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Learning & Development

Learning-&-Development-Fachkräfte planen und organisieren die Weiterbildung in Unternehmen: Sie ermitteln Qualifikationslücken, entwickeln Schulungsformate und begleiten Führungskräfte bei der Entwicklung ihrer Teams.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Learning & Development verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.600 € 5.600 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.200 € 8.500 € 74.400 €

Entscheidend sind Branche und Unternehmensgröße: Konzerne in Chemie, Pharma, Banken oder Automobilindustrie zahlen deutlich über Bildungsanbietern und kleineren Mittelständlern. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist in den Entgeltgruppen 9b bis 13, mit engerer Spanne und geringeren Spitzenwerten als in der Privatwirtschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht Learning & Development?

Learning & Development, oft als L&D oder Personalentwicklung bezeichnet, ist der Teil der Personalabteilung, der sich um Qualifizierung kümmert. Der Alltag beginnt meist mit Bedarfsermittlung: Gespräche mit Fachbereichen, Auswertung von Mitarbeitergesprächen, Abgleich zwischen geforderten und vorhandenen Kompetenzen. Daraus entstehen Schulungsprogramme, Onboarding-Konzepte, Führungskräfteentwicklung oder E-Learning-Module. Ein großer Teil der Arbeit ist Organisation: Trainer beauftragen, Budgets verhandeln, Termine koordinieren, Teilnehmerlisten pflegen, Lernplattformen befüllen und pflegen. Wer selbst trainiert, steht auch vor Gruppen und moderiert Workshops, in vielen Unternehmen wird das aber an externe Anbieter vergeben.

Dazu kommt Auswertung. Rückmeldebögen, Abschlussquoten in Lernsystemen, Kosten pro Teilnehmer, Wirkung auf Fluktuation oder Produktivität: L&D muss belegen, dass Weiterbildung etwas bringt, und das ist selten eindeutig messbar. In größeren Organisationen gehört auch Abstimmung mit Betriebsrat, Compliance und Datenschutz dazu, etwa bei Pflichtschulungen oder der Einführung neuer Lernsoftware.

Wie wird man Learning & Development?

Es gibt keinen geschützten Zugang und keine eigene Ausbildung. Üblich ist ein Studium in Psychologie, Erziehungswissenschaft, Erwachsenenbildung, Wirtschaftswissenschaften mit Personalschwerpunkt oder Wirtschaftspädagogik. Ebenso häufig ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Personalfachkaufmann oder zur Aus- und Weiterbildungspädagogin bei der Industrie- und Handelskammer. Viele kommen aus einer Fachrolle: Ausbilder, Vertriebstrainer, Projektleiter oder Führungskraft, die intern in die Personalentwicklung wechselt.

Quereinstieg funktioniert, wenn Trainings- oder Moderationserfahrung nachweisbar ist. Zusatzqualifikationen als Trainer, Coach oder in agiler Moderation sind verbreitet, ihr Wert schwankt aber stark je nach Anbieter, weil der Markt unreguliert ist. Erwartet werden inzwischen fast überall Kenntnisse in Lernmanagementsystemen und in der Produktion digitaler Lerninhalte.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Homeoffice ist verbreitet. Trainings finden aber gelegentlich abends oder an Wochenenden statt, und wer Standorte betreut, reist. Belastend ist eher die Position im Unternehmen: L&D gilt oft als Kostenstelle. In wirtschaftlich schwierigen Phasen wird das Weiterbildungsbudget früh gekürzt, in Restrukturierungen fallen L&D-Stellen mit ab. Wer den Beitrag der eigenen Arbeit nicht in Zahlen und Argumenten darstellen kann, hat es schwer.

Dazu kommt viel Überzeugungsarbeit. Führungskräfte melden Bedarf an, geben ihre Leute dann aber nicht frei. Teilnehmer sitzen unfreiwillig in Pflichtschulungen. Programme, an denen monatelang gearbeitet wurde, werden nach einem Strategiewechsel gestrichen. Frustrationstoleranz und Ausdauer sind wichtiger als Begeisterung für Lernmethoden.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis wachsend, weil Fachkräftemangel, Digitalisierung und der Einsatz von KI in vielen Branchen Umschulung nötig machen. Gesucht werden vor allem Leute, die digitale Lernformate selbst bauen können und die betriebswirtschaftlich argumentieren. Der Markt ist konzentriert auf größere Unternehmen, Konzerne, Verwaltungen, Kliniken und Bildungsanbieter; im Mittelstand ist Personalentwicklung häufig nur ein Teil einer allgemeinen HR-Stelle.

Entwicklungswege führen zur Leitung eines Bereichs, in die strategische Personalarbeit, ins HR-Business-Partnering oder in die Selbstständigkeit als Trainerin oder Beraterin. Der freie Markt ist allerdings stark besetzt und die Auftragslage schwankt mit der Konjunktur.

Aufgaben

  • Qualifikationsbedarf mit Fach- und Führungskräften ermitteln
  • Schulungs- und Entwicklungsprogramme konzipieren
  • externe Trainer und Bildungsanbieter auswählen und steuern
  • Workshops und Trainings moderieren oder selbst durchführen
  • digitale Lerninhalte erstellen und Lernplattform pflegen
  • Weiterbildungsbudget planen und Kosten überwachen
  • Wirksamkeit von Maßnahmen auswerten und berichten
  • Onboarding neuer Mitarbeitender organisieren

Voraussetzungen

  • Studium in Psychologie, Pädagogik, Wirtschaft oder vergleichbare Qualifikation, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung
  • Erfahrung in Moderation, Training oder Projektarbeit
  • sicherer Umgang mit Lernmanagementsystemen und Autorenwerkzeugen
  • Fähigkeit, Bedarfe zu analysieren und Ergebnisse in Zahlen darzustellen
  • Durchsetzungsvermögen gegenüber Fachbereichen und Geschäftsführung
  • Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Personalabteilungen größerer Unternehmen und Konzerne
  • öffentliche Verwaltungen und Kliniken
  • Bildungsanbieter und Akademien
  • Beratungs- und Trainingsunternehmen
  • selbstständige Tätigkeit als Trainerin oder Berater

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Psychologie, Erziehungswissenschaft, Wirtschaftspädagogik oder Betriebswirtschaft mit Personalschwerpunkt, also drei bis fünf Jahre. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit anschließender IHK-Weiterbildung zum Personalfachkaufmann oder zur Aus- und Weiterbildungspädagogin in den Beruf. Einstiegsstellen heißen oft Trainee, Junior HR Developer oder Referent Personalentwicklung.

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