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Konstrukteur Schiffbau

Konstrukteure im Schiffbau entwerfen und berechnen Schiffskörper, Aufbauten und technische Systeme und setzen sie in Zeichnungen, 3D-Modelle und Fertigungsunterlagen um. Sie arbeiten auf Werften, in Ingenieurbüros und bei Zulieferern der maritimen Industrie.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Konstrukteur Schiffbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.000 € 5.900 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.300 € 6.200 € 7.800 € 74.400 €

Große Werften und Zulieferer zahlen nach dem Tarifvertrag der IG Metall Küste, dort liegen die Gehälter samt Urlaubs- und Weihnachtsgeld deutlich über dem, was kleinere Konstruktionsbüros und Ingenieurdienstleister zahlen. Ein Hochschulabschluss und Erfahrung mit den gängigen maritimen CAD-Systemen wirken sich am stärksten auf die Einstufung aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Konstrukteur im Schiffbau?

Ein Schiff entsteht am Rechner, lange bevor die erste Platte geschnitten wird. Konstrukteure im Schiffbau erstellen aus Vorgaben des Auftraggebers und der Vorentwurfsabteilung detaillierte 3D-Modelle und Zeichnungen: Spantgerüste, Schotte, Decks, Fundamente für Maschinen, Rohrleitungssysteme, Lüftungskanäle, Aufbauten. Gearbeitet wird mit branchenspezifischen Systemen wie AVEVA Marine, Nupas-Cadmatic, NAPA oder Foran, ergänzt durch klassische CAD-Programme.

Dazu kommen Berechnungen und Nachweise. Wanddicken, Steifenabstände und Schweißnähte müssen den Regeln der Klassifikationsgesellschaft entsprechen, etwa DNV, Lloyd's Register oder Bureau Veritas. Stabilität, Freibord und Rettungsmitteleinrichtungen richten sich nach SOLAS und den Vorgaben der Flaggenstaaten. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Unterlagen so aufzubereiten, dass Prüfingenieure sie freigeben, und Änderungen aus solchen Prüfungen einzuarbeiten.

Konstrukteure stimmen sich ständig mit anderen Gewerken ab. Eine Rohrleitung, die durch ein Schott führt, betrifft Stahlbau, Rohrleitungsbau und Brandschutz gleichzeitig. Kollisionsprüfungen im Modell, Klärungen mit Lieferanten und Rückmeldungen aus der Fertigung gehören zum Alltag. Wer auf einer Werft arbeitet, geht auch ins Dock oder an Bord, um Einbausituationen zu prüfen.

Wie wird man Konstrukteur im Schiffbau?

Der klassische Weg führt über ein Studium des Schiffbaus beziehungsweise der Schiffstechnik, angeboten unter anderem in Hamburg, Kiel, Rostock, Bremen, Flensburg und Wismar, mit Bachelor- oder Masterabschluss. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über den Maschinenbau mit maritimer Vertiefung.

Ein zweiter Weg ist die technische Ausbildung mit Weiterbildung: Technischer Produktdesigner, Technischer Systemplaner oder Konstruktionsmechaniker, anschließend Technikerschule oder Meisterprüfung. Vor allem in der Detailkonstruktion und im Rohrleitungsbau arbeiten viele Techniker. Quereinstiege aus dem Anlagenbau oder der Stahlkonstruktion sind möglich, wenn die Softwarekenntnisse stimmen; die schiffbaulichen Regelwerke lernt man dann im Betrieb.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, oft in Projekten mit festen Ablieferterminen. Verzögerungen am Anfang landen am Ende in der Konstruktion, entsprechend gibt es Phasen mit Überstunden. Die Branche ist zyklisch: Auftragslücken bei Werften führen zu Kurzarbeit, gelegentlich auch zu Insolvenzen, wie die Entwicklungen bei mehreren deutschen Werften der letzten Jahre gezeigt haben.

Gefordert sind räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt und die Bereitschaft, sich in umfangreiche Regelwerke einzuarbeiten. Englisch ist Arbeitssprache, weil Reeder, Klasse und Zulieferer international sind. Wer bei Ingenieurdienstleistern arbeitet, wechselt häufiger den Einsatzort und pendelt teils über längere Strecken.

Aussichten

Der deutsche Schiffbau konzentriert sich auf Spezialsegmente: Kreuzfahrtschiffe, Marineschiffe, Yachten, Fähren, Behördenfahrzeuge und Offshore-Strukturen. In diesen Feldern werden Konstrukteure gesucht, zusätzlich in der Offshore-Windindustrie und bei Zulieferern. Erfahrene Fachkräfte mit Kenntnissen in den maritimen CAD-Systemen finden meist zügig eine Stelle, allerdings mit regionaler Bindung an die Küste, Hamburg und einzelne Binnenstandorte.

Entwicklungswege führen in die Projektleitung, die Leitung einer Konstruktionsgruppe, in die Berechnung und Simulation oder zu Klassifikationsgesellschaften als Prüfingenieur. Auch der Wechsel in Vertrieb, Einkauf oder Neubauüberwachung bei Reedereien ist üblich.

Aufgaben

  • 3D-Modelle und Fertigungszeichnungen für Schiffskörper und Aufbauten erstellen
  • Wanddicken, Profile und Verbindungen nach Klassevorschriften nachweisen
  • Rohrleitungs-, Lüftungs- und Fundamentkonstruktionen einplanen
  • Kollisionsprüfungen im Modell durchführen und Konflikte mit anderen Gewerken klären
  • Unterlagen für Klassifikationsgesellschaften und Behörden aufbereiten
  • Stücklisten und Schneidedaten für die Fertigung ableiten
  • Änderungen aus Prüfung, Fertigung und Lieferanten einarbeiten
  • Einbausituationen an Bord oder im Dock kontrollieren

Voraussetzungen

  • Studium Schiffbau, Schiffstechnik oder Maschinenbau, alternativ Technikerabschluss mit Konstruktionserfahrung
  • Sichere Anwendung von CAD-Systemen, im Schiffbau meist AVEVA Marine, Nupas-Cadmatic, Foran oder NAPA
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt im Detail
  • Kenntnisse der Regelwerke von Klassifikationsgesellschaften und SOLAS oder Bereitschaft, sich einzuarbeiten
  • Gutes technisches Englisch
  • Bereitschaft zu Projektspitzen und gelegentlichen Einsätzen an Bord

Wo man arbeitet

  • Werften für Handels-, Marine- und Kreuzfahrtschiffe
  • Yacht- und Bootsbaubetriebe
  • Ingenieur- und Konstruktionsbüros für maritime Technik
  • Zulieferer für Schiffsausrüstung und Antriebstechnik
  • Klassifikationsgesellschaften und Prüforganisationen
  • Unternehmen der Offshore- und Windindustrie

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein sechs- bis zehnsemestriges Studium des Schiffbaus oder der Schiffstechnik mit Bachelor- oder Masterabschluss an einer Hochschule an der Küste. Alternativ führt eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Technischer Produktdesigner oder Konstruktionsmechaniker, mit anschließender zweijähriger Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in die Detailkonstruktion. Die schiffbauspezifische Software und die Klassevorschriften werden meist erst im Betrieb erlernt.

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