Konfigurationsmanager
Konfigurationsmanager sorgen dafür, dass jederzeit nachvollziehbar ist, aus welchen Bauteilen, Softwareversionen und Dokumenten ein Produkt oder eine IT-Landschaft besteht. Sie verwalten Baselines, steuern Änderungsanträge und halten Stände und Abhängigkeiten sauber dokumentiert.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Konfigurationsmanager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 5.000 € | 5.900 € | 60.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.200 € | 6.200 € | 7.800 € | 74.400 € |
Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie zahlt der Tarifvertrag der IG Metall deutlich über dem, was Ingenieurdienstleister und kleine IT-Häuser bieten. Zusätzlich wirken Betriebsgröße, Standort und die Frage, ob die Rolle Personal- oder Prozessverantwortung umfasst.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Konfigurationsmanager?
Konfigurationsmanagement heißt: den definierten Stand eines Systems kennen und jede Abweichung davon kontrolliert herbeiführen. In der Industrie betrifft das Stücklisten, Zeichnungsstände, Bauteilnummern und Freigaben, in der IT die sogenannten Configuration Items - Server, Anwendungen, Schnittstellen, Lizenzen - samt ihren Beziehungen zueinander.
Der Arbeitstag besteht aus Prüfen, Abstimmen und Dokumentieren. Änderungsanträge kommen aus Entwicklung, Fertigung oder Betrieb herein und werden auf Vollständigkeit und Auswirkung geprüft, bevor sie in ein Änderungsgremium gehen. Baselines werden gesetzt und eingefroren, Versionsstände in PLM- oder CMDB-Systemen gepflegt, Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Stand aufgedeckt. Dazu kommen Audits, in denen nachgewiesen werden muss, dass die Dokumentation zum ausgelieferten Produkt passt. In regulierten Branchen wie Luftfahrt, Medizintechnik oder Bahntechnik ist dieser Nachweis Bedingung für die Zulassung.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation. Entwickler halten Konfigurationsmanagement oft für Bürokratie, Projektleiter wollen Termine halten. Wer in dieser Rolle arbeitet, muss Regeln durchsetzen, ohne Projekte auszubremsen, und dabei erklären können, warum ein unvollständiger Änderungsantrag später teuer wird.
Wie wird man Konfigurationsmanager?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Namen. Der Weg führt meist über ein Studium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Informatik, seltener über eine technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Techniker. Der Einstieg erfolgt fast immer aus einer anderen Rolle heraus: aus der technischen Dokumentation, der Softwareentwicklung, dem Qualitätsmanagement, dem IT-Betrieb oder der Projektassistenz.
Quereinstieg ist möglich und häufig, wenn Erfahrung mit den eingesetzten Systemen vorliegt - etwa SAP PLM, Windchill, Teamcenter, Jira oder ServiceNow. Zertifizierungen wie ITIL Foundation, CMPIC oder Schulungen zu Normen wie EN 9100 und der ISO 10007 helfen bei der Bewerbung, ersetzen aber keine Projekterfahrung.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit über lange Strecken. Wer schnelle Ergebnisse und sichtbare Produkte braucht, wird hier unglücklich: Der Erfolg zeigt sich darin, dass nichts schiefgeht, und das bemerkt selten jemand. Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, mit vielen Abstimmungsterminen und regelmäßiger Reibung mit Fachabteilungen.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, oft mit Gleitzeit und Homeoffice-Anteil. Belastungsspitzen entstehen vor Meilensteinen, Serienfreigaben, Releases und Audits - dann werden Wochen lang Stände geprüft und Lücken nachgezogen. In internationalen Konzernen kommt englische Projektsprache dazu, teils Reisen zu Zulieferern und Standorten.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in regulierten Branchen wachsend, weil Produkte mehr Software enthalten und Nachweispflichten zunehmen. Gesucht werden vor allem Leute, die technisches Verständnis und Prozessdenken verbinden - eine Kombination, die selten ist. Entwicklungswege führen ins Änderungs- und Anforderungsmanagement, ins Qualitäts- oder Projektmanagement, in die Prozessgestaltung für PLM-Systeme oder in die Leitung eines Konfigurationsmanagement-Teams. Wer sich auf ein Branchenregelwerk spezialisiert, ist gut positioniert, bindet sich aber auch an diese Branche.
Aufgaben
- Baselines definieren, freigeben und einfrieren
- Änderungsanträge auf Vollständigkeit und Auswirkung prüfen
- Änderungsgremien vorbereiten und Entscheidungen dokumentieren
- Versions- und Dokumentenstände in PLM- oder CMDB-Systemen pflegen
- Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Konfiguration aufdecken
- Konfigurationsaudits und Nachweise für Zulassungen vorbereiten
- Prozesse und Arbeitsanweisungen für das Konfigurationsmanagement schreiben
- Projektteams und Zulieferer in den Vorgaben schulen
Voraussetzungen
- technisches Studium oder Techniker mit Berufserfahrung, alternativ passender Quereinstieg
- Erfahrung mit PLM-, ALM- oder Servicemanagement-Systemen
- Genauigkeit und Ausdauer bei formaler Dokumentationsarbeit
- Durchsetzungsfähigkeit gegenüber Entwicklung und Projektleitung
- Englisch in Wort und Schrift
- Kenntnis relevanter Normen und Regelwerke, etwa ISO 10007, ITIL, EN 9100
Wo man arbeitet
- Luft- und Raumfahrtunternehmen
- Automobilhersteller und Zulieferer
- Maschinen- und Anlagenbau
- Bahn-, Wehr- und Medizintechnik
- IT-Dienstleister und Rechenzentren
- Ingenieur- und Beratungsbüros
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Informatik mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Danach folgt der Einstieg über eine technische oder organisatorische Projektrolle, aus der man in zwei bis vier Jahren in das Konfigurationsmanagement hineinwächst. Zertifikate wie ITIL Foundation oder CMPIC-Kurse ergänzen den Weg, sind aber kein eigener Abschluss.
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- Offene Stellen
- 12
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
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