Was macht man in der Küche?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Mise en place: Gemüse putzen und schneiden, Fleisch parieren, Fisch filetieren, Fonds ansetzen, Saucen abschmecken, Beilagen vorgaren. Während des Service arbeitet man an einem festen Posten - Garde Manger für kalte Speisen, Entremetier für Beilagen und Suppen, Saucier für Fleisch und Saucen, Pâtissier für Desserts - und bringt die Teller zeitgleich mit den anderen Posten auf den Pass. Dazwischen liegen Warenannahme und Kontrolle der Lieferungen, Lagerhaltung, Kalkulation von Portionsgrößen, das Führen der HACCP-Dokumentation und die Reinigung der Arbeitsflächen und Geräte. In der Gemeinschaftsverpflegung, etwa in Kliniken, Kantinen oder Schulküchen, geht es weniger um Feinheit und mehr um Menge, Diätformen und feste Ausgabezeiten. Küchenhilfen übernehmen Vorbereitung, Spüldienst und Reinigung, ohne eigenverantwortlich zu garen.
Wie wird man Köchin oder Koch?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Koch oder zur Köchin in Restaurant, Hotel, Kantine oder Krankenhausküche. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, viele Betriebe nehmen Bewerber mit Hauptschulabschluss. Die Ausbildung endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Für Küchenhilfen gibt es keine formale Ausbildung, hier zählt Anlernen im Betrieb; ein Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht. Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld üblich und gern gesehen, weil Personal fehlt - wer als Hilfe anfängt und bleibt, kann eine verkürzte Ausbildung oder eine Externenprüfung anschließen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo andere frei haben: abends, an Wochenenden, an Feiertagen. Geteilte Dienste mit einer langen Pause zwischen Mittag- und Abendservice sind verbreitet und zerreißen den Tag. Man steht acht Stunden und mehr, hebt Kisten und Töpfe, arbeitet bei Hitze am Herd und in Zugluft am Kühlhaus. Schnittwunden und Verbrennungen gehören dazu. Der Ton in vielen Küchen ist knapp bis rau, unter Druck wird laut kommuniziert. Überstunden sind häufig, Personalmangel führt dazu, dass Posten doppelt besetzt werden müssen. Die Bezahlung liegt in der Gastronomie am unteren Rand des Arbeitsmarkts, besonders in den ersten Jahren. Wer bleibt, braucht körperliche Belastbarkeit, Tempo, Ordnungssinn und die Fähigkeit, in Stresssituationen ruhig zu bleiben. Ein großer Teil der Ausgebildeten wechselt innerhalb der ersten Jahre in andere Branchen - das ist ein realistischer Teil des Berufsbildes.
Aussichten
Gesucht wird überall. Restaurants, Hotels, Kantinen, Kliniken und Cateringbetriebe finden seit Jahren nicht genug Personal, wer eine abgeschlossene Ausbildung hat, findet kurzfristig eine Stelle. Entwicklungswege führen über Chef de Partie und Sous-Chef zur Küchenleitung, alternativ über die Weiterbildung zum Küchenmeister, zum Fachwirt im Gastgewerbe oder in die Ausbildung eigener Lehrlinge. Wer Planungssicherheit und geregelte Zeiten will, geht in die Gemeinschaftsverpflegung, in Betriebsrestaurants oder zu Caterern; dort sind Abend- und Wochenenddienste seltener. Auch Selbstständigkeit mit einem kleinen Lokal, einem Foodtruck oder Privatkoch-Aufträgen ist ein gangbarer Weg.