Kfz-Mechatroniker / Kfz-Mechaniker
Kfz-Mechatroniker warten, prüfen und reparieren Personenwagen, Nutzfahrzeuge oder Motorräder. Sie arbeiten mit Diagnosegeräten, Hebebühne und Werkzeug an Motoren, Bremsen, Fahrwerken und Elektronik.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kfz-Mechatroniker / Kfz-Mechaniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.650 € | 3.000 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.200 € | 3.700 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: im Kfz-Handwerk gelten regionale Tarifverträge der Innungen mit teils deutlichen Unterschieden zwischen West und Ost, während Autobauer, Zulieferer und Verkehrsbetriebe nach Metall- und Elektro-Tarif oder TVöD/TV-N spürbar mehr zahlen. Zusatzqualifikationen wie Hochvolttechnik, Servicetechniker oder Meisterbrief sowie Samstags- und Notdienstzulagen erhöhen das Einkommen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kfz-Mechatroniker?
Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Auftragszettel: Inspektion, Bremsenwechsel, Fehlersuche an einer Warnleuchte im Cockpit. Kfz-Mechatroniker fahren das Fahrzeug auf die Hebebühne, prüfen Reifen, Bremsscheiben, Beläge, Achsmanschetten und Flüssigkeitsstände, wechseln Öl und Filter und dokumentieren jeden Handgriff im Werkstattsystem. Bei Störungen wird das Diagnosegerät angeschlossen, Fehlerspeicher ausgelesen und dann Schritt für Schritt eingegrenzt: Sensor, Kabelbaum, Steuergerät oder tatsächlich ein mechanischer Defekt. Dazu kommen Steuerkettenwechsel, Kupplungen, Stoßdämpfer, Klimaanlagenservice, Achsvermessung, Softwareupdates und die Vorbereitung zur Hauptuntersuchung.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: erklären, warum eine Reparatur teurer wird als der Kostenvoranschlag, mit dem Teiledienst telefonieren, Gewährleistungsfälle abstimmen. In kleinen Betrieben nehmen Mechatroniker Fahrzeuge selbst an und übergeben sie auch wieder. In Markenbetrieben ist die Arbeit stärker nach Vorgaben und Zeitwerten des Herstellers organisiert.
Wie wird man Kfz-Mechatroniker?
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit einem der Schwerpunkte Pkw-Technik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, System- und Hochvolttechnik oder Karosserietechnik. Rechtlich gibt es keinen Mindestabschluss, in der Praxis stellen Betriebe meist mit mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein; Mathematik und Physik helfen deutlich. Die Prüfung wird vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer abgelegt.
Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne Abschluss: wer aus einem anderen Metallberuf kommt, kann die Ausbildung verkürzen oder über eine Umschulung bei einem Bildungsträger einsteigen. Auch die Externenprüfung nach langjähriger einschlägiger Tätigkeit ist ein Weg. Wer an Elektro- und Hybridfahrzeugen arbeiten will, braucht eine Zusatzqualifikation für Arbeiten an Hochvoltsystemen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Über Kopf schrauben, gebückt im Radhaus stehen, schwere Teile heben, kalte Hallen im Winter, Lärm, Öl und Bremsstaub. Hautprobleme und Verschleiß an Rücken und Knien sind verbreitet. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, oft aber mit Samstagsdiensten, Überstunden in der Reifenwechselsaison und Notdienst bei Betrieben mit Pannenhilfe. In Markenwerkstätten drückt die Vorgabezeit: für eine Inspektion sind Minuten kalkuliert, Verzögerungen fallen auf.
Technisch wird der Beruf anspruchsvoller. Fahrerassistenzsysteme, Bussysteme und Hochvoltantriebe verlangen systematisches Denken und regelmäßige Schulungen. Wer nur schrauben, aber nicht lesen und messen will, kommt nicht weit. Die Bezahlung liegt im Handwerk unter dem, was Industriebetriebe für vergleichbare Qualifikation zahlen - ein Grund, warum viele Ausgebildete in die Fahrzeugindustrie, zu Verkehrsbetrieben oder in technische Prüfdienste wechseln.
Aussichten
Fachkräfte werden gesucht, in nahezu allen Regionen. Der Fahrzeugbestand steigt weiter, die Betriebe finden zu wenig Nachwuchs, und mit der Elektromobilität entstehen neue Aufgaben statt weniger. Wer sich in Hochvolttechnik, Diagnose oder Fahrerassistenzsysteme einarbeitet, hat gute Karten.
Weiterkommen kann man über den Servicetechniker, den Kfz-Meister mit eigener Werkstatt oder Werkstattleitung, über eine Technikerschule oder ein Studium des Fahrzeugbaus. Alternativen abseits der Werkstatt sind Prüforganisationen, Sachverständigenbüros, technischer Kundendienst bei Herstellern und Teilelieferanten oder der Nutzfahrzeug- und Landmaschinenbereich.
Aufgaben
- Fahrzeuge nach Herstellervorgaben warten und inspizieren
- Fehlerspeicher auslesen und Störungen systematisch eingrenzen
- Bremsen, Fahrwerk, Kupplung und Motorbauteile instand setzen
- Reifen wechseln, montieren und Achsen vermessen
- Elektrische und elektronische Systeme prüfen, Steuergeräte programmieren
- Fahrzeuge für die Hauptuntersuchung vorbereiten
- Arbeiten dokumentieren und Kunden Reparaturen erklären
- Klimaanlagen warten und Hochvoltsysteme spannungsfrei schalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechaniker
- Technisches Verständnis und sorgfältige, systematische Arbeitsweise
- Führerschein Klasse B, oft auch C oder CE im Nutzfahrzeugbereich
- Körperliche Belastbarkeit, keine Allergien gegen Öle und Betriebsstoffe
- Bereitschaft zu Herstellerschulungen und Weiterbildung
- Für Arbeiten an Elektrofahrzeugen eine Hochvolt-Qualifikation
Wo man arbeitet
- Markengebundene Autohäuser und Vertragswerkstätten
- Freie Kfz-Werkstätten und Werkstattketten
- Nutzfahrzeug-, Bus- und Landmaschinenbetriebe
- Fuhrparks von Speditionen, Verkehrsbetrieben und Behörden
- Prüforganisationen und Sachverständigenbüros
- Fahrzeughersteller und Zulieferer
Der Weg in den Beruf
Der Standardweg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Betrieb und in der Berufsschule, mit Wahl eines Schwerpunkts wie Pkw-, Nutzfahrzeug- oder System- und Hochvolttechnik. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer beziehungsweise der Abschlussprüfung vor der IHK. Danach sind Servicetechniker, Kfz-Meister, Techniker oder ein Studium im Fahrzeugbau möglich.
Offene Stellen als Kfz-Mechatroniker / Kfz-Mechaniker
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