ob die Zahlen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Beruf setzt ein bestandenes Wirtschaftsprüferexamen voraus, eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland.
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- 11
- Monatsbrutto
- 3.800 – 20.000 €
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