Was macht eine Inventuraushilfe?
Eine Inventuraushilfe erfasst, was tatsächlich im Regal, in der Palettenreihe oder im Verkaufsraum liegt. Dazu werden Artikel gezählt, gewogen oder über Barcodes eingescannt und die Menge zusammen mit der Artikelnummer und dem Lagerplatz erfasst - entweder mit einem mobilen Datenerfassungsgerät oder auf vorgedruckten Zähllisten. Gearbeitet wird meist in Zweierteams: eine Person zählt, eine erfasst, danach wird getauscht oder gegengezählt.
Der Ablauf ist strikt vorgegeben. Ein Bereich wird zugeteilt, abgearbeitet und abgezeichnet, dann folgt der nächste. Abweichungen zwischen Systembestand und gezählter Menge werden gemeldet und in vielen Fällen von einem zweiten Team nachgezählt. Dazu kommen einfache Vorbereitungs- und Aufräumarbeiten: Regale ordnen, Ware sortieren, beschädigte Artikel oder falsch einsortierte Packungen aussondern, Zähletiketten anbringen.
Inventuren finden häufig außerhalb der Öffnungszeiten statt, also abends, nachts oder am Wochenende, damit der Bestand sich während der Zählung nicht verändert. Ein Einsatz dauert oft nur wenige Tage, in großen Lagern auch eine Woche oder länger.
Wie wird man Inventuraushilfe?
Eine Ausbildung ist nicht erforderlich. Es gibt keine geregelte Qualifikation, und ein Schulabschluss wird selten verlangt. Eingesetzt werden Schülerinnen ab sechzehn, Studierende, Rentner und Menschen, die einen Nebenverdienst suchen. Die Einarbeitung erfolgt unmittelbar vor Beginn der Zählung und dauert in der Regel eine halbe bis eine Stunde: Umgang mit dem Scanner, Zählregeln, Bereichsaufteilung.
Vermittelt werden die Stellen entweder direkt von Handelsunternehmen und Logistikbetrieben oder über Personaldienstleister und spezialisierte Inventurdienstleister, die bundesweit Teams zusammenstellen. Wer mehrfach eingesetzt wird und zuverlässig arbeitet, übernimmt bei späteren Einsätzen häufig die Teamleitung oder die Kontrollzählung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist eintönig und körperlich fordernd. Vier bis zehn Stunden Stehen, Bücken, Knien und Arbeiten auf Leitern sind üblich, in Kühl- und Tiefkühlbereichen bei niedrigen Temperaturen. Konzentration muss über die gesamte Schicht erhalten bleiben, denn Zählfehler wirken sich unmittelbar auf die Bilanz des Betriebs aus. Der Zeitdruck ist real: Bis zur Ladenöffnung oder zum Beginn des Frühschichtbetriebs muss der Bestand vollständig erfasst sein.
Die größte Einschränkung ist die Unregelmäßigkeit. Es handelt sich fast immer um kurzfristige Einsätze ohne dauerhafte Beschäftigung, häufig als Minijob oder kurzfristige Beschäftigung mit Stundenlohn. Ein planbares Einkommen entsteht daraus nicht. Nachtarbeit, Anfahrten zu wechselnden Standorten und Absagen bei verschobenen Terminen gehören dazu.
Aussichten
Inventuren sind handelsrechtlich vorgeschrieben, entsprechend besteht die Nachfrage verlässlich fort, besonders zwischen Dezember und Februar sowie zu den Geschäftsjahresenden im Frühjahr und Sommer. Gleichzeitig verringern automatisierte Bestandsführung, RFID-Technik und permanente Inventur in modernen Lagern den Bedarf an großen Zählteams.
Als Dauerbeschäftigung ist die Tätigkeit nicht angelegt. Sie eignet sich als Einstieg in die Lagerlogistik: Wer sich bewährt, kommt an Aushilfsstellen in der Kommissionierung, an eine Anstellung als Lagerhelfer oder an eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Innerhalb der Inventurdienstleister führt der Weg über Teamleitung zur Einsatzleitung.