Isolierfacharbeiter / Industrie-Isolierer
Isolierfacharbeiter dämmen Rohrleitungen, Behälter, Kessel und Lüftungskanäle gegen Wärmeverlust, Kälte, Schall und Brand. Sie arbeiten überwiegend auf Baustellen, in Kraftwerken, Raffinerien und Industrieanlagen.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Isolierfacharbeiter / Industrie-Isolierer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.300 € | 5.300 € | 51.600 € |
Grundlage ist meist der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe beziehungsweise der Tarifvertrag für das WKSB-Isoliergewerbe; entscheidend für das tatsächliche Einkommen sind Lohngruppe, Tarifbindung des Betriebs sowie Montagezulagen, Auslöse und Zuschläge bei Revisions- und Wochenendeinsätzen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Isolierfacharbeiter?
Isolierfacharbeiter, im Industriebereich auch Industrie-Isolierer genannt, bringen Dämmstoffe an technischen Anlagen an. Dazu gehören Rohrleitungen in Kraftwerken, Behälter und Kolonnen in Raffinerien, Lüftungskanäle in Gebäuden, Kessel, Turbinen und Kältetechnik. Das Material reicht von Mineralwolle über Schaumglas und Kalziumsilikat bis zu Elastomerschläuchen. Über die Dämmung kommt eine Ummantelung aus verzinktem Stahlblech, Aluminium oder Edelstahl, die in der eigenen Werkstatt oder direkt vor Ort zugeschnitten, gekantet, gesickt und verschraubt wird.
Der Arbeitstag beginnt oft mit dem Aufmaß an der Anlage: Durchmesser, Längen, Bögen, Armaturen. Danach werden die Blechteile angefertigt, das Dämmmaterial zugeschnitten und montiert. Bei Kälteisolierungen kommt es auf lückenlose Dampfsperren an, weil sonst Kondenswasser die Dämmung durchfeuchtet und Rohre korrodieren. Im Brandschutz gelten geprüfte Systeme, von denen nicht abgewichen werden darf. Ein erheblicher Teil der Arbeit findet bei Anlagenstillständen statt, wenn alte Dämmung demontiert und in kurzer Zeit erneuert wird.
Wie wird man Isolierfacharbeiter?
Der übliche Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Isolierfacharbeiter im Bauhauptgewerbe. Wer weitermacht, hängt ein drittes Jahr an und schließt als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer ab. Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es kaum, die Betriebe stellen meist mit Hauptschulabschluss ein. Quereinstieg ist verbreitet: Viele Firmen nehmen angelernte Kräfte auf, oft mit Vorerfahrung als Metallbauer, Klempner oder Trockenbauer, und qualifizieren sie im Betrieb nach. Für den Einsatz in Chemieanlagen und Kraftwerken sind Sicherheitsunterweisungen, teils Höhentauglichkeit und Atemschutztauglichkeit nach G26 nötig. Wer alte Anlagen zurückbaut, braucht den Sachkundenachweis für Arbeiten mit Asbest nach TRGS 519.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Gearbeitet wird auf Gerüsten, in Rohrbrücken, in engen Schächten und teils in großer Höhe, im Sommer an heißen Leitungen und im Winter im Freien. Mineralwolle juckt, Blechkanten schneiden, Schutzausrüstung ist Pflicht und unbequem. Montageeinsätze sind die Regel: Wer in der Industrieisolierung arbeitet, ist häufig wochenweise auswärts untergebracht. Bei Revisionen wird in Schichten und an Wochenenden gearbeitet, Überstunden gehören dazu. Wer Familie und feste Anwesenheit zu Hause braucht, sollte das vorher durchrechnen. Dafür ist die Bezahlung im Baugewerbe tariflich geregelt, Auslöse und Zuschläge machen bei Montage einen spürbaren Teil des Einkommens aus.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Energieeffizienz in Industrieanlagen, der Umbau von Kraftwerken, Fernwärmenetze, Wasserstoff- und Kälteanlagen sowie der laufende Instandhaltungsbedarf sorgen für volle Auftragsbücher. Gleichzeitig finden viele Betriebe kaum Nachwuchs, weil der Beruf wenig bekannt ist. Wer sich bewährt, wird schnell Kolonnenführer oder Vorarbeiter, kann den Werkpolier oder den Meister im Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer-Handwerk machen und in Arbeitsvorbereitung, Aufmaß und Kalkulation oder Bauleitung wechseln. Auch die Selbstständigkeit mit einem kleinen Montagetrupp ist ein gangbarer Weg.
Aufgaben
- Aufmaß an Rohrleitungen, Behältern und Kanälen nehmen
- Dämmstoffe wie Mineralwolle, Schaumglas oder Elastomer zuschneiden und montieren
- Blechummantelungen anfertigen, kanten, sicken und befestigen
- Dampfsperren bei Kälteisolierungen dicht ausführen
- Brandschutzschotts und geprüfte Dämmsysteme einbauen
- Alte und beschädigte Isolierungen demontieren und entsorgen
- Gerüste und Arbeitsbühnen nutzen und Sicherheitsvorgaben einhalten
- Aufmaßblätter und Leistungsnachweise für die Abrechnung führen
Voraussetzungen
- Hauptschulabschluss oder abgeschlossene Ausbildung im Bau- oder Metallbereich
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit
- Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Grundrechenarten fürs Aufmaß
- Bereitschaft zu Montage, Auswärtseinsätzen und Schichtarbeit bei Anlagenstillständen
- Führerschein Klasse B, oft erwartet
- Arbeitsmedizinische Tauglichkeit für Höhe und Atemschutz, je nach Einsatz
- Sachkunde nach TRGS 519 für Arbeiten an asbesthaltigen Altanlagen
Wo man arbeitet
- Isolierbaubetriebe und Industriemontagefirmen
- Kraftwerke, Raffinerien und Chemieanlagen
- Anlagenbau und Schiffbau
- Gebäudetechnik in Neubau und Sanierung
- Werkstätten für Blechbearbeitung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Isolierfacharbeiter im Bauhauptgewerbe mit Berufsschule und überbetrieblicher Unterweisung. Ein drittes Ausbildungsjahr führt zum Abschluss als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer. Quereinsteiger werden häufig angelernt und über Lehrgänge sowie Sicherheitsnachweise nachqualifiziert.
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- Monatsbrutto
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