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Bildung & Soziales

Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement

Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement kaufen Waren in großen Mengen ein und verkaufen sie an Händler, Industrie oder Handwerk weiter. Sie kalkulieren Preise, verhandeln mit Lieferanten und organisieren Transport, Lagerung und Zollabwicklung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.600 € 6.000 € 55.200 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: Im tarifgebundenen Groß- und Außenhandel gelten regionale Tarifverträge des Landesverbands Groß- und Außenhandel, die deutlich über dem liegen, was kleine, nicht tarifgebundene Handelsbetriebe zahlen. Vertriebsstellen enthalten oft variable Provisionsanteile, die hier nicht eingerechnet sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement?

Der Großhandel steht zwischen Hersteller und Endabnehmer. Kaufleute in diesem Beruf beschaffen Waren – Lebensmittel, Baustoffe, Maschinenteile, Arzneimittel, Elektronik – und verkaufen sie weiter an Einzelhändler, Betriebe, Kliniken oder Behörden. Im Schwerpunkt Großhandel liegt der Fokus auf dem Binnenmarkt, im Schwerpunkt Außenhandel auf Import und Export.

Der Alltag besteht aus Angeboten, Preisvergleichen, Bestellungen und Rechnungen. Es werden Lieferantenangebote eingeholt und gegenübergestellt, Rahmenverträge verhandelt, Bestellmengen anhand von Lagerbeständen und Absatzzahlen festgelegt. Kommt die Ware verspätet oder beschädigt an, folgen Reklamation, Nachlieferung und Gutschrift. Im Verkauf werden Kunden beraten, Preise kalkuliert, Konditionen abgestimmt und Aufträge erfasst. Im Außenhandel kommen Zollanmeldungen, Ursprungszeugnisse, Akkreditive, Incoterms und Frachtpapiere hinzu, dazu Kommunikation mit Speditionen und ausländischen Partnern, häufig auf Englisch.

Gearbeitet wird überwiegend am Bildschirm mit einem Warenwirtschaftssystem, oft SAP oder eine vergleichbare Software, dazu Tabellenkalkulation und E-Mail. Wer im Lagerbereich eines Großhandels sitzt, ist auch in der Halle unterwegs, prüft Wareneingänge und klärt Differenzen.

Wie wird man Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, die mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Rechtlich reicht jeder Schulabschluss, tatsächlich stellen die meisten Betriebe mittlere Reife oder Abitur ein. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb oder zwei Jahre möglich.

Quereinstieg kommt vor, vor allem aus anderen kaufmännischen Berufen, aus dem Einzelhandel oder aus der Logistik. Wer Branchenkenntnis und Verhandlungserfahrung mitbringt, wird auch ohne den passenden Abschluss eingestellt, häufig zunächst in der Auftragsbearbeitung. Fremdsprachen sind im Außenhandel ein echter Zugangsvorteil.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Montag bis Freitag, Gleitzeit ist verbreitet. Schichtdienst gibt es kaum, dafür Druck an anderer Stelle: Monats- und Quartalsabschlüsse, Lieferengpässe, verärgerte Kunden, Margen, die dauernd nachgerechnet werden müssen. Fehler bei Zolltarifnummern oder Zahlungsbedingungen kosten schnell Geld.

Der Beruf verlangt Genauigkeit über lange Strecken hinweg und die Bereitschaft, Routine auszuhalten. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Vorgangsbearbeitung, die sich täglich wiederholt. Wer ausschließlich beraten und verhandeln möchte, wird enttäuscht. Verhandlungssituationen erfordern zugleich Standfestigkeit, denn Einkäufer und Kunden loten Preise hart aus. Sitzende Tätigkeit am Bildschirm, gelegentlich Kundenbesuche oder Messen.

Aussichten

Der Bedarf ist stabil, Großhandel gibt es in jeder Branche und in jeder Region. Digitalisierung und Automatisierung verändern das Berufsbild: Einfache Auftragserfassung fällt zunehmend weg, gefragt sind Kenntnisse in Beschaffungsstrategie, Datenauswertung und internationalem Handelsrecht.

Entwicklungswege führen über den Fachwirt für Außenwirtschaft, den Handelsfachwirt oder den Betriebswirt in Fach- und Führungsaufgaben, etwa in Einkaufsleitung, Vertriebsleitung oder Exportabwicklung. Auch ein berufsbegleitendes Studium in Betriebswirtschaft oder internationalem Handel ist ein üblicher Weg. Spezialisierungen wie Zollrecht oder Gefahrgutabwicklung werden gut bezahlt.

Aufgaben

  • Angebote einholen, vergleichen und Lieferanten auswählen
  • Preise kalkulieren und Verkaufskonditionen verhandeln
  • Bestellungen auslösen und Liefertermine überwachen
  • Zoll- und Exportdokumente erstellen und Sendungen abwickeln
  • Reklamationen bearbeiten und Gutschriften veranlassen
  • Lagerbestände und Absatzzahlen auswerten
  • Kunden im Innen- und Außendienst betreuen
  • Rechnungen prüfen und Zahlungseingänge überwachen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, meist Groß- und Außenhandelsmanagement
  • Sicheres Rechnen und Verständnis für Kalkulation und Margen
  • Englischkenntnisse, im Außenhandel verhandlungssicher
  • Sorgfalt bei Zahlen, Fristen und Dokumenten
  • Sicherer Umgang mit Warenwirtschaftssystemen und Tabellenkalkulation
  • Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit bei Kundenbeschwerden

Wo man arbeitet

  • Großhandelsunternehmen aller Branchen
  • Import- und Exportfirmen
  • Industriebetriebe mit eigenem Vertrieb
  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Genossenschaften und Handelsketten

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement mit Abschluss vor der IHK, wahlweise im Schwerpunkt Großhandel oder Außenhandel. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf bis zu zwei Jahre möglich. Quereinsteiger mit anderer kaufmännischer Ausbildung oder Branchenerfahrung werden häufig zunächst in der Auftragsbearbeitung eingesetzt.

Offene Stellen als Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement

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