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Handwerk & Produktion

Kundendienstmonteur

Kundendienstmonteure warten und reparieren technische Anlagen direkt beim Kunden – etwa Heizungen, Aufzüge, Kälteanlagen oder Haushaltsgeräte. Sie fahren täglich zu wechselnden Einsatzorten und arbeiten meist allein.

11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kundendienstmonteur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.950 € 3.400 € 35.400 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.550 € 4.100 € 42.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit Tarifvertrag des SHK-Handwerks oder der Metall- und Elektroindustrie liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Betriebe. Zulagen für Rufbereitschaft, Notdienst, Überstunden und Montagetage machen oft mehrere Hundert Euro im Monat aus und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kundendienstmonteur?

Kundendienstmonteure sind unterwegs. Morgens gibt es eine Tourenliste, dann geht es mit dem Servicefahrzeug von Auftrag zu Auftrag: Heizungswartung im Einfamilienhaus, Störungsmeldung an einer Kälteanlage im Supermarkt, Inbetriebnahme eines Aufzugs im Neubau, Reparatur einer gewerblichen Waschmaschine. Der Ablauf ist meist ähnlich – Fehler eingrenzen, messen, Bauteil tauschen oder instand setzen, Funktion prüfen, dokumentieren, Kunden einweisen und den Auftrag im Tablet abschließen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Diagnose: Regelungen auslesen, Druck- und Temperaturwerte prüfen, Elektrik durchmessen, Fehlerspeicher deuten. Dazu kommt Papier- und Datenarbeit, die viele unterschätzen: Wartungsprotokolle, Messwerte für Abgasuntersuchungen, Kältemittelnachweise, Materialbuchungen, Arbeitszeitnachweise. Und es kommt Kundenkontakt dazu – oft in Wohnungen, in denen es kalt ist, das Wasser nicht läuft oder ein Gerät zum dritten Mal ausfällt. Ruhig bleiben und erklären gehört zum Beruf so sehr wie das Werkzeug.

Wie wird man Kundendienstmonteur?

Über eine handwerkliche oder technische Ausbildung. Typisch sind Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Mechatroniker für Kältetechnik, Elektroniker, Industriemechaniker oder Mechatroniker. Kundendienst ist in der Regel kein eigener Ausbildungsberuf, sondern eine Einsatzform: Nach der Lehre wechseln viele aus der Montage oder Produktion in den Service, weil dort selbstständiger gearbeitet wird und die Tätigkeit abwechslungsreicher ist.

Wer aus einem anderen Handwerk kommt, hat gute Chancen, wenn Elektro- und Messkenntnisse vorhanden sind. Hersteller und größere Servicebetriebe schulen intensiv auf ihre Produkte, oft mehrere Wochen im Jahr. Pflicht sind je nach Bereich Zusatznachweise – etwa die Kältemittel-Sachkunde, Schulungen für Gasgeräte, Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten oder Nachweise nach Trinkwasserverordnung. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Enge Heizungskeller, Dachtechnikräume, Leitern, Kriechkeller, schweres Werkzeug, Geräte, die in den vierten Stock getragen werden. Dazu Schmutz, Öl, Kältemittel und im Sommer heiße Technikräume. Der Rücken und die Knie merken das über die Jahre.

die Fahrzeiten kommen obendrauf. Wer im ländlichen Gebiet arbeitet, verbringt zwei Stunden am Tag im Auto; im Anlagenbau kommen Montagewochen mit Übernachtung dazu. Viele Betriebe haben Rufbereitschaft am Wochenende und in der Heizperiode Notdienst – planbar ist der Tag selten, weil Störungen dazwischenkommen. Der Zeitdruck ist real: Die Tour ist eng kalkuliert, und ein Fehler, der nicht zu finden ist, wirft alles nach hinten. Verlangt wird außerdem Zuverlässigkeit im Auftreten, denn der Monteur ist für den Kunden das Unternehmen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Anlagen müssen gewartet werden, unabhängig von der Konjunktur, und Fachkräfte fehlen in fast allen Bereichen – besonders in der Heizungs-, Kälte- und Aufzugstechnik. Wärmepumpen, Kältemittelvorschriften und vernetzte Regelungen verändern die Arbeit, machen sie aber nicht weniger.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Servicetechniker mit Spezialgebiet, Meister mit eigener Kundendienstabteilung, Techniker, Einsatzleitung oder Disposition im Innendienst, Anwendungstechnik beim Hersteller, Sachverständigentätigkeit. Auch der eigene Betrieb ist mit Meisterbrief möglich. Wer körperlich nicht mehr auf die Leiter will, findet im Innendienst oder in der technischen Beratung Anschluss.

Aufgaben

  • technische Anlagen und Geräte beim Kunden warten und instand setzen
  • Störungen eingrenzen, messen und Fehlerursachen bestimmen
  • defekte Bauteile austauschen und Anlagen neu einstellen
  • Anlagen in Betrieb nehmen und Kunden in die Bedienung einweisen
  • Messwerte, Wartungsprotokolle und Arbeitszeiten dokumentieren
  • Ersatzteile und Fahrzeugbestand verwalten
  • Notdienst und Rufbereitschaft übernehmen
  • Kunden über Reparaturkosten und Verschleiß informieren

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in einem handwerklich-technischen Beruf, etwa Anlagenmechaniker SHK, Mechatroniker für Kältetechnik oder Elektroniker
  • Führerschein Klasse B
  • Grundkenntnisse in Elektrotechnik, Messtechnik und Hydraulik
  • je nach Einsatzbereich Sachkundenachweise, etwa Kältemittel-Sachkunde oder Gasgeräteschulung
  • körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Beweglichkeit für enge Räume
  • selbstständiges Arbeiten und ruhiger Umgang mit Kunden in Stresssituationen
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft, Notdienst und wechselnden Einsatzorten

Wo man arbeitet

  • Handwerksbetriebe für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Kundendienstorganisationen von Geräteherstellern
  • Aufzugs- und Kältetechnikunternehmen
  • Facility-Management- und Gebäudetechnikdienstleister
  • Industrieunternehmen mit eigenem Werkskundendienst

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem technischen Handwerksberuf, meist Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Mechatroniker für Kältetechnik oder Elektroniker, mit Abschluss vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer. Der Wechsel in den Kundendienst erfolgt danach im Betrieb, begleitet von Herstellerschulungen und gesetzlich vorgeschriebenen Sachkundenachweisen. Aufbauend sind Meister- oder Technikerprüfung möglich.

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