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ILS-Manager

ILS-Manager planen die logistische Unterstützung technisch komplexer Systeme über deren gesamte Lebensdauer – von der Ersatzteilversorgung über die Instandhaltungsplanung bis zur technischen Dokumentation. Der Beruf ist vor allem in der Verteidigungsindustrie, der Luftfahrt und der Bahntechnik zu finden.

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Gehalt

Was man als ILS-Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 5.900 € 7.000 € 70.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.600 € 9.500 € 91.200 €

Große Unternehmen der Luft-, Raumfahrt- und Wehrtechnik zahlen überwiegend nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie, was für ein Gehaltsniveau am oberen Rand sorgt; bei Engineeringdienstleistern und kleineren Zulieferern liegen die Werte deutlich darunter. Standort, Projektverantwortung und der Nachweis von Erfahrung in Rüstungsprogrammen wirken sich stark aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein ILS-Manager?

ILS steht für Integrated Logistics Support, auf Deutsch integrierte logistische Unterstützung. Gemeint ist die Frage, wie ein Hubschrauber, ein Radarsystem, ein Schienenfahrzeug oder eine Fregatte über zwanzig oder dreißig Jahre einsatzfähig gehalten wird. ILS-Manager beantworten diese Frage nicht erst nach der Lieferung, sondern parallel zur Entwicklung des Systems.

Die Arbeit beginnt mit Analysen: Welche Bauteile fallen wie häufig aus, wie lange dauert ein Austausch, welches Werkzeug und welche Qualifikation braucht die Werkstatt dafür. Aus solchen Zuverlässigkeits- und Instandhaltbarkeitsdaten entstehen Instandhaltungskonzepte, Ersatzteillisten mit Bedarfsprognosen, Schulungsunterlagen für das Bedien- und Wartungspersonal und die technische Dokumentation. ILS-Manager rechnen Lebenswegkosten, verhandeln mit Lieferanten über Datenlieferungen und Verfügbarkeitszusagen und prüfen, ob Konstruktionsentscheidungen der Entwicklungsabteilung später hohe Betriebskosten verursachen.

Ein großer Teil des Alltags besteht aus Abstimmung. ILS-Manager sitzen zwischen Konstruktion, Einkauf, Qualitätssicherung, Vertrieb und Kunde. In Rüstungsprojekten ist der Kunde häufig eine Beschaffungsbehörde, die eigene Normen und Berichtspflichten mitbringt. Entsprechend prägen Spezifikationen, Reviews und Nachweisdokumente die Arbeit.

Wie wird man ILS-Manager?

Üblich ist ein Studium in Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Logistik. Ein Direkteinstieg nach dem Studium kommt vor, häufiger führt der Weg über einige Jahre in der Konstruktion, im Service, in der Instandhaltung oder im Projekteinkauf. Wer aus der Praxis der Instandsetzung kommt, kennt die Fragen, die im ILS beantwortet werden müssen, aus eigener Erfahrung.

Ein nennenswerter Teil der Stellen wird von Zeitsoldaten und Berufssoldaten besetzt, die aus dem technisch-logistischen Bereich der Bundeswehr in die Industrie wechseln. Für Quereinsteiger aus benachbarten Feldern gibt es Weiterbildungen und Zertifikatskurse zu ILS-Standards, Zuverlässigkeitsanalysen und Konfigurationsmanagement.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist dokumentenlastig. Wer Freude an technischer Entwicklung hat, aber Spezifikationen, Datenmodelle und Nachweisführung als Nebensache betrachtet, wird hier unglücklich. Analysen ziehen sich über Monate, Ergebnisse zeigen sich erst im späteren Betrieb, und die Datenlage aus Zulieferbetrieben ist oft unvollständig, sodass Annahmen begründet und verteidigt werden müssen.

Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, mit Spitzen vor Angebotsabgaben und Projektmeilensteinen. Reisetätigkeit gehört dazu, etwa zu Lieferanten, Werkstätten oder Nutzern. In der Verteidigungsbranche ist häufig eine Sicherheitsüberprüfung erforderlich, was den Kreis der Bewerber einschränkt und Einstellungsverfahren verlängert. Englisch ist Arbeitssprache, weil viele Programme international abgewickelt werden.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in der Verteidigungsindustrie derzeit deutlich steigend, weil die Beschaffungsprogramme wachsen und Verfügbarkeit vertraglich zugesichert werden muss. Auch Bahnbetreiber, Werften, Energietechnik und Anlagenbau vergeben solche Aufgaben zunehmend an eigene Fachleute. Erfahrene ILS-Manager sind schwer zu finden, weil das Feld schmal und die Einarbeitung lang ist.

Entwicklungswege führen in die Leitung größerer ILS-Organisationen, in das Projekt- oder Programmmanagement, in den Vertrieb von Serviceverträgen oder in die Spezialisierung auf Zuverlässigkeitsanalysen und Lebenswegkostenrechnung. Wer Branchenkenntnis und Normenerfahrung mitbringt, wechselt vergleichsweise leicht zwischen Herstellern und Beratungshäusern.

Aufgaben

  • Instandhaltungs- und Versorgungskonzepte für technische Systeme erarbeiten
  • Zuverlässigkeits-, Instandhaltbarkeits- und Ausfallanalysen auswerten
  • Ersatzteilbedarf berechnen und Erstbevorratung festlegen
  • Lebenswegkosten kalkulieren und Kostentreiber identifizieren
  • technische Dokumentation und Schulungsunterlagen koordinieren
  • ILS-Anforderungen in Ausschreibungen und Verträgen prüfen
  • Datenlieferungen von Zulieferern einfordern und bewerten
  • Kunden, Behörden und Fachabteilungen in Reviews abstimmen

Voraussetzungen

  • technisches Studium, etwa Maschinenbau, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrttechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen
  • Verständnis für Systemtechnik und Instandhaltungsabläufe
  • sorgfältiges Arbeiten mit Spezifikationen, Normen und großen Datenmengen
  • gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zu Dienstreisen
  • in der Verteidigungsbranche Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung

Wo man arbeitet

  • Verteidigungs- und Wehrtechnikunternehmen
  • Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Hersteller von Schienenfahrzeugen und Bahntechnik
  • Werften und maritime Systemhäuser
  • Anlagen- und Energietechnik
  • technische Beratungs- und Engineeringdienstleister

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über ein technisches Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren, meist in Maschinenbau, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrttechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Danach folgen in der Regel einige Jahre in Konstruktion, Service, Instandhaltung oder Projekteinkauf, bevor der Wechsel in die ILS-Funktion erfolgt. Ergänzend gibt es Zertifikatskurse zu ILS-Standards, Zuverlässigkeitsanalyse und Konfigurationsmanagement.

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