Was macht ein Kundenberater Versicherungen im Bankenvertrieb?
Die Arbeit findet in den Räumen einer Bank statt, aber der Arbeitgeber ist in der Regel ein Versicherungsunternehmen, das mit dem Institut zusammenarbeitet. Die Bankberater erkennen im Kundengespräch einen Bedarf – eine Baufinanzierung ohne Risikoschutz, ein auslaufender Bausparvertrag, ein Erbfall – und vermitteln den Termin an den Versicherungsspezialisten. Dieser führt das Beratungsgespräch, analysiert die bestehende Absicherung, rechnet Altersvorsorge- und Berufsunfähigkeitslösungen, kalkuliert Beiträge und schließt den Vertrag ab.
Zum Alltag gehören Beratungsgespräche in der Filiale, Telefontermine, die Dokumentation nach den Vorgaben des Versicherungsvertriebsrechts und die Nachbearbeitung: Antragsprüfung, Rückfragen der Risikoprüfung, Nachreichen von Unterlagen. Ein zweiter, oft unterschätzter Teil der Arbbeit ist die Betreuung der Bankmitarbeiter selbst: Schulungen zu neuen Tarifen, gemeinsame Bestandsdurchsichten, Motivation zur Terminvereinbarung. Wer die Filialteams nicht für sich gewinnt, bekommt keine Termine und damit keine Abschlüsse.
Wie wird man Kundenberater Versicherungen im Bankenvertrieb?
Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann, jeweils drei Jahre im dualen System. Viele Versicherer stellen bevorzugt Leute ein, die aus der Bank kommen und die Abläufe, Produkte und Kundschaft dort kennen. Ebenso verbreitet ist der Einstieg mit einem betriebswirtschaftlichen Studium oder als Quereinsteiger aus anderen Vertriebsberufen; dann folgt eine mehrmonatige interne Qualifizierung und die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34d Gewerbeordnung, die für die Vermittlung Pflicht ist. Weiterbildungen wie Versicherungsfachwirt oder eine Spezialisierung auf betriebliche Altersversorgung sind später üblich.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist Vertrieb, auch wenn er in seriöser Kulisse stattfindet. Es gibt Zielvorgaben für Beratungsgespräche, vermittelte Beiträge und Produktarten, meist quartalsweise nachgehalten. Ein erheblicher Teil des Einkommens ist variabel, in schwachen Monaten macht sich das bemerkbar. Der Druck kommt von zwei Seiten: vom eigenen Versicherer und von der Bank, die ihre Provisionserträge braucht.
Die Arbeitszeiten liegen weitgehend in den Öffnungszeiten der Filialen, Abendtermine kommen vor, Wochenendarbeit selten. Dafür ist man viel unterwegs, wenn der Bezirk mehrere Standorte umfasst. Fachlich verlangt der Beruf, Vorsorge- und Absicherungsthemen verständlich zu erklären, ohne zu vereinfachen, und die Beratungsdokumentation lückenlos zu führen – Fehler hier sind haftungsrelevant. Wer Konflikte scheut oder Absagen persönlich nimmt, hält den Alltag schwer durch.
Aussichten
Der Bankenvertrieb ist ein stabiler Vertriebsweg, weil Banken über die Kundendaten und den Zugang verfügen, den Versicherer suchen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Filialen, Beratung verlagert sich in Video- und Telefonkanäle, und Standardprodukte wandern ins Onlinegeschäft. Gefragt bleiben Berater für erklärungsbedürftige Themen: Berufsunfähigkeit, betriebliche Altersversorgung, Vermögensnachfolge, gewerbliche Absicherung. Entwicklungswege führen in die Vertriebsleitung eines Bankgebiets, in die Ausbildung und Schulung der Bankpartner, in den Firmenkundenbereich oder in die Selbstständigkeit als Makler.