Kranfahrer
Kranfahrer bewegen Lasten mit Turm-, Mobil-, Hallen- oder Portalkranen auf Baustellen, in Häfen, Stahlwerken und Industriehallen. Sie arbeiten meist allein in der Kabine, aber immer eng abgestimmt mit Einweisern am Boden.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kranfahrer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.000 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 4.000 € | 5.000 € | 48.000 € |
Ausschlaggebend sind Branche und Tarifbindung: Im Baugewerbe gilt der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe, in Häfen der Rahmentarifvertrag für die deutschen Seehäfen, in Stahlwerken der Tarif der Eisen- und Stahlindustrie - Hafen und Stahl zahlen deutlich besser als kleine Bauunternehmen. Zulagen für Schicht, Nacht, Montage und Auslöse machen beim Mobilkran und in der Schwerlastmontage einen erheblichen Teil des tatsächlichen Verdienstes aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kranfahrer?
Ein Kranfahrer hebt, verfährt und setzt Lasten ab, die kein Mensch und kein Gabelstapler bewegen kann: Betonfertigteile, Stahlträger, Rohre, Container, Coils, Maschinenteile. Auf dem Bau bedient er den Turmdrehkran oder einen Mobilkran, im Hafen die Container- oder Portalkrane, im Stahlwerk den Hallenkran über der Gießhalle. Vor jedem Einsatz gehört die Kontrolle dazu: Seile und Haken auf Beschädigung prüfen, Ölstände und Bremsen kontrollieren, Windmesser und Lastmomentbegrenzer testen, Standsicherheit und Untergrund beurteilen, bei Mobilkranen abstützen und ausrichten. Dann wird gearbeitet - oft stundenlang mit dem Blick nach unten oder nach oben, mit Funkgerät am Ohr und Handzeichen vom Anschläger als einziger Rückmeldung. Zum Job gehören außerdem Prüfbücher und Lastprotokolle, das Rüsten und Umsetzen des Krans, bei Mobilkranen die Fahrt zur Einsatzstelle und das Auf- und Abbauen der Ausrüstung.
Wie wird man Kranfahrer?
Es gibt keine eigene Ausbildung zum Kranfahrer. Der klassische Weg führt über eine gewerbliche Ausbildung, etwa als Baugeräteführer, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Fachkraft für Lagerlogistik oder in einem Metallberuf, und danach über die Kranführerausbildung nach DGUV-Grundsatz 309-003. Diese Lehrgänge dauern je nach Krantyp wenige Tage bis mehrere Wochen und enden mit theoretischer und praktischer Prüfung; der Betrieb erteilt anschließend eine schriftliche Beauftragung für die jeweilige Kranart. Für Mobilkrane braucht es zusätzlich den Führerschein der Klasse CE. Der Quereinstieg ist verbreitet: Viele Betriebe schulen Bauhelfer, Lagerarbeiter oder Berufskraftfahrer selbst nach. Wer aufsteigen will, sammelt Berechtigungen für weitere Krantypen, größere Traglasten und Sonderhebevorgänge.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist weniger körperlich anstrengend als konzentrationsintensiv. Eine falsche Bewegung bei zwanzig Tonnen am Haken gefährdet Menschen. Entsprechend gehören Höhentauglichkeit nach G 41, ein einwandfreies Sehvermögen und uneingeschränkte Zuverlässigkeit dazu - Alkohol und Drogen sind ausgeschlossen. Turmdrehkranfahrer klettern täglich in die Kabine und sitzen dort mit wenig Bewegung, oft in Kälte, Hitze und Wind; die Zwangshaltung mit gebeugtem Nacken macht auf Dauer Rücken und Halswirbeln zu schaffen. Auf dem Bau bestimmt das Wetter den Tag, Frühbeginn ist normal, Überstunden in der Saison ebenso. Häfen und Stahlwerke fahren Wechselschicht, auch nachts und am Wochenende. Wer bei Mobilkranen arbeitet, ist häufig auf Montage und mehrere Tage von zuhause weg. Bei Wind über der Grenze steht der Kran - und der Zeitdruck aus dem Bauablauf bleibt trotzdem.
Aussichten
Erfahrene Kranfahrer sind knapp, besonders für große Mobil- und Raupenkrane, Schwerlasthübe und Windkraftmontage. Bauwirtschaft, Hafenumschlag und Industriemontage suchen laufend Personal, weil viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Automatisierung verändert vor allem den Containerumschlag: Fernsteuerung vom Leitstand ersetzt dort zunehmend die Kabine, was den Beruf körperlich erleichtert, aber Arbeitsplätze verdichtet. Entwicklungswege führen über Zusatzberechtigungen zum Spezialisten für Schwerlasthebevorgänge, zum Einsatzleiter, zur Ausbildung als Kranprüfer nach befähigter Person oder in die Disposition eines Kranvermieters. Ein Meister- oder Vorarbeiterabschluss im Baubereich öffnet den Weg in die Bauleitung.
Aufgaben
- Turmdreh-, Mobil-, Hallen- oder Portalkrane bedienen
- Lasten anschlagen prüfen und Hebevorgänge mit Einweisern abstimmen
- tägliche Sicht- und Funktionsprüfung von Seilen, Haken, Bremsen und Sicherheitseinrichtungen
- Standsicherheit beurteilen, Mobilkrane abstützen und ausrichten
- Kran rüsten, umsetzen, auf- und abbauen
- Traglasttabellen und Lastmomentbegrenzer auswerten
- Kranbuch, Prüf- und Störungsprotokolle führen
- kleinere Wartungsarbeiten und Störungsmeldungen an die Werkstatt
Voraussetzungen
- Kranführerschein nach DGUV-Grundsatz 309-003 für den jeweiligen Krantyp
- arbeitsmedizinische Eignung, bei Turmkranen Höhentauglichkeit nach G 41
- gutes Sehvermögen, Reaktionsvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen
- Führerschein CE für Mobilkrane
- technisches Verständnis und Sorgfalt beim Umgang mit Traglasttabellen
- Bereitschaft zu Schichtdienst, Frühbeginn oder Montageeinsätzen
- gewerbliche Ausbildung von Vorteil, oft aber nicht zwingend
Wo man arbeitet
- Bauunternehmen und Hochbaustellen
- Kranvermieter und Schwerlastspeditionen
- See- und Binnenhäfen, Containerterminals
- Stahlwerke, Gießereien und Walzwerke
- Industriemontage und Windkraftbau
- Werften und große Logistikzentren
Der Weg in den Beruf
Meist beginnt der Weg mit einer gewerblichen Ausbildung, etwa als Baugeräteführer oder Fachkraft für Lagerlogistik, die drei Jahre dauert. Darauf folgt ein Kranführerlehrgang nach DGUV-Grundsatz 309-003 von wenigen Tagen bis mehreren Wochen mit theoretischer und praktischer Prüfung. Ein Quereinstieg über betriebliche Nachschulung ist üblich, für Mobilkrane wird zusätzlich der Führerschein CE benötigt.
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